22. Juni 2010 /OTZ

Messners haben starken Willen

Der Unternehmerpreis des Landkreises Greiz geht an Richard Messner (Mitte). Für sein Lebenswerk wird Bernd Dölz (rechts) geehrt. Kerstin Kramer, Leiterin des BVMW-Kreisverbandes Greiz, und Martina Schweinsburg, Greizer Landrätin, bei der Ehrung; dabei auch die Ehefrauen Brigitte Messner und Irene Dölz (von links).
Der Unternehmerpreis des Landkreises Greiz geht an Richard
Messner (Mitte). Für sein Lebenswerk wird Bernd Dölz (rechts)
geehrt. Kerstin Kramer, Leiterin des BVMW-Kreisverbandes Greiz,
und Martina Schweinsburg, Greizer Landrätin, bei der Ehrung;
dabei auch die Ehefrauen Brigitte Messner und Irene Dölz
(von links).
Foto: OTZ/Heidi Henze

Richard Messner ist Unternehmer 2010 und Bernd Dölz wird für sein Lebenswerk geehrt

Von Heidi Henze Zeulenroda (OTZ).

Seine Maschinen und Ausrüstungen hätten auf einem Multicar Platz gefunden, beschreibt Richard Messner die Anfänge seiner Firma im Juli 1990. Klein angefangen habe der Firmenchef, der sich am gestrigen Abend über die Auszeichnung zum Unternehmer des Jahres 2010 im Landkreis Greiz auf der 6. Vitamin-C-Contact-Party des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft (BVMW), Kreisverband Greiz, freuen konnte. Die Ehrung nahm im Bio- Seehotel Zeulenroda Kreisleiterin Kerstin Kramer gemeinsam mit der Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) und Gastrednerin Dagmar Wörl (CSU), Mitglied im Deutschen Bundestag und Mitglied im Politischen Beirat des Bundesverbandes Mittelständische Wirtschaft vor. Als Schirmherrin hatte die Landrätin zuvor doch tatsächlich aus Richard den Reinhard Messner gemacht. Kein Problem, wie sie meinte, denn beide verbinde der starke Wille. Diesen muss der heute 68-Jährige vor 20 Jahren tatsächlich gehabt haben, als er aus einem guten Job in die Selbstständigkeit ging und mit knapp 50 Jahren eine Firma auf dem Gebiet des Heizungs-, Lüftungs-, Sanitär- und Elektrobaues aufbaute. Mit einem Multicar kann der Unternehmer heute längst nicht mehr unterwegs sein. Seine Firma Messner Versorgungstechnik GmbH in Weida arbeitet bundesweit und es haben ihm die großen technisch anspruchsvollen Anlagen in Industrie-, Verwaltungs- oder Sozialgebäuden angetan. Der Obermeister sieht Qualität, Zuverlässigkeit und Termintreue als Erfolgsfaktoren, und er ist aktiv in der Schulpatenschaft mit der Regelschule Max Greil in Weida eingebunden. Seit Firmengründung hat Messner 26 junge Menschen ausgebildet, sechs Meister und vier Diplomingenieure haben in Messners Firma das Laufen gelernt. Viereinhalb Jahre war er Obermeister und ist Vorsitzender des Kuratoriums „Stiftung Osterburg“. Ein engagierter Mann, der auch für die Auszeichnung zum


Klein habe ich angefangen und stetig aufgebaut.

Richard Messner, Unternehmer des Jahres 2010


Thüringer Unternehmer 2010 nominiert wurde. Ähnlich sieht der Weg des ebenfalls Geehrten Bernd Dölz aus Münchenbernsdorf aus. 1993 gründete der Mehrheitsgesellschafter und Geschäftsführer mit weiteren fünf Personen das Unternehmen MF Münchenbernsdorfer Folien GmbH. Der 67-Jährige erhielt die Ehrung für sein Lebenswerk. Mit der Produktion von Polyethylen-Folie und deren Bedruckung und Konfektionierung hatte man in einer Halle der Agrar eG Münchenbernsdorf angefangen. Eine Qualitäts- Folie in großen Mengen wurde produziert und systematisch der Umsatz gesteigert. 60 Arbeitskräfte sind heute beschäftigt. Jedes Jahr wurden Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik ausgebildet. Der Umwelt zu Liebe werden eigene Produktionsabfälle aufbereitet und das Regranulat wieder dem Produktionsprozess zugeführt. Für all dies steht Bernd Dölz, der sich aus dem aktiven Chefdienst verabschiedet und die Führung des Betriebes in gute Familienhände gelegt hat.

Kluge Köpfe in Firmen

Von Heidi Henze

„Kontakte schaden nur dem, der keine hat“, so das Motto der 6. Vitamin-C-Contact-Party und ausgerechnet Dagmar Wörl schien es gut zufinden. Die CSU-Politikerin, die konsequent Sparmaßnahmen vertritt, zieht vor dem Mittelstand den Hut, weil sie nicht nur in unzähligen Nischen tätig sind, es zeichne sie auch die Kooperationsbereitschaft, die persönlichen Beziehungen und ihre Kooperationsfähigkeit aus, meint sie. Wer nicht kooperiert, der verliert, weiß man nicht erst seit der Krise. Aber gerade dieser Zusammenhalt und die Zusammenarbeit des Mittelstandes haben geschafft, was man anderenortes nicht vermochte. Dabei ist der Mittelstand oftmals allein auf sich gestellt; keine Großkredite, keine Sondersubventionen. Der Mittelständler muss mit klugem Kopfe und Optimismus seine Firma erhalten und sichern -vor allem die Arbeitsplätze. Für das Herz der Thüringer Wirtschaft keine leichte Aufgabe. Dass so gut schlägt - Respekt dafür.


22. Juni 2010 /OTZ

Italienisches Klangerlebnis auf dem Schloss

Klassiknacht lockt 300 Zuhörer auf Oberes Schloss - Stadtfest mit Feuerwerk beendet

Die Vogtland Philharmonie unter Leitung von GMD Stefan Fraas begeisterte zur Klassiknacht einmal mehr.
Die Vogtland Philharmonie unter Leitung von GMD Stefan
Fraas begeisterte zur Klassiknacht einmal mehr.
Foto: Silke Groß
Mit dem großen Feuerwerk endete am Sonntagabend das diesjährige Park- und Schlossfest.
Mit dem großen Feuerwerk endete am Sonntagabend
das diesjährige Park- und Schlossfest.
Foto: Silke Groß

Von Silke Groß Greiz (OTZ).

Auch wenn der Aufstieg aufs Obere Schloss mühsam ist, ließen sich 300 Klassiknacht-Fans am Sonntagabend nicht davon abhalten, die „Italienische Operngala“ hautnah mitzuerleben. Die Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach hat gemeinsam mit den Solisten Christa Maria Dalby (Sopran) und Chool Seo Mun (Tenor) ein Programm geboten, das Klassikfreunden wohl noch lange in Erinnerung bleiben wird. Das Orchester unter Leitung von Generalmusikdirektor Stefan Fraas entführte die Zuhörer in italienische Klangwelten von Giuseppe Verdi, Giacomo Puccini und Gioacchino Rossini, zu denen sich aber auch Wolfgang Amadeus Mozart gesellte. Stefan Fraas präsentierte sich zu dieser Operngala nicht nur als hervorragender Dirigent, sondern einmal mehr als charmant-witziger Moderator. Anfang und Ende des Programms bildete Giuseppe Verdi, der wohl erfolgreichste italienische Komponist, mit der Ouvertüre aus „La forza del destino“ und „Libiamo“ aus „La Traviata“. Aus Letzterer ließen die Musiker zudem ein Stück als Zugabe erklingen. Überzeugen konnten die beiden Solisten des Abends, etwa bei „O mio babbino caro“ aus Puccinis „Gianni Schicchi“ oder bei „La donne e mobile“ aus Verdis „Rigoletto“. Begeistert, besonders von der gesanglichen Leistung von Tenor Chool Seo Mun, waren Christiane und Stefan Lorenz, die zudem die tolle Akustik im Schlosshof lobten. Chool Seo Mun besucht seit Oktober 2009 die Meisterklasse an der Musikhochschule Nürnberg und hat bereits während seines Studiums u. a. den Rinuccio aus „Gianni Schicchi“ oder den Eisenstein aus „Die Fledermaus“ gesungen. Die in Dänemark geborene Christa Maria Dalby konzertierte beispielsweise mit dem Fürther Kammerorchester als Solistin in Mozarts „Krönungsmesse“ und mit den Nürnberger Symphonikern bei Open- Air-Konzerten. Mit der Sopranpartie in Orffs „Carmina Burana“ bei den Domstufenfestspielen 2009 begann sie ihr Engagement als Solistin am Erfurter Theater. Den Zuhörern boten Orchester und Solisten gleichsam ein Opernerlebnis der besonderen Art und ließen das Konzert im Ambiente des Oberen Schlosses zu einem der Höhepunkte des diesjährigen Stadtfestes werden. Traditionell wurde das Parkund Schlossfest auch in diesem Jahr mit dem Feuerwerk am Sonntagabend beendet. Zahlreiche Greizer staunten wieder über den bunten Sternenregen über der Stadt.


22. Juni 2010 /OTZ

DRK-Ortsverein Greiz neu gegründet

Ehrenamtliche Unterstützer gesucht

Greiz (OTZ/M. Hilbert).

Nach zwölf Jahren hat die Stadt Greiz wieder einen Ortsverein des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Der mittlerweile neunte Ortsverband im Landkreis Greiz zählt seit seiner Neugründung vor zwei Wochen zurzeit 13 Mitglieder. Und es sollen noch weitaus mehr werden, zumindest wenn es nach Katrin Krüger, Mitarbeiterin der DRKGeschäftsstelle und Ortsvereinsmitglied, geht. „Das Herz des DRK ist das Ehrenamt“, sagt sie, und um dieses Herz auch in Greiz wieder zu stärken, liefen seit mehreren Monaten schon die Vorbereitungen zur Neugründung des Vereins. So findet sich im Aufgaben- und Zielkatalog der Ortsgruppe neben einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit auch die Gewinnung neuer Mitglieder, die sich ehrenamtlich in der Hilfsorganisation engagieren wollen. Auch konkrete Ziele haben Krüger und die Vereins-Vorsitzende Heidi Peter schon: Nachdem im Juli in einem Vorstandstreffen mit Ilona Köhler, Peters Stellvertreterin, und Schatmeisterin Karin Wiegand die Satzung verabschiedet wird, will sich der Ortsverein dann sowohl zum Neustadtfest am 3. Oktober als auch zum Herz-Tag im November im Greizer Theater präsentieren. Außerdem soll die AG „Junge Sanitäter“ an der Greizer Lessingschule mit Lehrerin und ebenfalls Vereinsmitglied Marita Hessmann gefestigt und erweitert werden. „Es kann losgehen“, meint Heidi Peter und hofft auf möglichst viele neue Vereinsmitglieder. Ein Anreiz soll dabei auch das Angebot kostenloser Erste-Hilfe- Lehrgänge sein. Interessierte können sich in der DRK-Geschäfsstelle, August- Bebel-Straße 40, 07973 Greiz, unter Tel.: (03661) 67 11 16 oder per E-Mail an verband@drk-zeulenroda.de melden.


22. Juni 2010 /OTZ

Fußbodenleger zwischen Bibliotheksregalen

Greizer Bücherei trotz Bauarbeiten geöffnet

Greiz (OTZ/KG).

Die Greizer Bibliotheksleiterin Corina Gutmann deutet auf ihre Oberarme und die Muskeln, die sie vom Bücherschleppen in der letzten Woche bekommen hat. „Die Bücher räumen und sortieren wir selbst“, sagt sie. Die Regale in den Räumen im Erdgeschoss und in der ersten Etage müssen alle raus, denn derzeit sind die Fußbodenleger der Firma Raumausstatter Peter in der Bücherei zugange. Vorige Woche haben sie begonnen, Musikbibliothek und Hörbuchabteilung sind bereits fertig gestellt. Wie Firmenchef Bernd Peter sagt, wird der alte Belag zunächst heraus gerissen, der Fußboden gespachtelt und geschliffen, dann kommt Kugelgarn-Belag drauf. In drei bis vier Wochen sollen die Arbeiten, die durch das Konjunkturpaket II ermöglicht und bei laufendem Bibobetrieb durchgeführt werden, beendet sein. Dann wird die Bücherei-Crew rund 50 000 Bücher und CDs geräumt haben.


22. Juni 2010 /OTZ

Mit viel Musik und Muskelkraft

Die Neugernsdorfer Schalmeienkapelle und ihre Cheerleader sorgten am späten Sonnabend im Festzelt für jede Menge Stimmung unter den Gästen.
Die Neugernsdorfer Schalmeienkapelle und ihre Cheerleader
sorgten am späten Sonnabend im Festzelt für jede Menge Stimmung
unter den Gästen.
Foto: Marcel Hilbert

Neugernsdorfer Dorffest lockt wieder zahlreiche Gäste auf den Waldsportplatz

Von Marcel Hilbert Neugernsdorf (OTZ).

Entschlossen greifen die Männer nach dem Seil, sechs von ihnen auf jeder Seite der Markierung. Der Pfiff ertönt und mit allem, was sie haben, werfen sich die Teammitglieder nach hinten, das Tau fest in den Händen. Nur wenige Zentimeter können die Gastgeber aus Neugernsdorf gut machen, dann schlagen die Gegner aus Altgernsdorf zu. Nicht einmal eine Minute und die Favoriten des Tauzieh-Wettkampfes werden ihrer Rolle ein weiteres Mal gerecht. Einigen der Gastgeber, die sich hier dem späteren Wettkampfsieger geschlagen geben mussten, ist an diesem Sonntagvormittag auf dem Neugernsdorfer Sportplatz der lange Vorabend noch deutlich anzusehen. Schließlich ging die Tanzveranstaltung am Sonnabend, dem zweiten Tag des diesjährigen Dorffestes von Neugernsdorf, wieder bis spät in die Nacht. Dafür sorgten zum einen die Musiker der heimischen Schalmeienkapelle, die gemeinsam mit ihren Cheerleadern im Festzelt für viel Stimmung sorgten. Aber auch die Partyband „Querbeat“ trug ihren Teil zur guten Laune der zahlreichen Gäste bei. Bereits am frühen Nachmittag des Sonnabends wurde das Dorffesttreiben eröffnet. An Schausteller-Buden konnten Blumen geschossen oder Enten geangelt werden und auch Karussell, Auto-Scooter und Schiffsschaukel sorgten für die richtige Rummel-Atmosphäre. Im Festzelt waren

es wieder die Blechbläser der Neugernsdorfer Schalmeienkapelle, die den Auftakt zum Showprogramm machten. In der anschließenden Modenschau des „Modeexpresses“ aus Greiz präsentierte Eveline Geyer mit Models aus Neugernsdorf die neue Modekollektion. Musikalisch ging es dann mit der Gastschalmeienkapelle aus Großolbersdorf weiter, die ebenfalls ihr Können im Festzelt zeigten. Umso beachtlicher bei diesem langen Sonnabend ist es, dass am Sonntagmorgen schon wieder eine Vielzahl von Gästen auf der Matte steht, um den sechs teilnehmenden Mannschaften beim traditionellen Tauziehen über die Schulter zu schauen. Neben einheimischen Besuchern gehören dazu auch eine Menge Gäste, die zum Anfeuern der Teams aus Wellsdorf, Nitschareuth, Daßlitz, Tschirma und eben Altgernsdorf gekommen sind. Unter den Gästen ist auch Wilfried Geyer, der ab 1. Juli Werner Feustel als Bürgermeister von Neugernsdorf ablöst. Er zeigt sich zufrieden mit dem Festwochenende: „Trotz Greizer Stadtfest hatten wir viel Zulauf und tolle Stimmung.“ Ein Erfolgsrezept dafür wird laut Geyer auch bei den nächsten Festen beibehalten: „Wir werden bis auf weiteres keinen Eintritt zum Dorffest verlangen.“


22. Juni 2010 /OTZ

Alles wird anders, das Chaos wartet schon

Teuflisch gut: „Budzilla“ aus Berlin infizierten das Publikum mit ihrer intelligenten Musikmischung aus Folk, Jazz, Rock und Punk.
Teuflisch gut: „Budzilla“ aus Berlin infizierten das Publikum
mit ihrer intelligenten Musikmischung aus Folk, Jazz, Rock
und Punk.
Foto: Karsten Schaarschmidt

Greizer Schlossfolk durchquert die abwechslungsreichen Weiten des Genres

Von Karsten Schaarschmidt Greiz.

Schubladen bieten mitunter viel Platz, so gesehen passen in den Schlossfolkkasten mit der Aufschrift „2010“ unterschiedlichste musikalische Facetten. Von klassisch folkig bis innovativ jazzig reichten die Tonprodukte der fünf Bands, die zum Schlossfolk-Festival am Wochenende im Hof des Unteren Schlosses Greiz aufspielten. Am Ende bleibt es freilich - wie so oft - Geschmackssache, in welcher Ecke des Schubladens es am Lauschigsten ist. Fakt ist jedoch: Musik ist immer auch Qualitätssache. Verstecken muss sich in dieser Hinsicht keine der Bands, wenngleich zwei Formationen des Festivals besonders aufhorchen ließen. Gemeint ist zum einen der Hochgeschwindigkeits-Latin-Ska von „Sin Sospechas“ aus Venezuela, der das komplette Temperament des südamerikanischen Kontinents in eine musikalische Form überführte, und zum anderen die intelligente wie wilde Mixtur aus Swing, Hot Jazz, Rock’n’Roll und Punk der Berliner Formation „Budzillus“. „Alles wird bald anders, das Chaos wartet schon“, bohrten „Budzillus“ auch textlich in den Wunden der täglichen Konfusion. Vor allem aber musikalisch setzte die Abschlussband des Festivals am Sonntagabend Zeichen. Mit zumeist selbstgebauten, mitunter abenteuerlich aussehenden Instrumenten und einem Äußerem der Bandmitglieder, das als freundlich-verlottert bezeichnet werden darf, rast das Quintett durch die Genres des Folk und verquirlt alles, was bislang nicht so recht zusammengehörte. Heraus kommt dabei ein temporeicher Musikcocktail, der angesichts seiner Rasanz, der frechen Interpretationen bekannter Songs wie zum Beispiel Johnny Cashs „Ring of Fire“ und der unartigen Gesamtpräsentation, selbst dem Teufel guten Gewissens zur Party kredenzt werden kann. Nicht ganz so des Wahnsinn fette Beute wie „Budzillus“, jedoch keineswegs langsamer, dominierten die Venezuelaner von „Sin Sospechas“ den Sonnabendabend. Ihre Version von Ska, in der Latin-Klänge, Reggae, Funk, Rap und Rock Platz finden, und die schier unbändige Spielfreude, die unmittelbar das Publikum infizierte, ließ letztlich und nicht zuletzt dank rassiger Bläsersets bei keinem der Zuhörer das Tanzbein still stehen. Eröffnet wurde das diesjährige Schlossfolk am Freitag vom „Greizer Folkprojekt“. Das Trio präsentierte in ihrem Heimspiel fein interpretierte bekannte Songs aus der klassischen US-Folk- und Country-Kategorie von Joan Beaz über Emmylou Harris bis Neil Young, aber auch italienisches Liedgut, so aus der Feder von Angelo Branduardi. Statt Schweizer Schokolade bekamen die Gäste danach von „Tortilla Flat“ flotten Punkrock vorgesetzt, wobei die Tonkonstruktion des Trios aus der Schweiz wichtige Stützen im Irish Folk und Country findet. Frisch-freche Musik, die zum Glück nicht in einem der Tresore der zahlreichen Banken der Eidgenossenschaft eingesperrt wird. Recht brav, aber trotzdem musikalisch interessant sperrten am Sonnabend „Foolish Tripple“ musikalisch den Schlosshof auf. Irisches, Klezmer, Country, Bluegrass, Balkan, Rock, Folk, bezeichnet das Augsburger Trio als seine musikalischen Wurzeln. Und aus all diesen Fächern zog die Band ihre Songs, mal im original dargeboten, mal geschickt interpretiert. Fazit: Die Folkgemeinde genoss nach der Zwangspause des Festivals 2009 wegen des Thüringentages die Livebands im Schlosshof, die jede auf ihre Art das breite Spektrum des Folk von dynamisch-forsch bis probat abscannte.


22. Juni 2010 /OTZ

Flurnamen und Regionalgeschichte

Sonntagsgespräch in Hohenleuben

Von Dr. Frank Reinhold Hohenleuben (OTZ).

Das Hohenleubener Sonntagsgespräch widmete sich am Sonntag Aspekten der Flurnamenforschung in Thüringen. Die Flurnamen zählen zu den sprachlichen Zeugnissen der Siedlungs- und Regionalgeschichte. Grob gesagt, kann man Natur- und Kulturnamen unterscheiden. Erstere nehmen auf natürliche Gegebenheiten wie Bodenbeschaffenheit, Bewuchs oder Landschaftsform Bezug; Kulturnamen spiegeln die Tätigkeit des Menschen wider. Die älteste Schicht unserer Flurnamen gibt Auskunft über die Anfänge der Besiedlung. In unserem Gebiet haben sich zum Teil auch altsorbische Sprachhinterlassenschaften erhalten. So haben Benennungen wie Blutsche und Ähnliches nichts mit Blut zu tun, sondern gehen auf b(o)loto (Sumpf) zurück, Ölt(z)sch, Elt(z)sch und auch der Ortsname (Hohen)ölsen enthalten das slawische Wort für die Erle, und die Hazge (oder Hatschge) in Zwirtzschen, eine feuchte Stelle, hat ihren Ursprung im Wort „gat“, das einen Knüppeldamm über sumpfiges Gelände bezeichnet. Auf Besiedlung aus dem Oberdeutschen, in unserem Fall meist auf den ostoberfränkischen Raum verweisen so genannte Leitflurnamen wie Beunde, Benne, Loh oder die im Vogtländischen weit verbreitete Benennung Bühl für einen der landschaftstypischen Hügel; auf diese geht übrigens auch der Familienname Piehler zurück. Als vor nunmehr zehn Jahren der erste vom Heimatbund Thüringen herausgegebene „Flurnamen- Report“ erschien, war nicht abzusehen, dass das 1999 auf Initiative des emeritierten Jenaer Germanistik-Professors Günther Hänse begründete Projekt auch heute noch eine ungebrochene Faszination ausüben würde. Es stand zunächst unter dem Motto Örtliche Flurnamenbücher und Thüringisches Flurnamenarchiv“. Heute lautet der Untertitel des Reports und auch die Bezeichnung des Projekts „Flurnamen und Regionalgeschichte“. In Zusammenarbeit von Heimatbund und Universität Jena, zunächst der Arbeitsstelle „Thüringisches Wörterbuch“ und nach Beendigung des Dialektlexikons 2005 dem Institut für Germanistische Sprachwissenschaft, fanden in den vergangenen Jahren mehrere landesumfassende und Regionalkonferenzen statt. In diesen werden die ehrenamtlichen Flurnamensammler über die bisherigen Ergebnisse des Projekts informiert und erhalten methodische und wissenschaftliche Hinweise. Der Flurnamen-Report erscheint viermal im Jahr. Ziel des Projektes ist ein gesamtthüringischer Flurnamenatlas und ein entsprechendes Flurnamenbuch. Das von Studienrat Paul Liß in den 1930er Jahren begründete und wesentlich von Herbert Schrickel erweiterte sowie von Rainer Petzold fortgeführte Flurnamenarchiv, das sich an der Universität Jena befindet, wird gegenwärtig digitalisiert. Zusammen mit den beim Heimatbund eingegangenen Zuarbeiten ehrenamtlicher Forscher bildet es den Grundstock für die vorgesehene Publikation, die eine Lücke in der thüringischen Landesgeschichtsforschung schließen würde. Es gibt, auch im Kreis Greiz, noch viel zu tun, um diese Sprachzeugnisse in den einzelnen Gemarkungen zu sammeln und einer wissenschaftlichen Auswertung zugänglich zu machen. Für den Altkreis Greiz bietet die Zusammenstellung der Flurnamen in der maschinenschriftlichen Ausarbeitung von Reinhard Michaelis, „Der Landund Stadtkreis Greiz in Geschichte und Zahl“, einzusehen im Greizer Staatsarchiv eine erste Grundlage.

Der Flurnamen-Report ist in der Geschäftsstelle des Heimatbundes Thüringen, Hinter dem Bahnhof 12, in 99427 Weimar, Tel.: (03643) 77 76 25, Fax: (03643) 77 76 26, E-Mail: info@heimatbund- thueringen.de, erhältlich. Der Report wird auch elektronisch versandt.


22. Juni 2010 /OTZ

Kleinod mit Regeln

Seit 2004 wird am Bebauungsplan für das Bungalowdorf Zadelsdorf gewerkelt. Nun aber hoffen Gemeinderäte und alle anderen Beteiligten, einen goldenen Mittelweg gefunden zu haben, damit der Plan beschlossen werden kann und für die rund 200 Besitzer eine gewisse Sicherheit besteht.
Seit 2004 wird am Bebauungsplan für das Bungalowdorf Zadelsdorf
gewerkelt. Nun aber hoffen Gemeinderäte und alle anderen Be-
teiligten, einen goldenen Mittelweg gefunden zu haben, damit
der Plan beschlossen werden kann und für die rund 200 Besit-
zer eine gewisse Sicherheit besteht.
Foto: OTZ/Heidi Henze

Bebauungsplan wird für das Bungalowdorf Zadelsdorf erstellt

Von Heidi Henze Zadelsdorf (OTZ).

Sicherheit für die Zadelsdorfer Bungalow-Besitzer an der Talsperre Zeulenroda. Der Bebauungsplan scheint in greifbarer Nähe. Wenn auch fast fünfzehn Jahre vergangenen sind, nach der ersten Aufstellung, so hofft Wolfgang Gaschler, Bürgermeister der Gemeinde Zadelsdorf in der Verwaltungsgemeinschaft Auma-Weidatal, dass man nun den goldenen Mittelweg gefunden hat. Im Oktober 2004 erfolgte eine erste Aufstellung, einen Änderungsbeschluss gab es aber erst im Februar 2010. Dieser schreibt die derzeitige Nutzungssituation des Bungalowdorfes fest und wurde öffentlich ausgelegt. Eine Abwägung im Gemeinderat Zadelsdorf folgte im Juni, nun liegt der Entwurf bis zum 5. Juli öffentlich im Rathaus Auma im Bauamt aus. Einsprüche zu dem bereits einmal geänderten Werk würden versucht zu berücksichtigen, verspricht Gaschler. Erst dann könne der Rat in Zadelsdorf den Bebauungsplan als Satzung beschließen. Das abschließende Votum obliegt aber der Bauaufsicht des Landkreises Greiz. Während die ersten Pläne wegen Formfehlern nicht akzeptiert werden konnten, das Ingenieurbüro gewechselt wurde und auch die Dringlichkeit durch den Gemeinderat nicht gesehen wurde, hat sich nun die Situation grundlegend geändert. „Wenn niemand gebaut hätte, dann wäre ein Bebauungsplan nicht notwendig gewesen“, meint Gaschler. Die Bebauung sei früher eigentlich relativ offen gewesen, erinnert sich der Ortsbürgermeister. Doch mit Inkrafttreten der Schutzzonenordnung 1998 habe es klare Strukturen gegeben. Die Schutzzonne eins hätte eigentlich gar nicht bebaut werden dürfen, die zwei lässt Bebauungen bis zu zehn Quadratmetern zu. Die Gemeinde sei nun per Gesetz verpflichtet, einen Bebauungsplan zu erstellen. Die Zeche bezahlen müssten die Besitzer. Rund 280 Bungalows sind inzwischen in der Größe zwischen 45 und 65 Quadratmeter in verschiedenen Gebietskategorien entstanden. Günter Hartmann, stellvertretender Bauamtsleiter der Verwaltungsgemeinschaft Auma- Weidatal, hofft darauf, dass der Bebauungsplan bald beschlossene Sache ist. „Wenn der steht, dann haben nicht nur die Bungalowsbesitzer eine gewisse Sicherheit, auch sind Größe, Höhe,


Es ist ein komplexes, kompliziertes Werk und wir hoffen, den goldenen Mittelweg gefunden zu haben.

Wolfgang Gaschler, Ortsbürgermeister Zadelsdorf


Nebenanlagen und Weiteres gesetzlich geregelt. Zudem kommt, dass eine Geschosshöhe und ein Flachdach im 20 Gradwinkel verankert ist und das gilt auch dann noch, wenn die Schutzzone aufgehoben wird. „So sind dann auch die Nutzer dieses Kleinodes abgesichert“, ist sich Hartmann sicher.

Langer Anlauf

Von Heidi Henze

Ein langes Prozedere könnte nun einem guten Ende entgegen gehen. Die Zeit ist den umfangreichen komplizierten Voraussetzungen geschuldet. Schließlich liegt das 1976/77 fertiggestellte Bungalowdorf in der Gemarkung Zadelsdorf und genaudieses kleine beschauliche Stückchen Land befindet sich innerhalb der Schutzzonenordnung eins und zwei. 200 Besitzer nutzen das Wochenend- und Ferienhausgebiet zur Entspannung. Doch genau hier spalten sich die Gemüter der Generationen. Nicht Jedermann sieht in der Erholung gleichsam Ruhe. Mancher erholt sich bei Action und Trubel. Den goldenen Mittelweg zu finden scheint nicht einfach zu sein und auch dann nicht, wenn rechtliche Grundlagen eingehalten werden müssen. Verschiedene Interessen, die es gilt, alle unter einem Hut zubringen. Allerdings wird das Entspannungsproblem wohl auch nicht mit einem beschlossenen Bebauungsplan gelöst. Da gilt Rücksichtnahme in der Gemeinschaft.


22. Juni 2010 /OTZ

„Was für ein schönes altes Stück“

Kasseler Kustodin im Interview zur Bahre

Interview: Ute Flamich - Arnsgrün/Kassel (OTZ).

Vor einer Woche, am 16. Juni, wurde sie abgeholt, die Totenbahre aus der Kirche Arnsgrün. Seitdem hat sie eine neue Bleibe: das Museum für Sepulkralkultur in Kassel. Ulrike Neurath-Sippel, Kustodin des Kasseler Museums, erzählt, wie es mit der Bahre weitergeht. Frau Neurath-Sippel, was ist Ihnen durch den Kopf gegangen, als Sie die Bahre zum ersten Mal sahen?
(lacht)
Ich habe gedacht: Was für ein schönes altes Stück. Solche Holzbahren gibt es nicht mehr oft. Von einer früheren Ausstellung in unserem Haus, die sich dem Thema „Leichenwagen“ widmete, kannte ich das Aussehen solcher Tragebahren.
Aber wie gesagt, die findet man heute nicht mehr oft. Wo steht die Bahre jetzt?
Wir haben sie in einem Außendepot zwischengelagert. Für Gäste ist sie bisher nicht sichtbar. An der Bahre gibt es die eine und andere Stelle, die nicht mehr in Ordnung ist.
Werden Sie Restaurierungsarbeiten vornehmen lassen?
Das ist schwer zu sagen, da es vom finanziellen Aufwand abhängt und mit dem Besitzer abgeklärt werden müsste. Es ist richtig, dass die Bahre an einigen Stellen arg mitgenommen ist. Zapfen beziehungsweise Steckverbindungen sind herausgebrochen und natürlich sind auch die Spuren der Zeit zu sehen. Das ist kein Wunder, gerade wenn man bedenkt, dass die Bahre - soweit ich weiß - noch bis weit ins 20. Jahrhundert hinein benutzt wurde. Da das Objekt eine Dauerleihgabe ist, also nicht Eigentum des Museums, ist es für uns natürlich schwierig, Geld für etwas auszugeben, von dem wir letztlich nichts haben. Was sind die nächsten Schritte? Ich könnte mir vorstellen, dass ich einen, unserem Haus sehr verbundenen, Restaurator kommen lasse, der die Bahre vom Staub säubert. Gemeinsam mit ihm würde ich besprechen, was man mit wie viel Aufwand und welchen finanziellen Mitteln machen könnte. Falls wir etwas vornehmen lassen, würde das in Absprache mit dem Besitzer der Bahre passieren.
Können Sie schon sagen, in welcher Ausstellung die Bahre einmal zu sehen sein wird?
Ich kann mich noch nicht festlegen. Diese Entscheidung ist nicht allein von mir abhängig. Ich könnte mir aber vorstellen, dass wir sie vielleicht in unsere Dauerausstellung einbinden. In der geht es ja auch um Begräbnisrituale, wie auch um einzelne Handlungsmodi bei Beisetzungen. Da würde der Transport des Leichnamens gut reinpassen.
Wissen Sie, wann und von wem die Bahre hergestellt wurde?
Ich habe an der Bahre keinerlei Hinweise für beides gefunden. Ich weiß aber, dass es Bahren dieser Art schon im 17. Jahrhundert gegeben hat. Dieser Typ ist auf alle Fälle schon in der früheren Neuzeit belegt.
Könnte die Bahre also aus dem 17. Jahrhundert stammen und nicht, wie bisher angenommen, aus dem 19. Jahrhundert?
Da bin ich mir nicht sicher. Ich hatte überlegt, ob sie vielleicht aus dem 18. Jahrhundert ist, habe aber Zweifel. Die Beine laufen leicht spitz nach unten zu. Sie sind dunkel gebeizt mit einem zweilinigen weißen Anstrich und nach oben einem quadratischen, gekehlten Aufsatz als Abschluss. Das sieht eher nach Biedermeier-Zeit aus. Es ist nicht so verschnörkelt wie es ins 18. Jahrhundert passen würde. Das zumindest ist mein erster Eindruck.
Steht fest, wann die Bahre ausgestellt wird, schicken Sie dann eine Einladung ins Museum nach Arnsgrün?
Das können wir gern machen. Der eine oder andere findet das sicher interessant und ist vielleicht sogar stolz darauf, dass die Bahre es jetzt in ein nahezu einzigartiges Museum geschafft hat.
www.sepulkralmuseum.de


22. Juni 2010 /OTZ

„Mein Jonas ist das“

Der junge Prinz Tamino (Florian) spielt auf der Zauberflöte. Der Vogelfänger Papageno (Lilli) begleitet ihn auf seiner Suche nach Pamina, der Tochter der Königin der Nacht.
Der junge Prinz Tamino (Florian) spielt auf der Zauberflöte.
Der Vogelfänger Papageno (Lilli) begleitet ihn auf seiner
Suche nach Pamina, der Tochter der Königin der Nacht.
Foto: OTZ/Ute Flamich

22 Hortkinder führen „Die Zauberflöte“ in der Kindertagesstätte „Frohe Zukunft“ auf

Von Ute Flamich Zeulenroda-Triebes (OTZ).

„Jetzt seid gespannt, spitzt die Ohren, der Mund ist zu und los geht es“, hieß es gestern in der Zeulenrodaer Kindertagesstätte „Frohe Zukunft“ in der Giengener Straße 23. Denn unten im Keller wurde gespielt - Theater. 22 Jungen und Mädchen der Hortgruppe führten vor Erzieherinnen und Kindergartenkindern „Die Zauberflöte“ auf, frei nach Wolfgang Amadeus Mozart. So konnten die Kinder in einem etwa 20-minütigen Schauspiel - mit klassischer Musik, Licht- und Toneffekten - verfolgen, wie sich der junge Prinz Tamino auf die Reise begibt, um Pamina zu retten, die Tochter der Königin der Nacht. Pamina wurde vom Fürsten Sarastro entführt. Der Vogelfänger Papageno wird dem Prinzen bei seiner Suche zur Seite gestellt. Tamino erhält eine Zauberflöte, Papageno ein magisches Glockenspiel. Sie brechen auf, um Pamina zu befreien. Dabei müssen sie allerlei Gefahren bewältigen. In tollen bunten Kostümen, die die Kinder teilweise selbst bastelten, spielten sie ihre Rollen. Während mancher kleine Schauspieler als Dieb, Clown oder Schlange so gut verkleidet war, dass man ihn fast nicht erkennen konnte, hatte ein kleiner Junge im Publikum schnell bemerkt, wer hinter einem Kostüm stecken musste: „Mein Jonas ist das“, rief er begeistert und hatte seinen Spaß an der Aufführung. „Zwei Monate haben wir fleißig geübt“, sagt Horterzieherin Angela Weller. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Gisela Sengewald studierte sie das Stück mit den Kindern ein. „Es ist unser erstes Theaterstück mit klassischer Musik“, sagt Angela Weller. „Ich wusste nicht, was auf mich zukommt und bin sehr stolz auf meine Gruppe. Sie haben es wirklich klasse gemacht.“ Dem stimmten auch Zuschauer zu und spendeten kräftigen Applaus. Über ein viertel Jahr beschäftigten sich die Kinder im Projekt „Klassische Musik“ mit Instrumenten, Komponisten und klassischem Tanz.


22. Juni 2010 /OTZ

Quitte folgt Hauspflaume

Die Quitte, die gestern von den Schülern der Zeulenrodaern Solle-Schülern gepflanzt wurde, ergänzt das geplante Arboretum um einen weiteren Baum. Schritt für Schritt soll auf dem Schulgelände eine kleine Obstbaumplantage entstehen. Der knapp zehnjährige Baum wurde vom Abgeordneten Volkmar Vogel gesponsert.
Die Quitte, die gestern von den Schülern der Zeulenrodaern
Solle-Schülern gepflanzt wurde, ergänzt das geplante Arboretum
um einen weiteren Baum. Schritt für Schritt soll auf dem
Schulgelände eine kleine Obstbaumplantage entstehen. Der
knapp zehnjährige Baum wurde vom Abgeordneten Volkmar
Vogel gesponsert.
Foto: OTZ/Heidi Henze

Arboretum soll auf dem Schulgelände der Zeulenrodaer Solle-Schule entstehen

Von Heidi Henze Zeulenroda (OTZ).

Ein rund zwölf Quadratmeter großer Teich hat schon seit ein paar Jahren seinen Platz auf dem Gelände der Zeulenrodaer Solle- Schule. Weitere Grünflächen wurden angelegt. Hinzu kommt Schritt für Schritt ein Arboretum, in dem Nutzbäume - alles Sorten, die etwas aus dem aktuellen Blickfeld geschwunden sind - ihr Domizil erhalten sollen. So wurde gestern Morgen von den Schülern beim Pflanzen einer Quitte kräftig Hand angelegt. Der zirka zehnjährige Baum folgt einer Hauspflaume und soll in den kommenden Jahren Gesellschaft durch einen Petersbirnenbaum, einen Pfirsich-Baum und durch weitere, in unseren Breitengraden rar gewordene Obstbaumsorten erhalten, erläutert Regelschulleiter Klaus Wolf. „Mindestens einmal im Jahr, vielleicht immer zum Schuljahresende, wollen wir einen besonderen Baum pflanzen“, so die Vorstellungen des Schulleiters. Allerdings sollen nur Obstbäume an diesem Ort ihren Platz finden. „So könnte nicht nur eine kleine Obstplantage entstehen, sondern eben auch eine Tradition ins Leben gerufen werden, die heute noch in den Kinderschuhen steckt“, wünscht sich Klaus Wolf. Ein schöner Nebeneffekt war gestern, dass Bundestagsabgeordneter Volkmar Vogel (CDU) die Quitte spendete. Er würde sich alljährlich einen Ort im Landkreis Greiz oder Altenburg aussuchen, um dem Tag des Baumes am 25. April auch Taten folgen zu lassen. In diesem Jahr habe ihn ein Besuch der Solle-Schule mit einem Rundgang der entstehenden grünen Oase auf dem Schulgelände begeistert. Er beschloss, den Baum in Zeulenroda zu pflanzen und hofft, dass es ein weiteres Beispiel sei, um den jungen Leuten die Artenvielfalt zu verdeutlichen. Doch nicht nur die steht bei den 187 Schülern hoch im Kurs, auch die Nachhaltigkeitswirkung habe einen nicht zu unterschätzenden Wert bei dieser Aktion, so Wolf. „Was wir heute tun, machen wir für die Zukunft“, versucht Vogel den Zweck der Pflanzungen nahe zu bringen. Wenn dann noch das Obst im eigenen Unterricht oder in den Arbeitsgruppen verarbeitet wird, sei der Zweck erfüllt. Die Baum-Pflanzung fand im Rahmen der Europiade der Schule statt. Neben einem Sportfest, bei der jede Klasse für ein Land kämpft, wollen die Schüler in den kommenden drei Tagen Europa in seiner breiten Vielfalt leben. Ein Frühstücksbufett oder eine Theateraufführung sind nur einige Beispiele. All dies soll die Schule dem großen Ziel „Europa-Schule“ näher bringen. „Darum will sich die Regelschule im kommenden Schuljahr erneut bewerben“, blickte Klaus Wolf voraus.


22. Juni 2010 /OTZ

Lobgesänge aus vier Jahrhunderten

Der Jugendchor Schleiz/Zeulenroda im Gemeindezentrum.
Der Jugendchor Schleiz/Zeulenroda im Gemeindezentrum.

Jugendchorkonzert im NAK-Gemeindezentrum Zeulenroda

Zeulenroda-Triebes (OTZ).

Die 40 Mitwirkenden des Jugendchors Schleiz/Zeulenroda der Neuapostolischen Kirche (NAK) unter bewährter Leitung von Stefan Kothner überraschten am vergangenen Samstag die mehr als 200 Musikinteressierten mit eindrucksvoller Chormusik und solistischen Darbietungen. Nach dem einstündigen Konzert im NAK-Gemeindezentrum Zeulenroda gab es von den Zuhörern viel Beifall, bis sie nach der erzwungenen Zugabe von John Rutters „Alle Dinge dieser Welt“ als Bekenntnis zu Gottes wunderbarer Schöpfung mit wiegender Klavierbegleitung den Heim wegantraten. Die wiederkehrende Triolenbegleitung und der Wechselgesang mit der Orgel in der Motette „Cantique de Jean Racine“ des Komponisten Gabriel Faure regte am Anfang „zum Nachdenken über die Allmacht und Unvergänglichkeit Gottes“ an, hieß es. Der jugendliche Männerchor interpretierte gefühls betont eine Bearbeitung von Joachim Neanders „Gott ist gegenwärtig“. Die wenigsten Zuhörer werden erkannt haben, dass die beiden von Stephan Karth vorgetragenen Tenorsololieder „Gott deine Güte reicht so weit“ und „Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre“ Originalkompositionen von Ludwig van Beethoven waren. Die Musikalität der jugendlichen Sänger war bei den mit polyphonen Stimmeinsätzen gespickten Lied von Friedhelm Deis „Singet dem Herrn ein neues Lied“ oder einem Kanon mit zwei vierstimmigen Chören von Lorenz Maierhöfers festzustellen. Der nächste Auftritt findet am 6. November im Schleizer NAK-Gemeindezentrum statt.


22. Juni 2010 /OTZ

Chemiewerk-Kicker dominieren in Greiz

Die Sieger auf einen Blick von links: Akzo Nobel, Orcom Holding, Finstral.
Die Sieger auf einen Blick von links: Akzo Nobel, Orcom
Holding, Finstral.

Nicht Unternehmens-, sondern Spieltaktiken standen zum zweiten Industrieforum-Cup am Sonnabend auf dem Greizer Tempelwald hoch im Kurs. Acht Betriebe aus Greiz und Umgebung hatten dafür Freizeitmannschaften zu je sieben Spielern gestellt.

Susann Grunert / 21.06.10 / OTZ

Greiz "Das sind zwar weniger Mannschaften als im vorigen Jahr", meinte Organisator Jens Geißler, "aber es sind viele Industriebetriebe aus Greiz vertreten." Nach der Vorrunde, in der die Teams aufgeteilt in zwei Staffeln jeder gegen jeden angetreten waren, hießen die Halbfinals Akzo Nobel gegen Volksbank Vogtland und Titelverteidiger Finstral gegen die Orcom-Holding. Dabei bewiesen die Chemiewerk-Kicker von Akzo Nobel tolle Moral, als sie einen 0:2-Rückstand während den 15 Minuten Spielzeit noch in einen 3:2-Sieg verwandelten. Beim zweiten Spiel um den Finaleinzug zwischen Finstral und der Orcom-Holding musste die Entscheidung nach einem 0:0 nach regulärer Spieldauer im Neunmeterschießen fallen. Die Entscheidung vom Punkt war dann eine klare Sache für die jungen Fußballer der Orcom- Holding, die Finstral beim 2:0 keine Chance ließen. Bevor also zwischen Akzo Nobel und der Orcom-Holding der neue Titelträger des Industrieforum-Cups gesucht wurde, spielten Finstral und die Volksbank um den Bronzerang. Hier ging die Volksbank früh in Führung, das bessere Ende einer umkämpften Begegnung hatte aber Finstral mit 2:1 für sich. Im Finale führte Akzo Nobel früh mit 1:0 und verteidigte diesen Vorsprung bis zum Schluss. "Hat Spaß gemacht", lautete der Tenor nach Ende des Turniers, bei dem Alexander Hamann (Volksbank) mit fünf Treffern zum besten Torschützen und Tim Petzold (Orcom- Holding) zum besten Torwart gekürt wurde. Die Startgebühren der Mannschaften fließen übrigens in die Nachwuchsarbeit des 1. FC Greiz, bei dem sich Jens Geißler noch einmal für die Bereitstellung des Sportplatzes bedankte.

Durch ein frühes 1:0 sicherte sich das Team von Akzo Nobel (in Grün-Weiß) den Titel vor der Orcom-Holding.
Durch ein frühes 1:0 sicherte sich das Team von Akzo Nobel
(in Grün-Weiß) den Titel vor der Orcom-Holding.
Foto: OTZ/Susann Grunert 
Titelverteidiger Finstral (in Orange) konnte das Spiel um Platz drei gegen die Volksbank für sich entscheiden.
Titelverteidiger Finstral (in Orange) konnte das Spiel um
Platz drei gegen die Volksbank für sich entscheiden.
Foto: OTZ/Susann Grunert 


22. Juni 2010 /OTZ

Pausaer feiern 100 jahre Fußball mit Dynamo-Traditionself

Hohe Auszeichnungen vom sächsischen Fußballverband gab es für diese drei VfB - Mitglieder. VfB-Vorsitzender Jens Glintschert (links) und Karl-Heinz Ebener (rechts) vom Kreisverband Fußball Plauen-Vogtland ehrten Joachim Höfer mit der Verdienstnadel, Michael Strobel mit der Goldenen Ehrennadel und Jens Reinhold (Mitte von links) mit der Verdienstnadel dieses Fachverbandes.
Hohe Auszeichnungen vom sächsischen Fußballverband gab es für
diese drei VfB - Mitglieder. VfB-Vorsitzender Jens Glintschert
(links) und Karl-Heinz Ebener (rechts) vom Kreisverband Fußball
Plauen-Vogtland ehrten Joachim Höfer mit der Verdienstnadel,
Michael Strobel mit der Goldenen Ehrennadel und Jens Reinhold
(Mitte von links) mit der Verdienstnadel dieses Fachverbandes.
Foto: OTZ/Jürgen Stefaniak

"Ich genieße mein Rentner-Leben und kümmere mich um die Enkelkinder. Trainerlegende Eduard Ede Geyer war einer der vielen Gratulanten, die am Wochenende dem VfB Pausa und seiner nun 100-jährigen Vereinsgeschichte Tribut zollten.

Jürgen Stefaniak / 22.06.10 / OTZ

"Nur Minuten später war es ebenfalls Geyer, der mit Pausas Bürgermeister Jonny Ansorge den Ehrensanstoß auf dem Pausaer Sportplatz durchführte. Dort war anläßlich "100 Jahre Fußball in Pausa" die Traditionself von Dynamo Dresden zum Eröffnungsspiel anläßlich der Weihe des sanierten Sportplatzes angetreten. Die Dresdener gewannen 7:3. Die Pausaer Treffer erzielten Frank Olzscha (zwei Tore) und Jens Glintschert. Für die Kicker aus der sächsischen Landeshauptstadt trafen Henry Stöber (drei Tore) sowie je einmal Frank Lippmann, Torsten Gütschow, Steffen Dörner und Andreas Diebitz. Viele Dynamospieler, die Fußball-Geschichte geschrieben haben, waren für die natürlich gelb-schwarz gekleideten Gäste in Pausa aktiv, unter anderem Claus Boden im Tor, "Dixi" Dörner, Hartmut Schade, Frank Lippmann, Andreas Schmidt oder Dieter Riedel, um nur einige zu nennen. Auf dem Mannschaftsformular standen neben mehrfachen Meistertiteln oder Pokalsiegen insgesamt über 200 absolvierte Länderspiele und die doppelte Anzahl an Europacupspielen. Gut 1 500 Zuschauer sahen eine unterhaltsame Partie. In der hatte der Pausaer Jens Glintschert schon nach vier Minuten die erste Torchance, scheiterte aber an Boden. Dessen Gegenüber Jürgen Voigt im Pausaer Kasten konnte dann lange Zeit mit guten Paraden ein Gegentor verhindern. Erst in der 22. Minute gelang den Gästen die Führung durch Gütschow nach Pass von Stöber. Moderiert wurde das Geschehen auf dem neuen Rasenplatz von Frank Olzscha, bis zu seiner Einwechselung nach einer Stunde Spielzeit, und Reiner Metz. Die Partie leitete der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Adolf Prokop (Erfurt). Er wurde an den Linien von Holger Korschelt (Theuma) und Günter Hoyer (Zeulenroda) unterstützt. Vor der Partie hatte sich Eduard Geyer ins Goldene Buch der Stadt Pausa eingetragen. Sein Schriftzug war auch später bei den großen und kleinen Fußballfreunden auf dem Pausaer Sportplatz gefragt. Dresdens Torwart Claus Boden stellte sich zur Halbzeitpause dem Pausaer Nachwuchs zum Strafstoßschießen ins Tor. Dabei musste er doch einige Male den Ball aus dem Netz holen.


22. Juni 2010 /OTZ

1. FC Greiz trotzt Pößneck einen Punkt ab

Fußball, A-Junioren, Landesklasse
VfB 09 Pößneck - 1. FC Greiz 3:3 (2:1)

Pößneck (OTZ/M. Gottschalk).

Im letzten Saisonspiel der Landesklasse mussten die A-Junioren des 1.FC Greiz beim Tabellendritten, dem VfB 09 Pößneck, antreten. Gleich in der 2. Minute nach dem Anpfiff durch Schiedsrichter Goretzky aus Ranis hatte Pößneck die erste Chance. Greiz zeigte keinen Respekt und hatte mit Leuchtmann ebenfalls die Möglichkeit zur Führung, sein Schuss ging aber am linken Pfosten vorbei (4.). Es begann ein offener Schlagabtausch. Nach 10 Minuten die Führung für die Gastgeber, Bergmann nutzte einen Abpraller und schoss zum 1:0 ein. Eine Viertelstunde später der Greizer Ausgleich, vorbereitet von Benny Gottschalk und Richard Böttcher konnte Leuchtmann erfolgreich abschließen. Pößneck, von diesem Treffer wachgerüttelt, erhöhte nun den Druck aufs Greizer Tor und war in der 31. durch Heynke erfolgreich, der per Kopf vollendete. 2:1 hieß es zu Pause. Kurz nach Wiederanpfiff, zur Überraschung der Gastgeber, der 2:2-Ausgleich. Andy Lorz leitete das Leder zu Böttcher weiter, der zum Ausgleich einschoss. In der 54. ging Greiz sogar in Führung. Leuchtmann brachte einen Pass in den Rücken der Abwehr, den Simon zur 3:2- Führung einschoss. Greiz begann sich nun etwas zurückzuziehen. In der 64. dann der Ausgleich. Bei einer tollen Parade von Petzold im Greizer Kasten sprang der Ball auf den Fuß von Bergmann, der die Kugel über den Greizer Schlußmann hob. Nun wollte es Greiz noch mal wissen und warf alles in die Waagschale. So ergaben sich in der 69., 71. und 75. gleich drei Chancen, um doch noch drei Punkte nach Greiz zu entführen, es blieb jedoch beim leistungsgerechten 3:3. Der Mannschaft ein Kompliment, sie trat geschlossen auf und zeigte hohe Kampfmoral.

Greiz: Tim Petzold, Eric Nitschke, Marcel Pfeifer, Florian Högner, Dustin Simon, Tim Leuchtmann, Benny Gottschalk, Kevin Geißler, Andy Lorz, Richard Böttcher


22. Juni 2010 /Vogtland-Anzeiger

Musik ist Pflicht und Kür

Sarah Stamboltsyan (M.) lud sich zum 2. Konzert der Calliope-Kammermusikreihe junge Talente ein: v.l. Margreta Häfer, Victoria Hopfer, Elisabeth Schnabel, Fabian Reinhard, Frauke Tautorus und Elsa Scheidig.
Sarah Stamboltsyan (M.) lud sich zum 2. Konzert der Calliope-
Kammermusikreihe junge Talente ein: v.l. Margreta Häfer,
Victoria Hopfer, Elisabeth Schnabel, Fabian Reinhard,
Frauke Tautorus und Elsa Scheidig.

Calliope - Kammermusikreihe weitergeführt

Text & Bild Antje-Gesine Marsch

Die vornehmste aller neun klassischen Musen hat sich die Reichenbacherin Sarah Stamboltsyan als Namenspatronin für ihre Kammermusikreihe ausgesucht: Calliope, die Schönstimmige. Vier Konzerte – gefördert durch den Kulturraum Vogtland-Zwickau und die Stadt Reichenbach – gibt es in diesem Jahr, wie die renommierte Pianistin dazu ausführt. Sie selbst tritt allerdings nur als Organisatorin auf; lädt sich Musiker ein. Zum zweiten Konzert präsentierten am Sonntagabend im kleinen Saal des Neuberinhauses sächsische und thüringische junge Talente ihr Können. Ihre Namen einem breiten Publikum bekannt zu machen, ist dabei das Ansinnen von Sarah Stamboltsyan, die zum Konzert zahlreiche Interessierte begrüßen konnte. Die eingeladenen Musiker waren allesamt Preisträger verschiedener Wettbewerbe: Frauke Tautorus (Oboe) aus Freiberg und Elsa Scheidig (Klavier) aus Radebeul gewannen als Duo den 1. Preis im vor zwei Wochen zu Ende gegangenen Bundeswettbewerb "Jugend musiziert"; Fabian Reinhard (Horn) und Elisabeth Schnabel (Klavier), beide aus Weimar, gewannen beim selben Wettbewerb den 2. Preis. Elisabeth Schnabel ist zudem 1. Preisträgerin des Kleinen Schumann-Wettbewerb 2010 in Zwickau. Auch zwei Reichenbacherinnen reihten sich musikalisch ein: Margreta Häfer (Cello) und Viktoria Hopfer (Klavier) erhielten den 2. Preis im Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" im vergangenen Jahr. Was man allen jungen Talenten attestieren muss: Sie gestalteten ein Konzert auf höchstem musikalischen Niveau. „Sie sind noch nicht einmal Studenten, aber bereits ‚fertige Musiker‘, wie Stamboltsyan unterstrich. Zwischen den einzelnen Stücken erfragte die Veranstalterin von den jungen Musikern noch einige Fakten: Margreta (18) hatte „alle Instrumente in der Musikschule ausprobiert“, entschied sich aber schon frühzeitig für das Cello, Victoria (15) weiß, dass sie sich für eine Pianistenkarriere noch „etwas mehr ins Zeug legen“ muss, für Frauke (16) sind Wettbewerbe der „Höhepunkt des Schuljahres“, Elsa (16) verschwieg nicht, dass sie ab und zu an Lampenfieber leide. Der gebürtige Würzburger Fabian (17) spielt seit seinem 5. Lebensjahr das Horn, er übt am Tag etwa vier Stunden. Elisabeth möchte „ nie den Spaß an der Sache verlieren“, auch wenn sie täglich fünf Stunden üben müsse. „Musik ist Pflicht und Kür“, so die Siebzehnjährige, die mit einer überragenden Leistung – sie intonierte unter anderem den 1. Satz aus der Sonate für Klavier C-Dur op.53 von Ludwig van Beethoven“ – überzeugte. Die Muse Calliope, die in der Antike der Überlieferung zufolge oft zu Beginn einer Aufführung gerufen wurde, war an diesem Abend mehr als momentan.


22. Juni 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Karikatur des Tages

Zeichnung: OTZ/Bruns
Zeichnung: OTZ/Bruns


Neue Erdenbürger

Während sich Sabrina Einecke und Marko Wagner aus Zeulenroda über ihre Alexis ( geb. am 16. Juni, 2080g, 47 cm ) freuen, findet das kleine Mädchen ihren ersten Fototermin gähnend langweilig.
Foto: Antje-Gesine Marsch

Während sich Sabrina Einecke und Marko Wagner aus Zeulenroda über ihre Alexis ( geb. am 16. Juni, 2080g, 47 cm ) freuen, findet das kleine Mädchen ihren ersten Fototermin gähnend langweilig.


Stadtrat bespricht Bebauung des Massageländes

Greiz (OTZ).

Bürgermeister Gerd Grüner (SPD) lädt für Mittwoch zur nächsten Sitzung des Stadtrates der Stadt Greiz ein. Getagt wird ab 18 Uhr im großen Sitzungssaal des Rathauses Greiz, Markt 12. Auf der Tagesordnung des öffentlichen Teils steht eine überplanmäßige Ausgabe zur vermögenswirksamen Straßeninstandsetzung. Über eine weitere überplanmäßige Ausgabe wird im Zuge der Baumaßnahmen für die Außenanlagen der Greika gesprochen. Weiterhin werden zur Stadtratssitzung die Aufgaben aus dem Bauplanungsrecht und dem Städtebaurecht übertragen. Vorgestellt wird außerdem ein operationelles Programm zur Reaktivierung der großflächigen Brachen in der Innenstadt von Greiz. Weiteres Thema am Mittwoch wird die Bebauung des ehemaligen Massa-Geländes sein und die Satzung zur Regelung des Zugangs zu Informationen der Stadt Greiz. Mit schriftlichen Anfragen an den Bürgermeister endet der öffentliche Teil.


Mopedfahrer schlägt Passant und Auto

Greiz (OTZ).

Ein Mopedfahrer fuhr am Sonntagabend in der Einbahnstraße Friedrich-Naumann- Straße in gesperrter Richtung. Ein Passant rief dem Vorbeifahrenden zu, dass dies verboten sei. Der junge Mann stürzte mit seinem Moped, stand gleich wieder auf, nahm den Helm ab und schlug diesen gegen die Rückleuchte eines geparkten Pkw Skoda. Dabei wurde die Rückleuchte beschädigt. Dann lief er zu dem Passanten, welcher ihn auf sein Fehlverhalten aufmerksam gemacht hatte, und schlug ihm ins Gesicht. Gegen den jungen Mann wird jetzt wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung ermittelt.


Shuttle zum Schloss muss sich rumsprechen

Greiz (OTZ).

Der Shuttle-Verkehr vom Parkplatz Hohe Gasse zum Oberen Schloss, der für die Veranstaltungen anlässlich des Park- und Schlossfestes am Sonnabend und Sonntag fahrbereit war, ist von gut 20 Greizern und Gästen des Festes genutzt worden, wie Sebastian Sommerfeld vom Taxibetrieb Sommerfeld & Fritzsche bestätigt. „Wir sind zufrieden mit der Resonanz. Ein solcher Service zu Festen muss sich erst rumsprechen“, setzt Sommerfeld hinzu, der den Shuttle-Verkehr zur Bewältigung des steilen Schlossberges auch beim nächsten Anlass bzw. Stadtfest gern wieder bereit halten würde.


Mehr Lohn für Agrar-Beschäftigte gefordert

Greiz (OTZ).

Einen Mindestlohn von 8,50 Euro hat die Gewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt für Beschäftigte in der Landwirtschaft in Ostthüringen gefordert. „Auch wer keine spezielle Ausbildung für die Landwirtschaft mitbringt, muss von der Arbeit, die er auf dem Feld oder im Stall macht, leben können“, sagte Gewerkschafter Bernd König. Es sei nötig, ein unteres Lohnniveau festzuschreiben. „Andernfalls haben viele Beschäftigte in der Landwirtschaft keine Chance, eine existenzsichernde Rente aufzubauen“, so König. Nach Gewerkschaftsangaben arbeiten im Kreis Greiz rund 980 Menschen in der Landwirtschaft.


17. Greizer Schlossfolk

Das Greizer Folkprojekt ( Gerd Mallon, Antje-Gesine Marsch, Ronny Kerl) eröffnete den 17. Greizer Schlossfolk mit einem Konzert.


Feuerwerk über den Dächern von Greiz

Zum Abschluss des diesjährigen Park-und Schlossfestes gab es ein großes Feuerwerk.
Foto: Rolf Jarling

Bizarrer Sternenzauber über der Stadt Greiz
Foto: Rolf Jarling

Hell erleuchtet strahlt das Greizer Obere Schloss.
Foto: Rolf Jarling


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