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03. März 2010 /OTZ
Ohrwurm mit Greizer Bezug
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Während der Neubau an der Carolinenstraße wächst, muss das
Marketing laufen. Ein zugkräftiger Name ist gefragt. Inwieweit
es der Favorit „Vogtlandhalle Greiz " wird, entscheidet heute
der Stadtrat. Fotomontage: OTZ/Freund
Heute entscheidet der Stadtrat, ob der Kultur-Neubau Vogtlandhalle Greiz heißen soll
Von Kathrin Schulz und Katja Grieser Greiz (OTZ).
Höchste Zeit, dass der Stadthallenneubau einen vernünftigen Namen bekommt, schließlich muss das ehrgeizige Kulturprojekt in der Greizer Neustadt auch so gut wie möglich vermarktet werden. Heute soll der Greizer Stadtrat über die Namensgebung für das millionenschwere Kind entscheiden: Vogtlandhalle Greiz sei der Favorit, wie aus diversen Vorberatungen hinter verschlossenen Türen inzwischen ins Stadtgespräch durchsickerte, OTZ berichtete.
Wir hörten uns vor der Entscheidung im großen Rathaussaal heute Abend um, inwieweit der Favorit im Vorfeld auf Gegenliebe stößt: Bauherr Frank Böttger, Geschäftsführer der Greizer Freizeit- und Dienstleistungs-GmbH, findet "Vogtlandhalle Greiz ist okay. Es ist ein Bekenntnis zur Region, zur Stadt und zur Geschichte des Vogtlandes - kurz gesagt: Das passt." Man brauche einen Begriff, der haften bleibt. "Es sollte ein Ohwurm sein," ergänzt Böttger.
Mit dem Baufortschritt an der Stadthalle ist der Bauherr übrigens zufrieden, "gerade im Hinblick auf den langen, harten Winter, den wir mit vertretbaren Verzögerungen überstanden haben", resümiert Frank Böttger auf OTZ-Nachfrage.
"Vogtlandhalle Greiz ist auf jeden Fall besser als Stadthalle", findet Stefan Fraas, Generalmusikdirektor der Vogtland Philharmonie Greiz-Reichenbach. Vogtlandhalle Greiz sei ohnehin sein Favorit gewesen, weil mit diesem Namen "Überregionalität in die Sache gebracht wird". Dass seine Vogtland Philharmonie dann in der Vogtlandhalle Greiz spielen wird, gefällt Fraas natürlich besonders. "Das ist die Synergie schlechthin", sagt er.
Es ist ein Bekenntnis zur Region, zur Stadt und zur Geschichte des Vogtlandes - das passt.
Frank Böttger, Bauherr
Den überregionalen Aspekt gepaart mit dem regionalen Bezug zur Park- und Schlossstadt, findet auch Kulturausschussvorsitzender Christian Tischner (CDU) das Beste an dem Namen Vogtlandhalle Greiz. "Ich hoffe, dass sich die Stadträte in dieser Sache einig sind", so Tischner. Die Vorschläge zur Namensgebung seien ohnehin zum Großteil in die Richtung der jetzigen vorgeschlagenen Variante gegangen.
Auch das Team des Theaters der Stadt Greiz drückt die Daumen, dass sich der Stadtrat heute für Vogtlandhalle Greiz entscheiden möge, wie André Zien, Technischer Leiter des Hauses, auf OTZ-Nachfrage bestätigt. "Wir sind sehr positiv zu diesem Vorschlag eingestellt. Er beschreibt nicht zuletzt einen Teil unseres Einzugsgebietes, lässt sich der Stadt aber auch eindeutig zuordnen und marketingmäßig gut verwenden", zählt er aus dem Stegreif auf, wo die Theaterleute die Vorteile dieses Namens sehen.
Kommentar
Namensgebung
Von Kathrin Schulz
Warum die Namensgebung der neuen Greizer Stadthalle hinter verschlossenen Türen vorbereitet worden ist und die Greizer dazu ungefragt blieben, ist schwer nachzuvollziehen. Eine verpasste Gelegenheit. Schließlich sollen sich die Greizer mit dem Theaterneubau identifizieren, ihn als gute Adresse der Unterhaltung annehmen und so oft ansteuern, wie es geht.
Denn in erster Linie gilt es, für das ehrgeizige Vorhaben in der Neustadt auch finanziell die Kuh vom Eis zu bringen, das Projekt ökonomisch über eine brillante Premierenfeier hinaus tragfähig zu gestalten. Ein gutes Marketing, das ist klar, gehört dazu. Und das fängt mit einem zugkräftigen Namen sowie vor allem auch beizeiten an.
Die favorisierte Variante, die sich inzwischen in der Stadt herumgesprochen hat, dürfte diesem Anspruch Rechnung tragen. Und sie kommt, davon darf man ausgehen, mitnichten zu früh. Inwieweit sie auch die Zustimmung der Stadträte findet, wird sich heute zeigen. Allerhöchste Eisenbahn also für diese Entscheidung.
Was halten Sie vom Namen Vogtlandhalle Greiz?

Jürgen Albert, 56, Greiz: Der Name Vogtlandhalle Greiz passt, damit können wir punkten. Das Haus macht was her. Hoffentlich werden gute Programme eingekauft.
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Silke Stark, 47, Greiz: Es gibt sicherlich noch weitere Vorschläge, Vogtlandhalle Greiz ist, denke ich, okay. Der Name bestimmt sofort den Standort. |

Ronny Thomas, 27, Greiz: Vogtlandhalle klingt besser als Stadthalle, so sollte man das Haus nennen, das ist vor allem für die Werbung eine gute Idee.
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Ingrid Wunderlich, 70, Greiz: Den Namen finde ich gut. Die Veranstaltungsangebote müssen dann aber so flott sein wie zum Beispiel in Zwickau. |
Umfrage: Freund
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03. März 2010 /OTZ
Scheibe eingeworfen im Linken-Wahlkreisbüro
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Die eingeworfene Scheibe.
Kripo ermittelt - Zeugen gesucht
Greiz (OTZ/KG).
"Die Pflastersteine müssen mit Schmackes geworfen worden sein, sie lagen weit hinten im Büro", sagt Christian Wächter beim Anblick der eingeschlagenen Schaufensterscheibe. Der Wahlkreismitarbeiter des Bundestagsabgeordneten Frank Tempel (Die Linke) hatte zum Arbeitsbeginn gestern gegen 6.45 Uhr bemerkt, dass die Scheibe des Wahlkreisbüros auf dem Markt eingeschlagen worden war.
In der 2,50 Meter mal zwei Meter großen Doppelglasscheibe - jede Scheibe ist fünf Millimeter dick - klafft nun ein großes Loch. Die von Wächter alarmierte Polizei hat Spuren gesichert, ein Fährtenhund wurde eingesetzt. Die Kripo ermittelt, eine politisch motivierte Tat werde laut Polizei nicht ausgeschlossen.
Frank Tempel selbst "verurteilt jeglichen Einsatz von Gewalt, ob sie gegen Menschen oder gegen Eigentum gerichtet ist", heißt es in einer Pressemitteilung. Er versichert, dass trotz der nun erschwerten Arbeitsbedingungen sein Büro, das zugleich Bürgerbüro des Linken-Kreisverbandes Greiz ist, weiterhin zu den üblichen Zeiten geöffnet sei.
Gesucht werden nun Zeugen, die in der Zeit von Montag, 18 Uhr, bis Dienstag, 7 Uhr, verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich des Marktes bemerkt haben. Sie sollen sich melden bei der Kripo Gera, Tel. (0365) 8 23 44 04 oder der Polizei Greiz, Tel. (03661) 62 10. |
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03. März 2010 /OTZ
Zähfließendes Verfahren
Der Greizer Torsten Röder prozessiert zum fünften Mal gegen Zweckverband Taweg
Von Katja Grieser Greiz.
Mittlerweile zum fünften Mal zieht der Greizer Torsten Röder gegen den Zweckverband Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung Weiße Elster Greiz (Taweg) vor Gericht. Letztmalig hat er am 28. Dezember 2009 vor dem Geraer Verwaltungsgericht Klage gegen den Taweg eingereicht. Eine Klage, die er nach eigenen Angaben zurück gezogen hätte, wenn es ein Gesprächsangebot von Seiten des Zweckverbands gegeben hätte.
Rückblick: Torsten Röder ist Vermieter und konnte 2004 nicht verstehen, dass der Taweg die Niederschlagsgebühr rückwirkend auch für 2003 eingeführt hat. Hinzu kamen Unstimmigkeiten, die offenbar beim Ablesen der Zähler aufgetreten sind. Torsten Röder legte jeweils Widerspruch ein, später erhob er Klage.
"Ja, gegen den Taweg gibt es hier einige Verfahren von Herrn Röder, der teilweise auch Erfolg gehabt hat", bestätigt Gerichtssprecher Bernd Amelung auf OTZ-Nachfrage. So etwa beim Wasserzählerstreit. Hier musste Taweg einräumen, dass der Zähler falsche Verbrauchsmengen anzeigte. "Ich wurde aber auch klaglos gestellt", so Röder. "Klaglos stellen heißt, dass der Gebührenbescheid aufgehoben wurde", erklärt Amelung und fügt an: "Das ist kein Vergleich, sondern quasi ein Anerkenntnis des Taweg. Er hat damit zugegeben, dass der Bescheid rechtswidrig war", so der Gerichtssprecher.
Bevor Torsten Röder die aktuelle Klage eingereicht hat, in der er sich gegen die Gebührenberechnung bei Schmutz- und Niederschlagswasser stemmt, zögerte er. "Solche Klagen kosten mich immer Zeit, Geld und Nerven", begründet er, weshalb er nach anderen Wegen suchte. So habe er um ein Gespräch gebeten.
Gegen den Taweg gibt es einige Verfahren von Herrn Röder.
Gerichtssprecher Bernd Amelung
Als Antwort habe er ein von Taweg-Geschäftsleiterin Ines Watzek unterzeichnetes Schreiben erhalten, in dem er darauf hingewiesen wurde, dass es kein Thema gebe, über das zu reden sei. Bei direkter Nachfrage beim Taweg hört sich das anders an: "Wir stehen im Schriftverkehr mit Herrn Röder, Überlegungen zu einem Gesprächstermin gibt es auch", so Ines Watzek. Allerdings seien, bevor man sich zusammen setze, noch etliche Fragen zu klären. Die Taweg-Chefin betont, wie sehr sich der Zweckverband um Transparenz bemühe. Und weist noch darauf hin, dass Torsten Röder lediglich ein Abnehmer von 10 000 im Verbandsgebiet sei.
Röder, so sagt er, gehe es im Wasserstreit nicht nur um seine Interessen und die seiner Mieter. Als Vizechef des Vereins Haus & Grund Thüringer Vogtland Greiz sieht er "maximale Transparenz" von Seiten des Taweg für wichtig. Denn neben Betriebs- kostenabrechnungen und Straßenausbaubeiträgen stehen Probleme mit Taweg-Abrechnungen bei den Vereinsmitgliedern an vorderster Stelle. |
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03. März 2010 /OTZ
Sterbende nicht allein lassen
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Die Zertifikate erhielten (von links) Anke Rinau, Norbert
Vierus (Grundkurs), Tommy Steiner, Carola Zaumseil, Gisela
Heimrath, Andreas Wilschewski, Undine Gruslewski von
Jeannette Reinhold. Pfarrer Herrmann Rose (Bildmitte) hielt
die Andacht im Versammlungsraum des Diakonievereins.
Foto: OTZ/Christian Freund
Ehrenamtliche Hospizbegleiter erhalten nach Ausbildung ihre Zertifikate
Von Christian Freund Greiz.
"Eine der notwendigsten Aufgaben des Lebens ist, andere Menschen nicht allein zu lassen, wenn es um das Sterben geht", erklärte Gudrun Dreßel, Geschäftsführerin des Diakonievereins Carolinenfeld, am Montagabend anlässlich der Übergabe der Zertifikate an sechs ehrenamtliche Hospizbegleiter im Rahmen einer Andacht mit Pfarrer Rose.
Während eines einjährigen Vertiefungskurses, der von der Koordinatorin Jeannette Reinhold geleitet wurde, bereiteten sich die sechs Teilnehmer aus Greiz und Zeulenroda-Triebes auf die Zertifizierung vor, erhielten während der 19 Treffen das Rüstzeug und können damit in den Hospizdienst eintreten. Ein Teilnehmer absolvierte den Grundkurs. "Sterben ist der letzte Lebensabschnitt eines Menschen. Hospizbegleiter stehen dann vor der Frage, worauf es für den einzelnen Mensch ankommt, was hilft, um das Sterben besser leben zu können", sagte Jeannette Reinhold und verwies auf die Sterbegleitungen von 21 Menschen im zurückliegenden Jahr sowie 20 Begleitungen von schwerkranken Menschen. "Hinter diesen Zahlen verbergen sich ehrenamtlich geleistete Stunden, in denen zugehört, vorgelesen, spazieren gegangen, über Tod, Sterben und das Leben danach gesprochen, gebetet, beraten, wo Hand gehalten sowie Licht und Wärme gegeben wurde, wo Gemeinschaft gelebt und Trost gespendet wurde", führte die Koordinatorin weiter aus.
Gleichzeitig wenden die Hospizmitarbeiter viele Stunden für Aus-, Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen auf, um sich auf diese Tätigkeit vorzubereiten, die mit einer körperlichen und psychischen Belasstung verbunden ist.
21 Sterbende wurden im zurückliegenden Jahr begleitet.
Jeannette Reinhold, Koordinatorin
2004 begann der Aufbau des ambulanten Hospiz- und Palliativberatungs-Dienstes in Trägerschaft des Diakonievereins Carolinenfeld, der gegenwärtig 36 Ehrenämtler zählt. Am 22. März um 14 Uhr beginnt ein neuer Hospiz-Vorbereitungskurs im Versammlungsraum des Diakonievereins. |
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03. März 2010 /OTZ
"Das Leben ist mein Hobby"
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Iris Berben
Greiz (OTZ).
Sie zählt zu Deutschlands gefragtesten Schauspielerinnen: Iris Berben. Ob als frigide Professorin, Konsulin Buddenbrook oder Kriminalkommissarin Rosa Roth - die 59-Jährige scheint in ihren Rollen zeit- und alterslos. Doch nicht als Schauspielerin, sondern als Buchautorin präsentiert sie sich am kommenden Freitagabend in Greiz. OTZ sprach vorab mit Iris Berben über ihr aktuelles Buch, ihr Leben, und anstehende Projekte.
Frau Berben, der Titel ihres Buches lautet "Frauen bewegen die Welt". Es erzählt die Lebensgeschichten von 24 - meist nicht prominenten - Frauen. Sind Sie denn eine Frau, die die Welt bewegt?
Nein, das glaube ich nicht. Ich denke, ich bin eher jemand, der kleine Anstöße gibt. Ich möchte die Menschen sensibilisieren, sich für andere einzusetzen. Ich denke, dass jeder einzelne von uns etwas bewirken kann.
Was wollen Sie mit ihrem Buch bewirken?
Ich hoffe, dass es zu Gesprächen anregt - und zum Nachdenken. In den Dialogen mit den porträtierten Frauen, in persönlichen Treffen, über E-Mails und Telefonate habe ich von so viel Leid erfahren. Ich möchte die Menschen aufrütteln, ihnen zeigen, welche schweren Schicksale es auf der Welt gibt.
Einen Einblick in diese Welten geben Sie am Freitag in Greiz. Was erwartet die Gäste?
Eines kann ich sagen: Es wird kein unterhaltsamer Abend. Dafür ist die Thematik viel zu schwer. Viele Leute kommen sicher, um mich zu sehen, um die Berben mal live zu erleben. Das ist völlig legitim. Was mir wichtig ist, ist die Sache an sich. Ich hoffe auf einen Abend mit Gesprächen, mit vielen Fragen und auf ein Publikum, das auch hinterfragt.
Sie sind nicht nur Autorin, sondern - neben Ihrer Haupttätigkeit als Schauspielerin - lesen Sie auch Hörbücher und engagieren sich politisch und sozial. Bleibt da Zeit für Privates, für Hobbys?
Na klar, das Leben ist mein Hobby. Das ist alles eine Frage der Organisation. Ich lese, koche und esse zum Beispiel unwahrscheinlich gern.
Im Beruf starten Sie oft voll durch. Welche aktuellen Projekte stehen auf Ihrer Agenda?
Am 3. April bin ich in der ARD im Mankell-Bestseller "Kennedys Hirn" zu sehen und ab dem 7. Mai in dem Kinder- und Familien-Kinofilm "Tiger Team". Da habe ich eine tolle Rolle: Ich spiele die dämonische "Q", die größenwahnsinnig, mächtig und unverschämt ist. Eine wirklich tolle Rolle! Auch als Kriminalkommissarin Rosa Roth bin ich natürlich weiterhin im Fernsehen zu sehen.
Interview: Ute Flamich Iris Berben in "Prominente im Gespräch" am Freitag, 5. März, 19 Uhr in den Fürstensälen des Oberen Schlosses in Greiz. Eintritt: 2 Euro. Am Rande der Veranstaltung wird um eine Spende für das Greizer Frauenschutzhaus der Diakonie gebeten.Schauspielerin Iris Berben im OTZ-Interview |
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03. März 2010 /OTZ
Berufsschule Liebschwitz schließt im Sommer
Offene Fragen in Greizer Exklave
Von Uwe Müller Weida/Gera.
Die Berufsschule Gera-Liebschwitz schließt zum 1. August. Das hat der Kreistag gestern Abend in Weida beschlossen.
Die Berufsfelder werden künftig in Gera, Altenburg und Hermsdorf unterrichtet. Es ist die Konsequenz aus dem Berufsschulnetz, auf das sich die Ostthüringer Landräte und Oberbürgermeister angesichts des Rückgangs der Schülerzahlen geeinigt hatten. Wichtig sei es, die Berufsausbildung in Ostthüringen zu halten, erklärte Landrätin Martina Schweinsburg (CDU).
Die Berufsschule ist eine Exklave des Landkreises Greiz auf Geraer Gebiet. Mit der Schulschließung, darauf machte Frank Meißner vom Ortsteilrat Liebschwitz aufmerksam, verbinden sich eine Reihe von Problemen. Der Sportverein nutzt zu 45 Prozent die Turnhalle für Tischtennis, Fußball und Frauengymnastik. Bisher habe er sich nicht nach einem Ersatz umsehen können. Der Verein hofft, wenigstens übergangsweise die Halle nutzen zu dürfen. Ebenfalls offen ist die Zu-, kunft der Firma Elstermenü, die mit dreißig Mitarbeitern seit drei Jahren erfolgreich ist und auch neun Schulen und drei Kindergärten im Landkreis versorgt. Der Mietvertrag sei zum 1. August gekündigt worden, ein Standbein des Unternehmens ernsthaft bedroht. Elstermenü denke daran,
Küche und Saal zu kaufen. Drittes Problem: die Zukunft des Arboretums, das eine überregionale Bedeutung besitzt und erhalten bleiben müsse.
Landrätin Schweinsburg kündigte an, die Hinweise zu prüfen und nach Lösungen zu suchen. Allerdings könne der Landkreis Greiz keine soziokulturellen Probleme in der Stadt Gera lösen. Der Landkreis habe der Stadt dreimal die Schule zum Verkauf angeboten: zuerst für 2,1 Millionen D-Mark als Ausgleich für offene Gastschulbeiträge, später zu symbolischen Preisen in Höhe von einer DM bzw. einem Euro. Bisher sei der Landkreis für ein Defizit in Höhe von 200 000 Euro jährlich am Standort Liebschwitz aufgekommen. Mittel aus der Kreis- und Schulumlage der Städte und Gemeinden des Landkreises Greiz für die Stadt Gera aufzubringen, hält Horst Krauße (CDU) für nicht gerechtfertigt.
Marlies Jakat (Linke) fürchtet im Falle einer Küchenschließung 20 neue Arbeitslose. Uwe Hauptmann (Linke) warf der Kreisverwaltung vor, sie habe die Schule Liebschwitz 20 Jahre stiefmütterlich vernachlässigt, worauf ein Sanierungsstau entstanden sei. Jens Geißler (IWA/BIZ) forderte die Landrätin zu Verhandlungen mit dem Liebschwitzer Sportverein auf.
Unstrittig war gestern Abend die Schließung der Außenstelle Kernmannstraße der Berufsschule Greiz I zum 1. August.
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03. März 2010 /OTZ
Thüringens Linke will sich als Volkspartei entwickeln
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Frank Lux
Regionalkonferenz in Gera
Gera (OTZ/am).
Thüringens Linke will ich zu einer linken Volkspartei entwickeln. Mit sechs Regionalkonferenzen in diesem Monat in Thüringen ist ein innerparteilicher Diskussionprozess in Gang gekommen. Nach Hildburghausen fand eine zweite Konferenz gestern in Gera statt.
An die 80 Parteimitglieder aus den Kreisverbänden des Landkreises Greiz, des Altenburger Landes und des Stadtverbandes Gera diskutierten in der Rieger Showbühne Thesen des Landesverbandes und aus den Kreisverbänden. „Die Kommunikation zwischen den Vorständen und der Basis ist nicht schlecht in Thüringen, aber sie ist nicht perfekt", machte der Bundestagsabgeordnete Frank Tempel aus dem Altenburger Land eine Forderung an die innerparteiliche Zusammenarbeit auf. Und er fragte die Anwesenden: „Wieviel Hauptamt im Ehrenamt verträgt die Demokratie?"
Stanislaw Sedlacik aus Hohenleuben machte für sich als Ziel einer linken Volkspartei in Thüringen die Regierungsbeteiligung fest, „aber als führende Kraft, nicht als Juniorpartner".
Probleme bei der Gewinnung junger Mitglieder für die Linke sieht der stellvertretende Kreisvorsitzendes des Kreisverbandes Greiz, Frank Lux: „Es ist schwierig im Landkreis, auf die Jugendlichen zu setzen. Die gewinnen wir für ein, zwei Jahre, dann gehen sie zu Studium und kommen nicht zurück." Lux hofft deshalb auf die Unterstützung des Landesvorstandes. Reserven sah der 32-jährige Christian Wächter aus Greiz im diplomatischen Miteinander zwischen den Generationen. Er appellierte „an die alten Genossen, sich Gedanken zu machen, wie man miteinander umgeht." Er sieht die Partei auch vor der Aufgabe, den Bürgern beizubringen, dass sie die Linke ist und nicht die SED.
Gerhard Neumayer von der Arbeitsgemeinschaft Senioren bei den Linken in Gera verwahrte sich davor, dass den Alten gerne die Schuld gegeben werde, „dass das Experiment DDR nicht geklappt hat." Er erwartet Offenheit und Ehrlichkeit im Umgang Miteinander in der Partei. Ein 80-jähriger Genossen aus Gera-Bieblach räumte ein, dass seine Generation noch den demokratischen Zentralismus gewohnt sei. Im Unterschied zu Sedlacik habe er sich aber 1989 von der führenden Rolle der Partei verabschiedet: „Wir kämpfen linkerhand um Mehrheiten und müssen Einfluss gewinnen." Innerparteilicher Pluralismus dürfe aber nicht zum Anarchismus ausarten. Pluralität und der Schutz derer, die mit ihrer Meinung in der Minderheit sind, müssten bei der Linken als außerparlamentarischer und parlamentarischer Kraft gelebt werden, forderte die Vizepräsidentin des Thüringer Landtages, Birgit Klaubert. Die Landtagsabgeordnete Michaele Sojka konstatierte, dass 85 Prozent in der Partei Altere sind. „Ein Junger ist schnell wieder weg." Die Frage sei, wie junge, neue Mitglieder unterstützt werden können, plädierte sie für Minderheitenschutz. |
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03. März 2010 /OTZ
Ein Piks und Hoffnung ist
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Sabine Fleißner (l.) wird auch am 9. März von 14 bis 19 Uhr in
der Zeulenrodaer Solle-Schule vor Ort sein, wenn die Ortsgruppe
des DRK zur Blut- und Stammzellenspende einlädt. Die Zeulen-
rodaerin will beraten und Fragen von Interessierten beantworten.
Foto: privat
Die Ortsgruppe des Deutschen Roten Kreuz ruft zur Blut- und Stammzellenspende auf
Von Heidi Henze Zeulenroda (OTZ).
"Ein Piks und alles ist vorbei"- diesen Satz mag Ursula Häber aus Zeulenroda. Er charakterisiert für sie das Prozedere der Stammzellen-Spende.
Um ein Vielfaches besser erklären kann das Sabine Fleißner, Tochter der Zeulenrodarin. Sie weiß als Betroffene um die dringende Notwendigkeit einer solchen Spende. Dank dessen konnte sie von Leukämie (Blutkrebs) geheilt werden. Der Austausch der Stammzellen sei das Einzige, was den Betroffenen in dieser schlimmen Situation helfen könne, sagt Sabine Fleißner. Klar, dass Mutter Ursula Häber selbst zu denjenigen gehört, die seit Jahren und mit stetiger Regelmäßigkeit spenden.
Am Dienstag, 9. März, von 14 bis 19 Uhr ist es in der Zeulenrodaer Solle-Schule wieder soweit. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) lädt zur Blutspende ein und dieses Mal kann man auch den "kleinen Piks" bekommen. Ein zusätzliches Röhrchen wird mit Blut gefüllt und die Daten des Spenders aufgenommen. Es folgt die Typisierung für die Deutsche Stammzellspenderdatei (DSD) in Dessau. Ist alles wirklich in Ordnung, dann findet der Spendername einen Platz in der Datenbank - und dann ist Hoffnung darauf, ein Leben retten zu können. Aber erst, wenn ein Patient Stammzellen benötigt und der Typ übereinstimmt, dann könnte eine Aufforderung zur nochmaligen Untersuchung ins Haus des Spenders flattern, weiß Ursula Häber.
Die Stammzellen werden aus dem Blut gefiltert. Für Sabine Fleißner waren genau diese mit dem Auge nicht sichtbaren Zellen lebensrettend.
Allerdings kostet die Spende den Spender nicht nur Blut. 50 Euro müssen gezahlt werden an das DRK - für die Kosten der Blutuntersuchung. Für die ersten 20 Spender übernimmt das DRK selbst die Summe. Aber damit recht viele kostenfrei spenden können, ist DRK-Ortsgruppenmitglied Ursula Häber seit Tagen auf den Beinen und versucht, in Zeulenroda Sponsoren zu finden. |
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03. März 2010 /OTZ
Von Kirchenwanderungen und großen Tönen kleiner Parteistrategen
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Hans-Wolf Oberreuter
Foto: Thieme
Hans-Wolf Oberreuter setzt beim VAVH seine spannenden Ausführungen zur Geschichte des Zeulenrodaer Zeitungswesens fort: die Jahre 1882 bis 1945
Von Dr. Frank Reinhold Hohenleuben.
Zum Sonntagsgespräch des Vogtländischen Altertumsforschenden Vereins Hohenleuben (VAVH) folgte nun der zweite Teil des Vortrages von Hans-Wolf Oberreuter über die Geschichte des Zeulenrodaer Pressewesens.
Seine Familie war nach dem Dreißigjährigen Krieg nach Zeulenroda gekommen. Der Großvater des späteren Druckereigründers hatte drei Töchter und drei Söhne. Der dritte Sohn, August (I), war technisch interessiert, begründete eine Maschinenfabrik, wirkte aber auch als Gastwirt und Kolonialwarenhändler. Seinem Sohn August (II) ermöglichte er eine vielfältige Ausbildung. Schon frühzeitig machte dieser sich in der Druckerei des Herausgebers der „Reußischen Blätter", Schüppel, nützlich und eignete sich Fertigkeiten im Handsetzen von Zeitungstexten an. Mit 16 Jahren fand er auf Wanderschaft Arbeit in Genf und wollte anschließend nach Italien und Spanien. Die Pläne zerschlugen sich, zumal ihm der Vater Anfang der 1880er Jahre mitteilte, dass Schüppel Zeulenroda verlassen hatte und die Druckereigebäude zum Verkauf standen.
August Oberreuter, damals in Stuttgart in Lohn und Brot, musste noch seinen Militärdienst in Ulm ableisten, konnte aber dabei die Firmengründung vorbereiten. Er stellte alles selbst zusammen, besorgte Druckmaschinen aus Leipzig und eröffnete am 1. November 1882 seine Druckerei, in der von nun an der „Reußische Anzeiger" erschien. Auch wenn schon kurz danach der fürstliche Amtsanwalt Louis Anton mit seinem „Tageblatt" als Konkurrent in Erscheinung trat, erwarb sich die Zeitung der Oberreuterschen Druckerei einen stabilen Leserkreis. Auch deshalb, weil August Oberreuter sich einen unabhängigen Standpunkt bewahrte und auf Aktuelles reagierte, während Anton als Beamter stets regierungstreu auftrat.
Er betrieb die Zeitung als Hobby; Oberreuter aber musste davon leben. Da er weit herumgekommen war, hatte er liberalere Ansichten als die meisten und leistete sich auch Stellungnahmen zu politischen Ereignissen sowie gelegentliche Kritik. So hatte der dominante Kirchenrat Resch während der Predigt des Diakons, seines verhassten Konkurrenten, finster blickend den Kirchenraum durchschritten, um zu sehen, wer jenem lauschte. Anschließend erschien im Antonschen „Tageblatt" ein vermutlich von Resch verfasstes Gedicht, in dem er sich als Hüter des wahren Glaubens stilisierte. Im „Reußischen Anzeiger" aber konnte man in Anspielung auf Reschs „Kirchenwanderung" lesen: „Willst du machen Promenade, wenn Bewegung dir gebricht, suche sie auf anderm Pfade. In der Kirche such sie nicht!"
Mitte der 1920er Jahre hatte das Tageblatt 800 Abonnenten, Obereuters Anzeiger bereits 2000. Ungeachtet dessen nannte sich das Antonsche Blatt noch lange „Hauptblatt für Zeulenroda und Umgebung". 1928 wurde es mit dem „Anzeiger" vereint.
Das „Tausendjährige Reich" brachte gravierende Einwirkungen. August Oberreuter (III), der inzwischen das Heft in der Hand hatte, war bereits vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten mit diesen in Konflikt geraten. In Thüringen regierten sie schon eit August 1932.
In einer Rede hatte der aus Wiebelsdorf stammende Bauernführer Peuckert die Ansichten des „Reußischen Anzeigers", die der Bewegung entgegenstünden, kritisiert. Daraufhin konnte man im Anzeiger unter der Überschrift „Große Töne eines kleinen Parteistrategen" einen mit „AO" (August Oberreuter) unterzeichneten Gegenartikel lesen. 1933 wurde Oberreuter von der Liste der Schriftleiter gestrichen. Er behielt den Betrieb, durfte aber nichts mehr veröffentlichen. Der offizielle Redakteur Fischer erhielt wie alle Schriftleiter täglich exakte Weisungen aus Weimar über zu meidende oder unbedingt positiv zu behandelnde Themen.
Der „Reußische Anzeiger" erschien zwar formal bis 1945; spätestens 1940 war jedoch die eigenständige Ortspresse beseitigt. Die 1912 gegründete regionalgeschichtliche Beilage „Heimblätter" fand 1940 ihr Ende; der "Exil-Zeulenro daer" Hans Schaub knüpfte 1982 im Westen mit dem „Karpfenpfeifer" an die Tradition an. Es ist kein Zufall, dass Oberreuters heute erneut diese Blätter drucken.
In der letzten offiziellen Nummer des „Reußischen Anzeigers" vom 13.4.1945 machte man Werbung für den Rühmann-Film „Quax, der Bruchpilot". Am Tag darauf marschierten die Amerikaner ein. Nur noch einmal verwendete die planmäßig folgende russische Besatzungsmacht den alten Zeitungskopf, als der sowjetische Stadtkommandant am 8. Juli 1945 seine Bekanntmachungen veröffentlichte. |
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03. März 2010 /OTZ
Souveräner Sieg der Concordia-Mädchen
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Hanna Hohmuth (Orange) war mit sieben Toren eine der erfolg-
reichsten Torschützinnen der Concordia.
Handball, Landesliga, Weibliche B-Jugend: Nur acht Gegentore im gesamten Spiel TSG Concordia Reudnitz - HSV Apolda 1990 22:8 (12:5)
Greiz (OTZ/Bölke).
Gut vorbereitet gingen die Reudnitzer Mädchen in diese erste Begegnung nach einer fast dreimonatigen Punktspielpause. Im Hinspiel hatte man zwar nur ein Unentschieden erreicht, aber bereits nach wenigen Spielminuten zweifelte niemand mehr am Erfolg der TSG.
Die teils offensive 5:1-Gästeabwehr kam den Reudnitzern entgegen. Mit kurzen und sicheren Pässen wurde zügig der Torerfolg gesucht. Der Vorsprung der Gastgeberinnen wuchs kontinuierlich bis zum Halbzeitstand von 12:5.
Auch im zweiten Spielabschnitt beherrschte die Concordia den HSV souverän und lediglich noch drei Gegentore zu. Selbstverständlich gibt es aber auch noch Steigerungspotenzial. So zum Beispiel beim schnellen Konter und im druckvollen Angriff der zweiten Welle. Das sind erfolgsorientierte taktische Mittel, mit denen man jeden Gegner schlagen kann.
Am Sonnabend reist das Concordia-Team zum Spitzenspiel nach Ziegelheim. Eine schwierige Aufgabe, aber dennoch lösbar, wenn alle Spielerinnen an Bord sind. Das Heimspiel gegen den LSV wurde 24:15 gewonnen.
Reudnitz: M. Langheinrich (Tor); L. Storm-Johannsen 1; H. Hohmuth 7; M. Lohmeier 1; A. Stecklum; I. Hoyer 2; B. Grau; Lina Hupfer 8; Lena Hupfer 2; H.-L. Teuber; E. Hoyer 1. |
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03. März 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes
Ab heute mit 286 PS im Keller
OTWA nimmt im Erlebnisbad Waikiki zweites neues Blockheizkraftwerk in Betrieb
Von Steffen Beikirch Zeulenroda (OTZ).
Aus Erdgas werden Glücksmomente unter Palmen. Dafür sorgt im Erlebnisbad Waikiki Technik, die im Keller steht. Zwei Blockheizkraftwerke (BHKW) erzeugen neben Strom auch Wärme für die gesamte Badewelt. Und dies jetzt nicht nur mit höherer Leistung, sondern auch besserem Wirkungsgrad.
Der Technik-Betreiber des Waikiki, die Ostthüringer Wasser und Abwasser GmbH (OTWA), nimmt das zweite nagelneue BHKW in Betrieb. Vorige Woche Montag wurde der 3,6 Tonnen schwere Koloss angeliefert und ohne "Verdeck" an seinen Platz bugsiert. Als erstes griffen die Heizungsbauer in die Speichen, diese Woche nun die Elektriker. Heute wollen sie mit allen Anschlüssen so weit sein, dass der MAN-Motor durchstarten kann.
Erdgas ist sein Kraftstoff. Damit treibt er einen Marelli-Generator an. Die Wasserkühlung des Motors und das Abgas gibt so viel Wärme frei, dass davon alle Heizkreisläufe in der Badewelt bedient werden - für Wasserbecken, Heizkörper, Flächenheizungen sowie Raumluft- und Duschwasser-Erwärmung. "Die Leistung der beiden Maschinen sollte ausreichen. Für Spitzenzeiten haben wir noch zwei Brennwertkessel", sagt Ralf Schwab, Gruppenleiter Bäder der OTWA. So fährt das neue BHKW mit 140 Kilowatt. Sein kleinerer Bruder nebenan traf bereits im November ein. Er bringt es auf 70 Kilowatt. Macht zusammen 210 Kilowatt, also umgerechnet knapp 286 PS, die ständig verfügbar sind.
Die beiden 12 Jahre alten Vorgänger lagen mit zusammen 160 Kilowatt deutlich darunter und waren schon mächtig ausgepowert. Als die OTWA zum 1. September hier einstieg, musste sie gleich einen Totalausfall vermelden (OTZ berichtete) und Ersatz schneller beschaffen als gedacht. Im November versagte dann auch das zweite BHKW den Dienst.
Zum Schluss haben wir versucht, aus den beiden alten BHKW eines zu machen.
Techniker Sylvio Schiller
Schon seit drei bis vier Jahren gab es regelmäßig Probleme, erinnert sich Sylvio Schiller, der als Techniker mit zwei Kollegen von der Zeulenrodaer Tochterfirma WFZ zur OTWA gewechselt ist. "Die letzte Zeit war immer eines kaputt." Man habe dies dann als Ersatzteilspender genutzt. Und auch der Ölverbrauch der Motoren stieg rapide an. Knapp 200 Liter pro Monat waren am Ende nachzufüllen. Völlig inakzeptabel, wie die neue Technik nun zeigt. Hier gestalten sich auch die Wartungsintervalle freundlicher. Alle 1000 Betriebsstunden ist eine Durchsicht dran. Dabei spendiert man den Gasmotoren neue Kerzen und jeweils rund 100 Liter Öl.
Um den Winter trotz Totalausfall zu überstehen, hatte die OTWA einen mobilen Ölkessel in einem Container am Objekt stationiert und mit flexiblen Leitungen ins System eingebunden. Die umfangreiche Neuanschaffung, die nun mit den BHKW folgte - Kosten: 224 000 Euro - sei nicht der letzte Schritt gewesen, betont OTWA-Mitarbeiter Ralf Schwab. "Der Kreislauf ist gut, aber nicht optimal. Es fehlt eine hydraulische Weiche."
Damit meint der Geraer eine Vorrichtung, die alle Einspeisungen trotz unterschiedlicher Pumpen- und Mengenwerte auf ein einheitliches Niveau bringt und frequenzgesteuert weitergibt - den Heizkreislauf also vom Verbraucherkreislauf entkoppelt. "Das ist wichtig für einen sinnvollen Energieeinsatz und einen sicheren Betrieb." Eingebaut werden soll die Weiche in der achttägigen Schließzeit im September. Dann will man auch für rund 100 000 Euro die Steuerung für die Wasserkreisläufe erneuern.
Kommentar
Schnell rentabel
Von Steffen Beikirch
Die OTWA hat bisher Wort gehalten, wenn es um neue Technik im Zeulenrodaer Waikiki geht. Was hätte sie auch anderes machen sollen nach zwei Totalausfällen gleich im ersten Vierteljahr.
Es zeigt sich, dass im bisherigen Betrieb offenbar einiges im Argen lag - ob durch Verschleiß oder Einsparzwänge oder vielleicht sogar Planungsfehler, sei dahingestellt. Fakt ist, dass man im Tropenbad vieles besser machen kann, um sich einem rentablen Betrieb inklusive Versorgungssicherheit zu nähern. Dass die OTWA dabei rasch vorankommen will, liegt natürlich auch im eigenen Interesse. Denn nur, wenn man Technik-Mängel schnell abstellt und damit den Verbrauchs- und Wartungsaufwand dauerhaft minimiert, kann die Rechnung für die Zukunft aufgehen. Nach den Großinvestitionen zum Einstand muss die Restlaufzeit des Zehn-Jahres-Vertrages das erhoffte Geld einspielen. Ab 2012 will die OTWA schließlich mit dem Betriebsmodell Waikiki schwarze Zahlen schreiben. |
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03. März 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes
Neue Straßenschilder sollen ab Freitag kommen
Bürgermeister bedauert Verzug der Aktion
Zeulenroda-Triebes (OTZ/St.B.).
Am Freitag sollen einige der ersten neuen Straßenschilder in der Doppelstadt angebracht werden. Das teilte Bürgermeister Frank Steinwachs (CDU) gestern Abend auf Nachfrage mit.
"Leider konnten wir den Zeitplan - Ende Februar - nicht einhalten, da die letzten Materialien, die bestellt werden mussten, erst in diesen Tagen eintreffen", begründet Steinwachs. Die Zahl der "zu erwartenden Verwirrungen" habe sich aber vor der direkten Umstellung "Gott sei Dank auf wenige bedauerliche Zwischenfälle" begrenzt.
Bezüglich der konkreten Kritik von OTZ-Leser Thomas Schüler, dem im Personalausweis statt Lindenstraße bereits die neue Lindenallee eingetragen wurde, ergänzt Steinwachs, dass die Rettungsleitstelle zum 19. Januar vom Umstellungsvorhaben informiert worden sei. Auch mit dem Hinweis, dass dieser Vorgang Ende Februar abgeschlossen sein soll. "Ein angemessenes Reagieren auf der Suche nach der ´Lindenallee´ wäre möglich gewesen", meint Steinwachs zu dem konkreten Beispiel, bei dem der Notarzt am 10. Februar den Patienten Schüler zunächst nicht finden konnte.
Die Stadtverwaltung habe aus diesem Vorfall ihre Lehren gezogen, betont der Bürgermeister. So habe man sich nun entschlossen, alte und neue Schilder mit entsprechender Kennzeichnung für eine gewisse Zeit noch parallel vor Ort zu lassen. Damit soll gewährleistet werden, dass Lieferanten oder Zusteller auch nach alter Anschrift ihr Ziel finden. |
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| 03. März 2010 /OTZ |
Kurz notiert: |
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Gewerkschaftsaktion zum Jahresempfang
Am Freitag vor dem Greizer Theater
Greiz (OTZ/KG).
Mit einer Aktion wollen der Deutsche Gewerkschaftsbund und die Gewerkschaft Verdi auf die finanzielle Situation der Kommunen aufmerksam machen. Und zwar genau dann, wenn die geladenen Gäste zum Jahresempfang der Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) gehen. Deshalb werden sich die Gewerkschafter am Freitag ab 16.45 Uhr vor dem Eingang zum Greizer Theater postieren und Handzettel verteilen.
"Kommunen brauchen eine vernünftige finanzielle Basis", so Willi Brüssel-Mautner vom Verdi-Ortsverband Greiz. Dafür sollten sich die Kommunen einsetzen. Dabei fordert Brüssel-Mautner jedoch, dass im Sozial-, Kultur- und Bildungsetat nichts gestrichen werde. Gleichzeitig sollten Kommunen dafür sorgen, dass sich die personelle Situation nicht verschlechtere. "Wir wollen die Kommunen nicht vorführen, sondern als Gewerkschaft in Dialog mit ihnen treten", betont Brüssel-Mautner.
Auch an Bundes- und Landesregierungen geht ein Appell. Dort soll man sich stark machen für eine bedarfsgerechte Finanzausstattung der Kommunen. Der Gewerkschafter schlug vor, dass die Steuermindereinnahmen der Städte und Gemeinden über den kommunalen Finanzausgleich abgefangen werden.
Unterstützt werde die Aktion von den Grünen und den Linken sowie vom Verein gegen soziale Kälte.
Holzschnitt illegal verbrannt
Greiz (OTZ).
Ohne Erlaubnis verbrannte ein 69-jähriger Greizer am Montag Holzschnitt im Bereich des Papiermühlenweges. Eine erforderliche Erlaubnis dafür konnte er nicht vorweisen. Eine Ordnungswidrigkeitenanzeige wurde gefertigt.
Karikatur des Tages
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Von ganz oben
Zeichnung: OTZ/Bruns
Waschbären verschwunden
Reudnitz (OTZ).
Unbekannte öffneten in der Zeit von Sonntag, 12 Uhr, bis Montag, 9.10 Uhr gewaltsam die Tür zum Waschbärengehege der Freien Regelschule Reudnitz. Noch ist unklar, ob die Waschbären entwendet worden oder weggelaufen sind.
Personen, die sachdienliche Angaben machen können, werden gebeten, sich unter Tel. (03661) 62 10 zu melden.
Baustart ab Montag unter halbseitiger Sperrung in Berga
Berga (OTZ/-lz).
Baustart für eine Baustelle an einem verkehrstechnisch neuralgischen Punkt in Berga ist 'voraussichtlich am Montag. Der Ersatzneubau für die Pöltschbachbrücke unter der August-Bebel-Straße in Berga inklusive beiderseitigem Straßenanschluss und der Erneuerung der rechts vor der Bahnbrücke befindlichen Stützwand steht an und ist nach jetzigem Kenntnisstand ab Montag, dem 8. März, vorgesehen. Vorausgesetzt, das Wetter hält, wie gestern aus dem Kreisbauamt dazu zu erfahren war. Mit dem Wochenstart soll es unter halbseitiger Sperrung der Baustelle zunächst um die Umverlegung der Leitungen, wie Gas, Elektro und Telekom beispielsweise gehen.
Das Bauumfeld ist bereits vorbereitet worden, beispielsweise wurden Bäume am Bachbett gefällt. Bis Ende September 2010 sind die Bauarbeiten insgesamt vorgesehen.
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