26. Februar 2010 /OTZ

Potenziale lösen Effekte ab

Ein Kleid mit einer dehnbaren Leiterplatte, die integrierte LEDs zum Leuchten bringt, lassen sich Isa Schindler (l.) und Elke Haase vom Institut für Textilmaschinen und textile Hochleistungswerkstofftechnik der TU Dresden durch Erik Simon vom Berliner Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration (IZM) erklären.
Ein Kleid mit einer dehnbaren Leiterplatte, die integrierte
LEDs zum Leuchten bringt, lassen sich Isa Schindler (l.) und
Elke Haase vom Institut für Textilmaschinen und textile Hoch-
leistungswerkstofftechnik der TU Dresden durch Erik Simon vom
Berliner Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikro-
integration (IZM) erklären.
Foto: OTZ/Beikirch

12. TITV-Konferenz seit gestern unter neuem Namen im Zeulenrodaer Bio-Seehotel

Von Steffen Beikirch Zeulenroda/Greiz (OTZ).

Mit internationaler Beteiligung aus sieben Ländern findet seit gestern und noch bis heute Nachmittag die inzwischen 12. Konferenz des Greizer Textilforschungsinstitutes Thüringen-Vogtland (TITV) im Bio-Seehotel Zeulenroda statt. So, wie die Branche einem Wandel unterliegt, haben sich auch die Vorzeichen der Veranstaltung geändert. Seit 1995 als "Effekte"-Symposium durchgeführt und auf klassische Themen der Textil- und Bekleidungsindustrie ausgerichtet, treten die gestalterischen Akzente immer mehr in den Hintergrund. Erstmals trägt die Konferenz deshalb den Titel "Potenziale für HighTech-Textilien" und rückt, wie schon seit 2006, die "Textile Mikrosystemtechnik" weiter in den Fokus.
Das Greizer TITV mit seinen 60 Mitarbeitern gilt hier als Schrittmacher, wenn es darum geht, die herkömmlichen Materialien mit immer neuen Funktionen auszurüsten oder zunehmend Aufgaben in der Medizintechnik und im Automobilbau zu übernehmen. Derzeit ist man etwa mit der Daimler AG in sehr intensiven Gesprächen, erzählt TITV-Bereichsleiterin Sabine Gimpel. Hierbei geht es um die Beheizbarkeit von Elektroautos, denen natürlich ohne Verbrennungsmotor die entscheidende Wärmequelle fehlt. So sollen nicht nur Sitze, sondern auch Seitenverkleidungen und andere Oberflächen Alternativen durch beheizbare Textilien bieten. Die Arbeitsaufträge an die Greizer Forschungseinrichtung werden gerade formuliert.
Das intensive Miteinander von Wissenschaft und Praxis spiegelt sich auch in der Resonanz auf die Konferenz wider: Von den 178 Teilnehmern aus Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Dänemark, Luxemburg, Österreich und Belgien, sind rund hundert Unternehmensvertreter und davon wiederum ein Drittel aus eigentlich fremden Branchen, wie dem Automobilbau, dem Maschinenbau oder der Elektroindustrie. Ihnen allen will die Konferenz eine Kommunikationsplattform bieten und einen Austausch über die neuesten Entwicklungen und Forschungsansätze ermöglichen. Genau deshalb sei er hier am richtigen Ort, meinte Werner Weitz, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Nord-Ostdeutschen Textil- und Bekleidungsindustrie (VTI). In dieser Funktion sprach er gestern nicht nur als Mitveranstalter, sondern als Interessenvertreter der Textilbranche der neuen Bundesländer mit derzeit rund 18 000 Beschäftigten. Sie habe die Krise sehr stark zu spüren bekommen. "Wir glauben aber, dass die Talsohle erreicht ist und die Nachfrage bereits in den nächsten Monaten wieder anziehen wird." Für die Zukunft müsse man sich von Massenproduzenten und Durchschnittsware deutlich absetzen. Punkten könne man nur mit absoluten Spitzenleistungen und einem gekonnten Marketing.
Dass trotz angespannter wirtschaftlicher Situation so viele Gäste nach Zeulenroda gekommen sind, nahm TITV-Direktor Dr. Uwe Möhring als Beweis, dass man mit einem interessanten Programm auch in einem Ort wie Zeulenroda eine solche Wissenschaftstagung durchführen kann.

Werner Weitz, Vorstandschef des Verbandes VTI und Mitveranstalter der Konferenz, bei seinem Grußwort.
Werner Weitz, Vorstandschef des Verbandes VTI und Mitveran-
stalter der Konferenz, bei seinem Grußwort.
Foto: OTZ/Beikirch

Fürs Thüringer Wirtschaftsministerium wünschte Referatsleiter Frank Gerhard der Konferenz viel Erfolg. "Innovationen und neue Technologien sind der Schlüssel für mehr Wachstum, Wohlstand und Beschäftigung", betonte er. Um so wichtiger sei es, aktuelle Entwicklungen im Auge zu behalten und die Umsetzung neuester Forschungsergebnisse in innovative Produkte und Verfahren stetig voranzutreiben. Wie man damit im globalen Wettbewerb bestehen kann, sei entscheidend für die Zukunft unseres Landes.

Kommentar

Forscher-Frust

Von Steffen Beikirch

Und was kommt denn nun für die Praxis heraus? Diese Frage trifft bei Forschern einen wunden Punkt. Sie hadern selbst damit, dass die Öffentlichkeit zwar oft von all den neuen, schicken und meist auch nützlichen Sachen erfährt, sie aber erst eine halbe Ewigkeit später - oder manchmal auch nie - auf dem Ladentisch wiederfinden kann. Ein Dilemma, das man am Rande der TITV-Konferenz diskutiert.
Die Textilindustrie steckt im Umbruch, kann global nur noch mithalten, wenn sie sich spezialisiert. Also zum Beispiel auf High-Tech-Anwendungen stürzt. Dazu braucht es Kooperation mit anderen Branchen, wird das Erforschen neuer Werkstoff-Kombinationen immer wichtiger. Die Mikro- mit der Makro-Welt zu verknüpfen - da haben die Wissenschaftler schon reichlich zu tun. Forschungsmarketing, so hört man, bleibt eher außen vor. Und eine branchenübergreifende Lösung gibt es nicht. So verschwinden manche Innovationen wieder in der Schublade, weil sie gar nicht bis zu den Leuten vordringen, die das Geld hätten, sie zur Serienreife zu führen. Die TITV-Konferenz im Seehotel leistet auch unter diesem Aspekt gute Dienste, weil sie nicht nur technisch-mögliche Innovationen, sondern auch ihre Umsetzbarkeit andiskutiert und potenzielle Partner für zwei Tage zusammenbringt.


26. Februar 2010 /OTZ

29 Arbeitslose mehr als im Januar

Zahl der Bedarfsgemeinschaften gestiegen

Greiz (OTZ).

Die Arbeitslosigkeit ist in der Geschäftsstelle Greiz der Agentur für Arbeit Gera von Januar auf Februar um 29 auf 2673 Personen gestiegen. Das waren 212 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Februar 13,8 Prozent; vor einem Jahr belief sie sich auf 14,7 Prozent. Dabei meldeten sich 501 Personen (neu oder erneut) arbeitslos, 13 mehr als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 472 Personen ihre Arbeitslosigkeit (- 4). Der Stellenbestand ist im Februar um 29 Stellen auf 147 gestiegen; im Vergleich zum Vorjahresmonat gab es 17 Stellen mehr. Arbeitgeber meldeten im Februar 77 neue Stellen, fünf weniger als vor einem Jahr. In den drei Arbeitsgemeinschaften (Argen) des Agenturbezirkes Gera gab es im Februar insgesamt einheitliche Entwicklungstendenzen. So wurden im abgelaufenen Monat in allen drei Argen 18 361 Bedarfsgemeinschaften (BGs) mit 31 221 Leistungsempfängern registriert. Im Januar waren es 18 236 BG mit 31 122 Leistungsempfängern. Gestiegen ist auch die Zahl der Arbeitslosen in den Arbeitsgemeinschaften. Aktuell sind in den drei Kreisen 19 925 Männer und Frauen registriert. Im Januar waren es 19 563. Damit fällt die Bilanz in den Argen insgesamt im Vergleich zum Vormonat schlechter aus - mehr Bedarfsgemeinschaften, mehr Leistungsempfänger und mehr Arbeitslose. Als Hauptgrund für diese Entwicklung ist das kalte Winterwetter zu sehen.
In der Arge des Landkreises Greiz stieg die Zahl der Bedarfsgemeinschaften im Vergleich zum Vormonat. So zählte die Arge im Februar 5707 Bedarfsgemeinschaften mit 9862 Leistungsempfängern. Im Januar waren es 5652 BG mit 9795 Empfängern von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II). Ebenfalls gestiegen ist die Zahl der Arbeitslosen - von 6803 im Vormonat auf aktuell 6910.Geschäftsstelle Greiz:

Arbeitslosenzahl im Februar: + 29 auf 2673 Vorjahresvergleich: - 212 Arbeitslosenquote im Februar: + 0,2 Prozentpunkte auf 13,8 Prozent


26. Februar 2010 /OTZ

Sportlicher Höhepunkt in Langenwetzendorf

Das Rallye-Team Dirk Eckl aus Langenwetzendorf.
Das Rallye-Team Dirk Eckl aus
Langenwetzendorf.

Osterburgrallye mit neuer Streckenführung

Von Heidi Henze Langenwetzendorf (OTZ).

Als ein sportliches Highlight bezeichnete Langenwetzendorfs Bürgermeister Kai Dittmann (parteilos) das Vorhaben, dass in diesem Jahr die 39. Osterburgrallye des Motorsportclubs (MC) Weida mit einem Kurs durch die Gemeinde führen soll.
Geplant ist der Kurs für den 26. Juni. Über einen entsprechenden Antrag mussten die Ratsmitglieder auf ihrer jüngsten Sitzung befinden und gaben dafür mehrheitlich ihre Zustimmung. Die Strecke, die über knapp vier Kilometer mit Start an der Langenwetzendorfer Schweinemastanlage vorbei an der Schrebergartenanlage nach Hainsberg führt, wird an den Gärten einen Wertungspunkt haben. In Hainsberg geht´s dann links nach Kühdorf. Diese Strecke habe man ausgewählt, um den Fahrern aus Thüringen, Sachsen, Bayern und Hessen neue sportliche Herausforderungen zu bieten, erläuterte Willy Naumann, Chef des Motorsportclubs. Zu den rund 100 Rallyeteams zählen auch Dirk Eckl aus Langenwetzendorf und Ronny Hanf. So könnten die Zuschauer auch einheimischen Rallyeteams die Daumen drücken, meint Dittmann. Die Strecke sei sehr kurvenreich und mit wechselnden Straßenbedingungen, daher auch sehr interessant, freut sich Naumann, der stetig auf der Suche nach neuen Routen ist. "Die teilnehmenden Fahrer suchen die Herausforderung", so der MC-Chef. Auch wenn Dittmann stetig betonte, dass alle nachfolgenden Kosten vom Motorsportclub übernommen werden, zeigte sich Ratsmitglied Jörg Berger (PDS) mit den hohen Geschwindigkeiten auf gemeindeeigenen Straßen nicht einverstanden.


26. Februar 2010 /OTZ

Gespräche gegen die Einsamkeit

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Besuchsdienstes der Kirchenkreissozialarbeit, rechts Gabriele Lieberwirth.
Die ehrenamtlichen Mitarbeiter des Besuchsdienstes der Kirchen-
kreissozialarbeit, rechts Gabriele Lieberwirth.
Foto: OTZ/Susann Grunert

Kirchenkreissozialarbeit in Greiz offeriert seit 15 Jahren Besuchsdienst im Ehrenamt

Greiz (OTZ/gru).

Rege wird sich gestern Vormittag in den Räumen der Kirchenkreissozialarbeit in der Greizer Thomasstraße ausgetauscht. Die Mitglieder des Besuchsdienstes haben sich zu ihrer vierteljährlichen Beratung zusammen gefunden, beraten über Probleme, berichten über ihre Erfahrungen. Acht ehrenamtliche Mitarbeiter kann Koordinatorin Gabriele Lieberwirth derzeit vermitteln. "Der Bedarf ist da, es gibt sehr viele einsame Menschen", berichtet die Sozialpädagogin. Seit 15 Jahren können Alte, Kranke, Behinderte oder Alleinstehende den Gesprächsdienst der Kirchenkreissozialarbeit nutzen. Überwiegend würde dieses Angebot von Kirchenmitgliedern genutzt, aber auch Menschen ohne Konfession sind willkommen. "Wir beten oder lesen aus der Bibel, pflegen aber auch ganz normale zwischenmenschliche Kontakte", gibt Lieberwirth Einblick in die Arbeit der "Besuchenden".
Jeder Mitarbeiter kümmert sich um ein bis zwei Personen, die Betreuung variiert dabei von wöchentlichen bis monatlichen Besuchen. "Wir erledigen jedoch keine Besorgungen, sondern sind ein rein seelsorgerischer Besuchsdienst", so Lieberwirth weiter. Dabei gehe es mitnichten nur darum, gute Laune zu verbreiten: "Die Leute, die wir besuchen, suchen in der Regel nach einem Sinn im Leben. Ein ´Kopf hoch´ tut es da selten", weist sie auf die oft schwierigen Situationen hin, für die die Mitarbeiter speziell geschult werden. Wer sich für eine Tätigkeit im Besuchsdienst interessiert, oder das Angebot in Anspruch nehmen möchte, wendet sich an die Kirchenkreissozialarbeit Greiz unter Tel.: (03661) 67 00 70.


26. Februar 2010 /OTZ

Kein leichter Abschied

Landrätin Martina Schweinsburg heftet dem scheidenden Stadtbrandmeister Jürgen Heuschkel das Goldene Brandschutzehrenzeichen am Bande an die Brust. Ein großes Dankeschön erhielt er auch von der stellvertretenden Bürgermeisterin Ines Watzek und dem Kreisbrandinspektor Stephan Junghans.
Landrätin Martina Schweinsburg heftet dem scheidenden Stadt-
brandmeister Jürgen Heuschkel das Goldene Brandschutzehren-
zeichen am Bande an die Brust. Ein großes Dankeschön erhielt
er auch von der stellvertretenden Bürgermeisterin Ines Watzek
und dem Kreisbrandinspektor Stephan Junghans.
Foto: OTZ/Christian Freund

Stadtbrandmeister Jürgen Heuschkel in Ruhestand verabschiedet - Heiko Pohle ernannt

Von Christian Freund Greiz.

Eigentlich wollte er einen Abschied ohne großen Bahnhof, der langjährige Greizer Stadtbrandmeister Jürgen Heuschkel, der Ende des Monats aus dem aktiven Dienst ausscheidet und in die Freizeitphase der Altersteilzeit eintritt. Doch das hat nicht ganz so funktioniert, denn gestern gaben sich neben der Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) und der stellvertretenden Bürgermeisterin Ines Watzek weitere Mitarbeiter der Greizer Stadtverwaltung sowie des Landratsamtes im Feuerwehrstützpunkt in der Weberstraße die Klinke in die Hand, dankten Jürgen Heuschkel für die jahrzehntelange gute Zusammenarbeit. Vor 40 Jahren trat der 1949 in Greiz geborene Feuerwehrmann den Dienst in der damaligen Greizer Berufsfeuerwehr an. Der gelernte Webereimechaniker qualifizierte sich im Rahmen zahlreicher Weiterbildungsmaßnahmen und schloss als Ingenieur für Brandschutz ab. "Ich habe meinen Dienst wahnsinnig gern gemacht, ich wünsche mir, dass nachrükkende Kameraden den Elan mitbringen und 25 oder 30 Jahre dabei bleiben", sagte der Stadtbrandmeister mit einem sprichwörtlich lachenden und einem weinenden Auge, denn gern wird er an sein gut funktionierendes Team, das vor allem aus ehrenamtlichen Feuerwehrleuten besteht, zurück denken und ohne die, wie er erklärte, die Greizer Feuerwehr nicht so erfolgreich hätte agieren können. "Meine Frau ist, glaube ich, jetzt überglücklich, dass kein Piepser mehr auf meinem Nachttisch steht", scherzte er und versicherte, dass er die Tür nicht zuschlagen, sondern im Vorstand des Feuerwehrvereins weiterhin tätig sein wird. "Ich bin sehr froh darüber, dass über die gesamten Jahre die Kameraden nach Einsätzen immer wieder gesund zurückgekehrt sind", unterstrich Jürgen Heuschkel weiter, der über die unzähligen Einsätze sicherlich ein dickes Buch schreiben könnte und dankte seiner Familie für das große Verständnis.


Ich wünsche mir, das nachrückende Kameraden 30 Jahre dabei bleiben

Jürgen Heuschkel, Stadtbrandmeister


Er bezeichnete es als unheimlich befriedigend, dass Bürgermeister Gerd Grüner den langjährigen, 1971 in Greiz geborenen Feuerwehrmann Heiko Pohle mit Wirkung vom 1. März als neuen Sachgebietsleiter und Stadtbrandmeister ernannt hat. Heiko Pohle begann 1987 in der FFW Obergrochlitz, wurde 1995 im Sachgebiet Brandschutz als Gerätewart angestellt. Martina Schweinsburg überreichte Jürgen Heuschkel im Auftrag der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht das Goldene Brandschutzehrenzeichen am Bande. "Jürgen Heuschkel hat in den Jahren alle Höhen und Tiefen durchlebt, die Herausforderungen bei den Einsätzen auch als Stützpunktfeuerwehr des Landkreises, gemeistert", erklärte die Landrätin.


26. Februar 2010 /OTZ

Ein Verlust für die Kirche

Meinungen zum Käßmann-Rücktritt

Von Katja Grieser und Susann Grunert Greiz (OTZ).

Der Rücktritt von Margot Käßmann von ihren Ämtern als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und als Landesbischöfin von Hannover als Konsequenz ihrer Autofahrt unter Alkoholeinfluss hat natürlich auch die Kirchenvertreter in Greiz und Umgebung bewegt. "Ich habe erwartet, dass sie zurücktritt. Das passt zu ihrer Geradlinigkeit", sagt etwa Pfarrer Andreas Hausfeld, der diesen Schritt durchaus nachvollziehen kann. Er gibt zudem zu bedenken, dass es für Käßmann schwer geworden wäre, weiter im Amt zu bleiben, denn dieser Vorfall wäre ihr - gerade bei schwierigen Diskussionen - immer wieder vorgehalten worden. Doch Hausfeld sieht diesen Schritt andererseits als "großen Verlust für die Kirche". "Die Kirche verliert dadurch eine ihrer profiliertesten Persönlichkeiten", so der Greizer Pfarrer. Ihre Art, kirchliche mit gesellschaftlichen Themen zu verbinden, sei herausragend gewesen und werde künftig fehlen. "Ich denke, es war ein richtiger Schritt", sagt Andreas Steinert, evangelischer Jugendwart in Greiz. Käßmann habe sehr hohe moralische Ansprüche an Politik und Wirtschaft. Die habe sie in letzter Zeit sehr betont, zum Beispiel bezüglich der Politik von Guido Westerwelle oder dem Vorgehen in Afghanistan. "Wenn sie solche hohen Ansprüche an andere hat, sollte sie sie auch an sich selbst stellen", so Steinert, der Margot Käßmann und ihrer Entscheidung trotzdem Respekt zollt.
"Wir bedauern den Rücktritt von Margot Käßmann ungeheuer", so die Reaktion von Gabriele Lieberwirth von der Kirchenkreissozialarbeit im Kirchenkreis Greiz. Sie sei eine sehr engagierte Frau gewesen und wird als Ratsvorsitzende enorm fehlen. "Trotzdem erachte ich den Rücktritt aufgrund des Vorfalls als moralisch korrekt. Schließlich hat Margot Käßmann eine Vorbildfunktion und sollte mit gutem Beispiel für die Jungchristen voran gehen", so Lieberwirth weiter. Die Sozialpädagogin und auch andere Mitarbeiter der Kirchenkreissozialarbeit würden sich dennoch freuen, wenn die kirchliche Karriere von Käßmann durch diesen "Patzer oder Ausrutscher" nicht ganz beendet wäre. "Sie bleibt ja trotzdem in der Kirche und ist durchaus in der Lage, sich wieder empor zu arbeiten", so die Meinungen.


26. Februar 2010 /OTZ

Greizer Berufsschüler mit pfiffigen Geschäftsideen

Sophia Wagner mit dem Logo für
Sophia Wagner mit dem
Logo für "I-Bikes".

Wettstreit um Deutschen Gründerpreis

Gera/Greiz (OTZ/Munteanu).

Mit pfiffigen Geschäftsideen stellten sich am Mittwoch sieben Schülerteams des Geraer Zabelgymnasiums und eine Gruppe aus der Greizer Berufsschule II vor. Mit der Präsentation wurde im Kundenzentrum der Sparkasse Gera-Greiz für die Region der Wettstreit um den Deutschen Gründerpreis für Schüler eröffnet. "Acht Gruppen sind eine erstaunliche Zahl", sagte Frank Emrich, Vorstandsmitglied der Sparkasse Gera-Greiz. Doch die Termine seien gesetzt. Nach den ersten Ideen müssen die Schüler nun mit vorgegebenen Spielregeln bis April realistische Geschäftskonzepte entwickeln. Begleitet werden sie von erfahrenen Trainern, den Gymnasiallehrern Sieglinde Teumer und Jörg Schotte und von der Berufsschullehrerin Heidrun Lenz. "Wir brauchen junge Zukunftsgründer, unternehmerisch denkende und handelnde Menschen", begründete Emrich das Engagement des Kreditinstituts für diesen bundesweiten Wettstreit. Nach der Anmeldung im Internet für den Wettbewerb hatten die Schüler bereits erste Aufgaben zu meistern: sich ihren Coach und einen Paten aus einem Unternehmen zu suchen, sich Regeln für die Teamarbeit aufzustellen und eine erste Markterkundung durchzuführen. Entsprechend alltagstauglich waren die Ideen, die vorgestellt wurden. Mit ihrer "Seniorenbetreuung Evergreen" möchte sich eine Schülergruppe ganz persönlich um alte Menschen sorgen, sich um ihre Einkäufe kümmern, mit ihnen spazieren gehen.
Das Geschäft bleibt nicht außen vor: Die Senioren sind Kunden und es stand die Frage: Was, wenn Gera keine Senioren mehr hätte? "Petters Rollen" sollen eine Verbesserung für wackelige Einkaufswagen werden, "Die Källerbuchte" ein Szene-Treff für Geras Punks - mit zwei Brandschutztüren, damit er nicht wie einst der "Bunker" mit nur einer Tür von den Behörden geschlossen wird. Stifte mit Geschmack statt Nägelkauen beim Denken sowie Umkleidekabinen, die die Damen umsatzfördernd ins rechte Licht rücken, zeugten von Geschäftssinn. Ganz individuelle Fahrräder soll es bei "I-Bike" im Internet geben. Und es werden auch alternative Energiequellen gesucht.


26. Februar 2010 /OTZ

Flossenschwimmer siegreich

Die Staffel-Starterinnen in der Altersklasse D (von links) Sissi Lebek, Frauke Striegler, Susann Heise und Laura Kruschinsky (hinten) zur Flossenschwimm-Meisterschaft im Plauener Hallenbad.
Die Staffel-Starterinnen in der Altersklasse D (von links)
Sissi Lebek, Frauke Striegler, Susann Heise und Laura
Kruschinsky (hinten) zur Flossenschwimm-Meisterschaft
im Plauener Hallenbad.
Foto: Steffi Heise

Finswimming, 20. Offenen Meisterschaften in Plauen

Plauen (OTZ/Steffi Heise).

Am vergangenen Wochenende trafen sich im Plauener Stadtbad 256 Starter aus 22 Vereinen Deutschlands und Tschechiens zu den 20. Offenen Sachsen- und Mitteldeutschen Meisterschaften im Finswimming (Flossenschwimmen und Streckentauchen). Der gastgebende Tauchclub Nemo Plauen war mit 54 Teilnehmern als zahlenmäßig größter und der 1. Chemnitzer Tauchverein mit nur einer Sportlerin als kleinster Klub angetreten. Eröffnet wurde der Wettkampf am Sonnabend durch das Schalmeienorchester Plauen. Nach ihrem Vereinswechsel zum TC Nemo starteten Sebastian (Jg. 95) und Susann Heise (Jg.00) erstmals für das Sachsen-Team.
Am Sonnabend standen die Strecken 400 m Flossenschwimmen (FS), 50 m Streckentauchen (ST), 800 m ST, 100 m FS, 1500 m FS und die Staffelläufe 4x50 FS und 4x100 m FS der Masters auf dem Plan. Susann nahm die 400 m FS in Angriff. Im September noch mit einer Zeit von 05:53,00 diese Strecke beendet, schaffte sie es, mit Erfüllung der Kadernorm, in einer Zeit von 04:53,30 auf Platz eins. Über 50 m ST sollte sich Sebastian beweisen. Leider wackelte er auf dem Startblock und wurde disqualifiziert. Über 100 m FS schlug Susann mit einer Zeit von 01:04,60 an. Überglücklich über die Erfüllung einer weiteren Kadernorm verließ sie das Wasser. Auf der gleichen Strecke musste auch Sebastian ins Wasser. Mit Bestzeit von 00:48,41 belegte er Platz eins.
Zum Abschluss des Tages waren noch die Staffeln auszutragen. Hier erreichten Susann Heise mit Team in der Altersklasse D (97 und jünger) und Sebastian Heise mit Team in der Altersklasse B den zweiten Platz. Am Sonntag wurde der zweite Abschnitt des Wettkampfes über 200 m FS, 400 m ST, 50 m FS, 800 m FS, 100 m ST, 4x100 m FS und 4x50 m FS der Masters ausgetragen. Susann beendete die 200 m FS in einer Zeit von 02:21,92. Sebastian musste sich über die gleiche Distanz mit einer Zeit von 01:51,26 nur einem Vereinskameraden geschlagen geben. Gleich danach musste er sein Können bei 400 m ST unter Beweis stellen, was ihm in einer Zeit von 04:10,27 souverän gelang.
Mit einer Zeit von 00:30,11 über 50 m FS belegte Susann wieder Platz 1 und gewann somit in der Kategorie E (1999/2000) alle Disziplinen mit Bestzeiten. Sebastian belegte über 100 m ST mit einer Zeit von 00:49,07 ebenfalls Platz 1.
Er erfüllte an beiden Tagen drei Kadernormen in den Disziplinen 100 m FS, 400 m ST und 100 m ST. Für die 4x100 m FS-Staffeln war noch einmal voller Einsatz gefragt. Sowohl Susann Heises Team in der Altersklasse D als auch Sebastian Heises Team in der Altersklasse B wurden für ihren starken Einsatz mit Platz eins belohnt.


26. Februar 2010 /OTZ

Kantersieg der Reudnitzer E-Junioren

Die E-Junioren von Reudnitz siegten hoch gegen Auma.
Die E-Junioren von Reudnitz siegten
hoch gegen Auma.

Handball, Verbandsliga Gemischte D-Jugend und Gemischte E-Jugend
TSG Concordia Reudnitz - SV Hermsdorf 29:10 (16:4)

Greiz (OTZ/Bölke/Kanis).

Im ersten von zwei Wochenendspielen gelang der Reudnitzer D-Jugend ein voller Erfolg. Gut motiviert gingen sie in diese Partie. Die Gäste, eine reine Mädchenmannschaft, reisten ohne neun Stammspielerinnen an und gerieten schon in der Anfangsphase mit 0:8 in Rückstand, ehe sie zum ersten Torerfolg kamen. Die Gastgeber erkämpften sich immer wieder die Bälle bereits an der Mittellinie und erzielten Tor um Tor. Der Sieg der Reudnitzer hätte bei voller Konzentration und besserer Laufbereitschaft noch höher ausfallen können.
Trotzdem war diese Partie eine gute Standortbestimmung für das Spitzenspiel am nächsten Tag gegen Altenburg. TSG: A. Golle (1); T. Dalmatov (6); Y. Beierlein (3); C. Ehlich (1); C. Müller; H. Ehlich (8); S. Keßler (5); D. Gürtler (2); S. Hübner (3); M. Dressel TSG Concordia Reudnitz - Blau Weiß Auma 45:14 (20:5) In der gemischten E-Jugend trafen Auma und Reudnitz aufeinander. Die Gäste aus Auma wurden durch die Reudnitzer regelrecht überrannt, und am Ende stand ein Kantersieg. Die TSG-Spieler waren ihren Gegnern in allen Belangen überlegen und störten sie schon in der Ballannahme in der eigenen Spielhälfte. Wenn es auf Seiten der Reudnitzer etwas zu bemängeln gab, dann waren dies die vielen Einzelaktionen und das mitunter fehlende Zuspiel zum freien Mitspieler. Gegen stärkere Teams muss dies unbedingt verbessert werden, will man auch in solchen Partien siegreich sein. Ein Sonderlob an Moritz Drischel im Tor der TSG, der sich im Vergleich zu vergangenen Spielen enorm gesteigert hat und damit seiner Mannschaft den nötigen Rückhalt gab.
Damit festigte die Mannschaft Tabellenplatz drei und kann mit einem Sieg im Rückspiel in Auma am kommenden Sonntag nach Pluspunkten zum Tabellenführer Stadtroda aufschließen.

TSG: Moritz Drischel; Tom Bobek (9); Felix Hofmeister; Florian Hofmeister (7); Emelie Glück (1); Sophie Möhring; Claire Ehlich (9); Leon Hupfer; Annabell Kobe; Yannick Beierlein (19)


26. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

15 Arbeitslose weniger als im Januar

Zahl der Bedarfsgemeinschaften gestiegen

Zeulenroda (OTZ).

Die Arbeitslosigkeit hat sich in der Geschäftsstelle Zeulenroda-Triebes der Agentur für Arbeit Gera von Januar auf Februar um 15 auf 1503 Personen verringert. Die Arbeitslosenquote auf Basis aller zivilen Erwerbspersonen betrug im Februar 12,2 Prozent, vor einem Jahr belief sie sich auf 14,1 Prozent. Dabei meldeten sich 295 Personen neu oder erneut arbeitslos, sechs weniger als vor einem Jahr und gleichzeitig beendeten 312 Personen ihre Arbeitslosigkeit (+12). Der Stellenbestand ist im Monat Februar um 21 Stellen auf 81 gestiegen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat wurden elf Stellen weniger gemeldet. Arbeitgeber meldeten im Februar 47 neue Stellen, sieben mehr als vor einem Jahr. In den drei Arbeitsgemeinschaften (Argen) des Agenturbezirkes Gera gab es im Februar insgesamt einheitliche Entwicklungstendenzen. So wurden im abgelaufenen Monat in allen drei Argen 18 361 Bedarfsgemeinschaften (BGs) mit 31 221 Leistungsempfängern registriert. Im Januar waren es 18 236 BG mit 31 122 Leistungsempfängern. Gestiegen ist auch die Zahl der Arbeitslosen in den Arbeitsgemeinschaften. Aktuell sind in den drei Kreisen 19 925 Männer und Frauen registriert. Im Januar waren es 19 563. Damit fällt die Bilanz in den Argen insgesamt im Vergleich zum Vormonat schlechter aus - mehr Bedarfsgemeinschaften, mehr Leistungsempfänger und mehr Arbeitslose. Ein Grund für die Entwicklung ist das kalte Winterwetter. In der Arge des Landkreises Greiz stieg die Zahl der Bedarfsgemeinschaften gegenüber dem Vormonat. So zählte die Arge im Februar 5707 Bedarfsgemeinschaften mit 9862 Leistungsempfängern. Im Januar waren es 5652 BG mit 9795 Empfängern von Leistungen nach dem Sozialgesetzbuch II. Gestiegen ist die Zahl der Arbeitslosen - von 6803 auf aktuell 6910.


26. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Kniffliges Weltwissen

Philip Huscher vertritt die Solle-Schule beim Geografie-Wettbewerb auf Landesebene

Von Kristin Kulow Zeulenroda (OTZ).

Zwanzig kniffligen Fragen aus der Geografie stellten sich 16 Schüler der Regelschule "Friedrich Solle" Zeulenroda beim großen Schulwettbewerb "National Geographic Wissen 2010". Aus den Klassen sieben bis zehn hatten sich die Kinder freiwillig gemeldet, um daran teilzunehmen. "Ein gewisses Interesse für das Fachgebiet ist bei allen Teilnehmern da, aber sie wurden nicht nach Noten ausgesucht, denn der Wettbewerb soll ihnen ja vor allem Spaß machen", so Geografielehrerin Marion Kögler. Dass es die Fragen wirklich in sich haben, muss aber auch sie zugeben: "Ich wusste auch nicht alle Antworten ohne nachzuschauen." Hinzu kommt, dass die Schüler pro Frage nur eine Minute Zeit zum Überlegen haben. "Meist nehmen Gymnasien am Wettbewerb teil, weswegen unsere Chancen auf Landesebene eher gering sind", so Kögler weiter. "Trotzdem beteiligen wir uns jedes Jahr wieder gern daran und die Fragen gehe ich auch oft in Vertretungsstunden mit den Klassen durch, schließlich ist da auch viel Allgemeinwissen dabei." Beim diesjährigen Schulausscheid an der Solle-Schule schaffte es Martin Müller aus der neunten Klasse mit elf von 33 möglichen Punkten auf Platz drei. Mit nur zwei Punkten mehr konnte sich der Achtklässler Maximilian Breitzke den zweiten Platz sichern. Wiederum nur drei Punkte trennen ihn vom Besten: Philip Huscher aus der neunten Klasse wird in diesem Jahr die Solle-Schule beim Landesausscheid vertreten. "Seine 16 von 33 Punkten sind ein ziemlich gutes Ergebnis", freut sich auch die Geografielehrerin. Nun bekommt er den Fragebogen für die Bundeslandebene. "Den darf ich aber nicht selbst korrigieren, sondern muss ihn dafür einschicken", erklärt Kögler. Die Landessieger hätten dann am 11. Juni in Hamburg beim Finale die Chance auf den Titel "Bester Geografieschüler Deutschlands". Daneben hat jeder Schüler im Fall einer sehr guten Platzierung auf Bundesebene die Chance, 2011 an einer international veranstalteten Geografie-Olympia teilzunehmen. Sie wird alle zwei Jahre veranstaltet und fand zuletzt 2009 in Mexiko-City statt.
Bis dahin ist es aber für Philip nicht nur geografisch gesehen noch ein weiter Weg, den er aber mit Hilfe seines selbst angeeigneten Wissens und nicht zuletzt mit der Unterstützung seiner Geografielehrerin zielsicher beschreiten wird.


26. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Triebeser Frühlingsmarkt findet am 25. April statt

Frühlingsblumen sind stets der Renner auf dem Markt.
Frühlingsblumen sind
stets der Renner auf
dem Markt.

Vereine könnten mit ins Boot

Von Heidi Henze Triebes (OTZ).

Auch wenn es in den vergangenen Wochen unter den Triebesern nicht klar war: Den Frühlingsmarkt wird es 2010 geben und zwar findet er am 25. April im Triebesgrund statt. Noch nicht so klar wie der Termin sind die Organisatoren, diejenigen, die sich um die Ausgestaltung des Marktes kümmern werden und wer sich präsentieren wird oder seine Ware feilbietet. Momentan laufen die Verhandlungen noch mit der Stadtverwaltung Zeulenroda-Triebes. Wobei Doppelstadt-Bürgermeister Frank Steinwachs (CDU) darauf verwies, dass geplante Veranstaltungen bis August im vorangegangenen Jahr gemeldet werden müssen. Da von Triebes kein Signal gekommen wäre, gab es bis dato Unklarheiten rund um den Frühlingsmarkt, so Hauptamtsleiter Dietmar Reich. Gewerbetreibender Jürgen Sittig vom gleichnamigen Reisebüro im Triebesgrund jedoch vertritt die Meinung, dass solche traditionsreichen Veranstaltungen wie der Frühlingsmarkt auch in Zeulenroda bekannt sein müssten.
Ortsteilbürgermeister Hartmut Strobel (CDU) fand die Idee gut, die Sittig auf der Ortsteilratssitzung am Mittwochabend vorbrachte, dass Gewerbetreibende aus Triebes die Initiative für den Frühlingsmarkt übernehmen, um die Tradition weiterzuführen. Er brachte den Vorschlag ein, Vereine anzusprechen. "Vielleicht könnten wir diese auch noch mit ins Boot holen und auch Zeulenrodaer Gewerbetreibende", so Strobel. Er könnte sich vorstellen, dass dadurch nicht nur eine größere Vielfalt der angebotenen Waren entstehen, sondern auch das Flair insgesamt aufgebessert werden würde. Doch ganz kann und will man auch nicht auf die Unterstützung der Stadt verzichten. "Immerhin ist es eine Tradition, wo auch die Stadt immer mit im Boot war", betont CDU-Ortsteilrat Ralf Herbrich. Für Jürgen Sittig ist es wichtig, dass Traditionen fortgeführt werden. "Schließlich heißt es: Zeulenroda-Triebes erleben, auch wenn ein Bindestrich dazwischen ist."


26. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Die Verfremdung als Stilmittel

Jürgen Heinzig zeigt Variationen der Aufnahme einer bekannten Zeulenrodaer Uhr.
Jürgen Heinzig zeigt Variationen der
Aufnahme einer bekannten
Zeulenrodaer Uhr.
Foto: Kristin Kulow

Hobbyfotograf Jürgen Heinzig stellt derzeit im Saunabereich des Waikiki aus

Zeulenroda (OTZ/kk).

"Die Uhr auf diesen Bildern müssten Zeulenrodaer eigentlich kennen", sagt Hobbyfotograf Jürgen Heinzig beim Rundgang durch seine Ausstellung. In zehn großformatigen Rahmen zeigt er noch bis zum Herbst unter dem Motto "Fotografie und CAD-Art" im Saunabereich der Badewelt Waikiki seine Bilder. Stadt- und Landschaftsaufnahmen sowie teilweise mit Computerprogrammen verfremdete Details und Designs sind da zu sehen. Seit 1999 ist Heinzig Mitglied des Fotoclubs "Auslöser", doch schon seit 30 Jahren ist er der Fotografie verhaftet. "Damals hat mich eigentlich der Neid auf die großen und guten Fotografen zu diesem Hobby gebracht", erzählt er. "Ich habe mir dann alles selbst beigebracht, habe viele Fehler gemacht und daraus gelernt."
Seit zehn Jahren widmet Heinzig sich nun der digitalen Fotografie, doch auch analog nimmt er noch immer Bilder auf. "Beim analogen hat man weniger Spielraum. Diese Art verwende ich oft beim Fotografieren von Architektur", erzählt Heinzig. Bei der digitalen Fotografie sammle sich dagegen jede Menge Datenmüll. "Allerdings hat diese Art der Aufnahme den Vorteil, dass man viel am Computer bearbeiten und verfremden kann. Manche Bilder laufen durch mehrere Programme, bevor sie richtig fertig sind", erzählt Heinzig. Und diese Verfremdung ist genau das, was auch die Ausstellung im Waikiki ausmacht. "Mir gefällt vor allem der Kontrast zu dem, was die anderen Künstler bisher hier gezeigt haben", lobt Marketingleiterin Silke Kusturica Heinzigs Bilder.


26. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Teilnehmerrekord bei Schachwettbewerb

Qualmende Köpfe bei den jungen Schach-Assen.
Qualmende Köpfe bei den jungen
Schach-Assen.

Schach-Schulmeisterschaft: Gold für Zeulenroda und Greiz in der Mannschaftswertung

Zeulenroda (OTZ/kk).

Nicht Rechnen, Schreiben und Lesen, sondern Hochraden, Gabeln und Doppelbauern standen am Dienstag im Mittelpunkt in der Friedrich-Reimann-Schule Zeulenroda, denn die Einrichtung war Austragungsort der Schulschachmeisterschaften des Landkreises Greiz. Rund 100 Schüler aus Grund- und Regelschulen sowie Gymnasien, unter ihnen allein 72 Grundschüler, waren angetreten. "Das ist absoluter Teilnehmerrekord", weiß Schulsportkoordinatorin Ute Spreda. Gespielt wurde in zwei Gruppen. Die Grundschüler traten gegeneinander an und die Schüler der Klassen fünf bis zehn. Die Großen hatten für eine Partie 15 Minuten Zeit, bei den Kleinen schätzten die Betreuer nach 20 Minuten ab. "Das heißt, dass gezählt wurde, wie viele Figuren jeder Spieler nach dieser Zeit noch auf dem Brett hat und wer in diesem Moment in der glücklichen Lage war, mehr zu haben, hat die der Partie gewonnen", erklärt Nachwuchs-Schachtrainer Manfred Wolf. Anders sei es bei der Masse - vier Runden wurden gespielt - gar nicht möglich gewesen. "Ich glaube aber", so räumt Wolf ein, "dass, hätte man sie zu Ende spielen lassen, mindestens die Hälfte der Partien anders ausgegangen wäre."
Etwas Glück brauchten die Teilnehmer auch bei der Einzelwertung. Bei Punktgleichheit bekam der den besseren Platz, dessen Gegner mehr Punkte gemacht hatte. So konnten sich der Zeulenrodaer Lukas Kutzner bei den Grundschülern und der Weidaer Tristan Fuchs bei den Fünf- bis Zehntklässlern den ersten Platz erkämpfen. In der Schulwertung gewann die Grundschule Greiz-Pohlitz zum ersten Mal den Schachpokal bei den Kleinen, die Grundschule Liebsdorf-Weida und die Friedrich-Reimann-Schule teilten sich Platz zwei. Bei den Großen konnte das Friedrich-Schiller-Gymnasium Zeulenroda den Pokal für sich beanspruchen und verwies das Weidaer Gymnasium und die Regelschule Triebes auf die Plätze zwei und drei.


26. Februar 2010 /Vogtland-Anzeiger

Reichenbacher Internat nimmt Gestalt an

Reichenbach – Der Neubau des Internats für das Berufsschulzentrum Reichenbach schreitet voran. Demnächst beginnt die S&P GmbH aus Lengenfeld mit dem Vollwärmeschutz. Der Kreisausschuss Umwelt, Bau und Vergabe erteilte dieser Firma den Auftrag.
Mit einer Bruttosumme von knapp 120 000 Euro hatte die Lengenfelder Firma das wirtschaftlichste Angebot abgegeben. Die für die Projektsteuerung verantwortliche Knüpfer GmbH aus Oelsnitz hatte bereits in der Vergangenheit mit der S & P GmbH erfolgreich zusammengearbeitet. Die Estricharbeiten wurden zum Angebotspreis von rund 61 200 Euro an die Estrich & Fußbodentechnik Börmann Augustusburg vergeben.
mam


26. Februar 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Karikatur des Tages

Tüchtiges Personal
Tüchtiges Personal
Zeichnung: OTZ/Bruns


Kita-Bedarfsplan auf der Tagesordnung

Nächste Sitzung des Kreistages am Dienstag

Weida (OTZ).

Der Kreistag Greiz trifft sich zu seiner vierten Sitzung am Dienstag, 2. März, in der Förderschule der Lebenshilfe „Schule an der Weida", Gräfenbrücker Straße 6. Beginn ist 18 Uhr. Im öffentlichen Sitzungsteil werden behandelt: Der Kindertagesstätenbedarfsplan des Landkreises für 2009/2010, die Mitteilung über den Vollzug der Beschlüsse des Kreistages, die Bestellung des Abschlussprüfers für den Jahresabschluss der Kreisstraßenmeisterei für 2009, die außerplanmäßige Ausgabe für die Erstattung der der Stadt Berga entstandenen Müllentsorgungskosten in 1992 bis 1995 zuzüglich Zinsen gemäß dem vom Kreisausschuss beschlossenen Vergleichsvorschlag, der Beschluss der Richtlinie zur Gewährung von Zuwendungen des Landkreises zur Förderung des Brandschutzes und der Allgemeinen Hilfe auf der Grundlage geänderter Rechtsvorschriften, Satzung zur Schülerbeförderung, Satzung über die Benutzung kreiseigener Schulsportstätten einschließlich Entgeltordnung, Fortschreibung des Schulnetzes der berufsbildenden Schulen des Landkreises, Bestätigung der Bewerber zur Aufnahme in die Vorschlagsliste für die Wahl der ehrenamtlichen Richter für das Sozialgericht Altenburg und das Landessozialgericht Erfurt sowie der Antrag der Fraktion Die Linke auf Umbesetzung in den Ausschüssen des Kreistages.


| zurück | Seitenanfang | Impressum |