13. Februar 2010 /OTZ

Einweihung zum 140. Jubiläum

Otto Spaleck (links) und Dieter Höland (rechts) führen die Ehrengäste durch die neu gebaute Halle und erklären die Funktionsweise der Maschinen.
Otto Spaleck (links) und Dieter Höland (rechts) führen die
Ehrengäste durch die neu gebaute Halle und erklären die
Funktionsweise der Maschinen.
Foto: OTZ/Christian Freund

Spaleck Oberflächenveredlung nimmt neue Gleitschleiferei am Greizer Standort in Betrieb

Von Kathrin Schulz Greiz.

Die Einweihung der neuen Gleitschleiferei der Spaleck Oberflächenveredlung am Greizer Standort in der Zeulenrodaer Straße bildete gestern den Höhepunkt der Feierlichkeiten des Traditionsunternehmens anlässlich seines 140-jährigen Bestehens. Am 17. Dezember 1869 war die von Otto Spaleck gegründete Firma ins Handelsregister der Stadt Greiz als Maschinenbauunternehmen eingetragen worden. Die erste Geschäftsadresse hatte die neu gegründete Handwerksstätte in der Webergasse. Rund 2,3 Millionen Euro investierte die Spaleck-Gruppe jetzt in die Erweiterung des Greizer Standortes. Für die neue Produktionshalle war am 13. Marz 2009 der erste Spatenstich erfolgt. Nach gut sechs Monaten Bauzeit standen damit weitere 2100 Quadratmeter Nutzfläche für die Spaleck Oberflächenveredlung zur Verfügung. 3500 Kubikmeter Erdmassen hatten dafür bewegt werden müssen, 1000 Kubikmeter Beton stecken im Neubau. In neue Maschinen und Ausrüstung investierte das Unternehmen rund 750 000 Euro, schuf darüber hinaus fünf weitere Arbeitsplätze, die abhängig von der weiteren Entwicklung am Markt weiter aufgestockt werden sollen. Firmeninhaber Otto Spaleck und der Geschäftsführende Gesellschafter in Greiz, Dieter Höland, sind sich einig: "Die bauliche Erweiterung und Aufstockung des Maschinenparks bedeutet Ausbau unserer technischen und logistischen Möglichkeiten für mehr Qualität und höhere Effizienz. Wir sind flexibler für Kundenwünsche und vielseitiger im Leistungsangebot." Neben der neuen Gleitschleiferei und Poliererei entstand eine modere Abwasserbehandlungsanlage und eine vernünftige Be- und Entladezone, sodass dieses "Abenteuer" direkt in der Zeulenrodaer Straße entfalle.


Seit 1991 hat Spaleck in Greiz zehn Millionen Euro investiert und 65 Arbeitsplätze geschaffen.

Otto Spaleck, Firmeninhaber


Auch die Platznot, die man zeitweise mit einem Zelt überbrückt hatte, gehört nun der Vergangenheit an, fasst die Unternehmensführung das jüngste Investitionsvorhaben gestern vor den zahlreichen Einweihungsgästen zusammen. Seit 1991 habe die Spaleck-Gruppe am Greizer Standort somit zehn Millionen Euro investiert und 65 Arbeitsplätze geschaffen, freut sich Otto Spaleck über Meilensteine in der Geschichte des Unternehmens. Er dankte allen am jüngsten Erweiterungsabschnitt beteiligten Unternehmen, allen Mitarbeitern und Unterstützern für ihr Engagement. "In Greiz kann man investieren. Es ist uns von allen Seiten sehr viel Unterstützung zuteil geworden", unterstreicht Spaleck seine Erfahrungen. Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) beglückwünschte die Firma zu ihrer soliden Entwicklung am Greizer Standort, die Tradition und Zielorientierung in der Sache miteinander verbinde. Neben der existenziell wichtigen Frage der Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen betonte Bürgermeister Gerd Grüner (SPD) vor allem auch die Tatsache, dass der Ausbau des Spaleck-Standortes städtebauliche Missstände beseitigt und durch moderne Industriearchitektur ersetzt habe. Grüner ermunterte das Unternehmen gestern zu weiteren Investitionen in der Stadt.


13. Februar 2010 /OTZ

"Wir fangen jetzt einfach mal an"

Süße Aufmerksamkeit: Torte zum Jubiläum.
Süße Aufmerksamkeit: Torte
zum Jubiläum.

Einblicke in 140 Jahre Spaleck

Greiz (OTZ/-lz).

Die Spaleck-Gruppe - das sind heute acht Firmen an vier Standorten, die insgesamt 200 Mitarbeiter beschäftigen und nach eigenen Angaben 40 Millionen Euro Jahresumsatz machen. Otto Spalecks Urgoßvater hatte vor 140 Jahren den Grundstein gelegt. Dass die Firma, die sich 1949 aus Greiz zurückzog, nachdem die Maschinenbaufirma nach Kriegsende demontiert worden war und man sich zunächst mit dem Bau von 5000 Holzleiterwagen über Wasser gehalten hatte, nach der Wende 1991 wieder einen Standort eröffnete, würdigte der Greizer Stadtrat mit der Namensgebung der Straße ins Gewerbegebiet, die seit Januar 2008 den Namen Otto Spalecks trägt. Max Spaleck kam 1949 über Bayreuth nach Bocholt, wo er zunächst als Geschäftsleiter eines langjährigen einstigen Kunden begann und sich 1950 selbstständig machte. Viele Mitarbeiter aus der Greizer Region seien ihm gefolgt. Nach dem Fall der Mauer war es Dieter Höland, einst Direktor Forschung und Entwicklung eines Maschinenbaubetriebes in Großbreitenbach, der auch Gleitschleifanlagen für Spaleck baute, der Kontakt nach Bocholdt suchte. Aus der Industrievertretung Höland wurde im Oktober 1991 die Spaleck Oberflächenveredlung. "Wir fangen jetzt einfach mal an" berichtete OTZ seinerzeit vom Start in der Zeulenrodaer Straße. Es habe einen großen Bedarf an galvanischen Dienstleistungen gegeben, erläutert Höland. 1,5 Millionen DM investierte man in computergestützte Anlagen, die 1996 eingeweiht worden sind. 1999 entstand die zweite Galvanisier-Gestell-Anlage für 1,4 Millionen. Zu der seit 1991 produzierenden Spaleck Oberflächenveredlung mit 50 Arbeitskräften kam Anfang 2008 die Spaleck-Präzisionstechnik, die mit neun Mitarbeitern startete. Gleichzeitig wurde ein neues Gewerbegebiet an der Zeulenrodaer Straße in Greiz eingeweiht. Abriss und Altlastenentsorgung gelangen mit Hilfe der Wirtschaftsfördergesellschaft. Die Sprengung des 30 Meter hohen Fabrikschornsteins der Brache im Juni 2007 war ein Ereignis in Greiz.

Signal für die Region

Von Kathrin Schulz

Eine Torte mit dem Firmenlogo oder eine Fotomappe mit Hochglanzaufnahmen der einst maroden Industrieimmobilie, mit der Spalecks seit der Neuansiedlung nach der Wende zu kämpfen hatten -, neben den Geschenken, die die zahlreichen Einweihungsgäste gestern in der neuen Halle an der Zeulenrodaer Straße überreichten, hatten sich die Hausherrn wohl selbst das schönste Geschenk gemacht. Die neue Gleitschleiferei bringt mehr Vielfalt ins Produktionsprofil, die Halle bietet mehr Lagerplatz und noch Reserve-Kapazität für weitere Ideen. Nicht zu vergessen: In der Region dringend benötigte weitere Arbeitsplätze. Eine Einweihung zum Firmenjubiläum, die ein Signal in der Wirtschaftskrise setzt. Und eine Fortsetzung der Erfolgsgeschichte, die nicht zuletzt über die Erschließung des Gewerbegebietes und den Abbruch der Brache der einstigen Jahnschen Färberei auch mit Unterstützung der Wirtschaftsfördergesellschaft Ostthüringen, der Stadt, des Landkreises und des Freistaates Thüringen 2007 und 2008 wichtige Impulse erhielt. Das vielbeschworene Ziehen an einem Strang - hier hat es geklappt.


13. Februar 2010 /OTZ

Indianerfan schlägt Konkurrenz

Die Teilnehmer des Vorlesewettbewerbes in der Greizer Bibliothek. Siegerin ist Laura Winges (vorn links) aus Schmölln.
Die Teilnehmer des Vorlesewettbewerbes in
der Greizer Bibliothek. Siegerin ist
Laura Winges (vorn links) aus Schmölln.
Foto: OTZ/ Christian Freund

Laura Winges aus Schmölln gewinnt beim Vorlesewettbewerb in Greiz

Von Katja Grieser Greiz.

Sehr akzentuiert las Laura Winges aus Schmölln gestern Nachmittag in der Greizer Bibliothek nicht nur die selbst ausgesuchte Passage aus ihrem Indianerbuch vor, sondern meisterte ebenso gut den zweiten Teil der Aufgabe, das Lesen eines unbekannten Textes. Klare Entscheidung für die Jury des Vorlesewettbewerbes auf Kreisebene: Laura Winges wird weiter delegiert und darf an der nächsten Stufe des Wettbewerbs teilnehmen. Sechs Schüler der sechsten Klasse aus den Landkreisen Greiz und Altenburger Land, alles bereits Sieger an ihrer Schule, haben sich gestern den aufmerksamen Ohren der Jury gestellt. Die bestand aus Kathrin Schulz, Lokalchefin der OTZ Greiz, Annett Geinitz, Projektmanagerin des Theaterherbstes, Carolin Beutler, Chefin der Kinder- und Jugendbibliothek Greiz, Bücherei-Azubi Maria Scheider und Eva Rudolf, Greizer Lese-Scout des vergangenen Jahres. Aufgeregt waren die Schüler schon, doch sobald sie sich in ihre Bücher vertieft hatten, ließen sie sich davon zumindest nichts mehr anmerken. Philip Berthold aus Weida beispielsweise las aus "Gregs Tagebuch 2" und ließ die Zuhörer wissen, dass eine bis zum Anschlag aufgedrehte Heizung nützlich sein kann, will man den anstrengenden Thanksgiving-Besuch loswerden. Ebenfalls eine Tagebuchgeschichte hatte sich Caroline Helm aus Greiz ausgesucht. "Julie und Schneewittchen" heißt das Buch, das sie vorstellte. Darin hat eine Zwölfjährige mit diversen Alltagsproblemchen zu kämpfen. Zum einen ist ihr der Neuankömmling in der Familie, ihre kleine Schwester, zumindest suspekt. Dass ihr Vater dann noch findet, das kleine zerknautschte Etwas sehe ihr ähnlich, erschüttert Julie umso mehr. Probleme ganz anderer Art haben die "Wilden Fußballkerle", die Nico Naujok aus Greiz den Zuhörern vorstellte. Denn der dicke Michi, Dampfwalzen-Joe und Simon, die Sense, machen den nicht ganz so zähen Jungen doch mächtig zu schaffen. Moritz Karl aus Triebes entführte die Zuhörer auf eine Insel, auf der Gestrandete ums Überleben kämpfen. Im Fußball-Fieber war die Zeulenrodaerin Marie Luise Hildebrand, die einen Auszug aus ihrer rätselhaften "Drei ???"-Geschichte vorlas. Doch das war nur der erste Teil der Aufgabe, die es zu erfüllen galt. Im zweiten Teil bekamen die Kinder einen bisher unbekannten Text. Erst hier wurde deutlich, wer wirklich ein guter Vorleser ist. Denn den neuen Text zu lesen, ist ungleich schwieriger, als einen längst bekannten. Und da kam mancher Teilnehmer doch etwas ins Schwitzen. Nicht so Laura Winges, die souverän diese Hürde nahm und mit Ausdruck die Passage las. "Marie Luise war allerdings eine harte Konkurrenz", urteilt die spätere Siegerin. Doch selbstbewusst gibt Laura Winges zu, dass sie schon ein wenig damit gerechnet hat, die Konkurrenz stehen zu lassen. "Ich freue mich ganz sehr", sagt sie mit strahlenden Augen und einem Blumenstrauß in der Hand. Sie liest nicht nur gern, sondern auch viel, eine Indianerbücherreihe hat sie bereits komplett gelesen. "Indianerbücher mag ich am meisten", gesteht die Sechstklässlerin.
Traurig musste aber keiner der sechs Wettbewerbsteilnehmer sein. Jeder bekam eine Urkunde und ein Buch vom Börsenverein des deutschen Buchhandels, der diesen Lesewettstreit bereits zum 51. Mal durchführt. Die nächste Stufe ist der Bezirksausscheid, es folgt der auf Landesebene. Das Finale findet im Juni dieses Jahres statt. Ob es Laura Winges bis dorthin schafft, bleibt abzuwarten. Die besten Wünsche für die weiteren Wettbewerbe bekam sie gestern unter anderem von Bibliotheksleiterin Corina Gutmann mit auf den steinigen Weg.


13. Februar 2010 /OTZ

Rosenmontagsumzug von Kameras begleitet

Super Stimmung beim Weiberfasching.
Super Stimmung beim Weiberfasching.

Endspurt bei Greizer Faschingsgesellschaft

Greiz (OTZ).

Bevor am Aschermittwoch für die GFG die 33. Jubiläumssaison zu Ende geht, haben die Narren um GFG-Präsident Peter Heckel alle Hände voll zu tun. Nach der gut besuchten 3. Weiberfastnacht am Donnerstag findet heute in der Sport- und Veranstaltungshalle in der Greizer Beethovenstraße der seit Wochen ausverkaufte 2. Schürzenball der GFG statt. Die GFG weist darauf hin, dass es keine Eintrittskarten für diesen Abend mehr gibt. Für diejenigen, welche dennoch das Programm der GFG erleben möchten, wird der Rosenmontagsball, Beginn 19.30 Uhr, an gleicher Stelle empfohlen. Karten sind an der Abendkasse erhältlich.
Bevor aber die Jecken den Fasching ausklingen lassen, findet am Rosenmontag ab 14 Uhr der 14. Rosenmontagsumzug durch die Greizer Innenstadt statt. Das MDR-Fernsehen hat sein Kommen angekündigt. Ausschnitte des Umzuges sind dann in der Abendsendung des MDR zu sehen. Die GFG ruft alle Greizer und Gäste der Stadt auf, den fast 20 Vereinen einen würdigen Empfang zu bieten. Auch wenn ab diesem Jahr die Konfettimengen limitiert sind, so wird Greiz garantiert wieder einen herrlichen bunten Umzug erleben. Der Umzug endet auf dem "Von Westernhagenplatz".


13. Februar 2010 /OTZ

Kaum Zuversicht für Bauern

Thüringens Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz (von links) und die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg sind Gäste von Dr. Albrecht Broßmann, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes Greiz/Gera und Geschäftsführer der Pahren Agrar GmbH & Co KG. Anlass war die Mitgliederversammlung in Hohenölsen.
Thüringens Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz (von links)
und die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg sind Gäste von
Dr. Albrecht Broßmann, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes
Greiz/Gera und Geschäftsführer der Pahren Agrar GmbH & Co KG.
Anlass war die Mitgliederversammlung in Hohenölsen.
Foto: OTZ/Sylvia Eigenrauch

Kritik am Förderprogramm "Zukunft Milch" bei Versammlung des Kreisverbandes

Von Sylvia Eigenrauch Hohenölsen (OTZ).

Viel Zuversicht konnten die Mitglieder des Kreisbauernverbandes Greiz/Gera e.V. bei ihrer Mitgliederversammlung nicht tanken. Ein Drittel Preisverfall bei Milch musste der neue Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) für 2009 konstatieren. Zwar kündigte er für 2010 ein zusätzliches Förderpotenzial von 22 Millionen Euro an. "Doch das kann die Verluste durch sinkende Marktpreise nicht ausgleichen", sagte er und erklärte: "Die Politik kann die Lücke nicht schließen". Dr. Albrecht Broßmann, Vorsitzender des Kreisbauernverbandes, hatte den Minister im "Thüringer Milchland" begrüßt. Immerhin 22 Prozent der in Thüringen produzierten Milch kommen aus der Region des Kreisverbandes. "Es geht darum, dass die Agrarverwaltung und der Berufsstand in eine Richtung marschieren", forderte Broßmann und verlangte auch, dass die Agrarförderung nicht weiter über die Thüringer Aufbaubank, sondern wieder über Landwirtschaftsämter und das Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung abgewickelt werde. Unklarheiten gibt es zum Landesprogramm "Zukunft Milch", das der Minister gepriesen hatte. Helmut Gumpert, Vizepräsident des Thüringer Bauernverbandes und Genossenschaftschef in Knau, forderte, die Ausschreibungsrichtlinien zu ändern. Europaweit würde heißen, einen Melkstand aus Italien beziehen zu müssen, wenn der günstigste ist. Während der Minister behauptete,


Ein Stück Butter ist mittlerweile billiger als Schuhcreme.

Helmut Gumpert, Vizepräsident des Thüringer Bauernverbandes


drei Angebote würden reichen, hatte Wolfram Köber von der Ervema Agrar GmbH aus Wöhlsdorf erst am Vortag anderes gehört. Jürgen Reinholz tippte die Frage wie andere auch in seinen Black Berry und will sich kümmern, wie er sagte. "2009 war schwer, 2010 wird eher noch schwieriger", ahnt Gumpert. Nicht jeder Betrieb werde sich stabilisieren lassen. "Aber nur starke Landwirtschaftsbetriebe retten die Regionen", beschrieb er das Bedingungsgefüge. Deshalb kann der Bauernverband-Vize nicht verstehen, dass die Landwirtschaft bei beiden Konjunkturprogrammen und auch beim Kurzarbeitergeld unberücksichtigt blieb. Vom Minister forderte er, dass die Agrarwirtschaft ins System der Landesbürgschaften einbezogen wird. "Wir sind auch Mittelstand", untermauerte Gumpert. "Wir brauchen solchen Lobbyismus wie die Banken. Aber dazu fehlen uns die Strukturen", wandte sich Dr. Albrecht Broßmann durchaus selbstkritisch an die Mitglieder.

Ein Fünftel Bioenergie in Ostthüringen

Landrätin Martina Schweinsburg gegen Windräder

Hohenölsen (OTZ/eig).

In Ostthüringen werden jetzt schon 20 Prozent der hier benötigten Energie aus Bioenergie gewonnen. Das ist das Ergebnis einer Studie, die die Regionale Planungsgemeinschaft Ostthüringen bei der Friedrich-Schiller-Universität Jena in Auftrag gegeben hatte. Darüber informierte Landrätin Martina Schweinsburg (CDU), zu- gleich Präsidentin der Planungsversammlung, zur Mitgliederversammlung des Kreisbauernverbandes Greiz/ Gera. Sie verwahrte sich dagegen, „die kulturhistorisch wertvolle Landschaft mit Windenergieanlagen zuzupflastern, weil jene in Deutschland privilegiert sind". Viel wichtiger sei, das in der Region Angebaute und zudem anfallende Gülle zu vermarkten. Deshalb versuchte Schweinsburg den anwesenden Landwirtschaftsminister dafür zu begeistern. Weil sie weiß, dass die Bioenergiegewinnung vielerorts zum zweiten Standbein für Landwirte geworden ist, ermunterte sie jene, mit den Gemeinden zu reden, um deren Wohnungen mit zu versorgen. „Ich hoffe nicht, dass die Biokraftstoffsteuer auf Biogas ausgeweitet wird", sagte der Kreisverbandsvorsitzende Dr. Albrecht Broßmann. „Wenn wir die Bioenergie im Moment nicht hätten, sähe es schlecht aus", sagte der Chef des Agrarbetriebes Pahren. Für 14. April kündigte er in Schmölln ein Treffen mit Vertretern der dezentralen Ölmühlen an.

Umfrage zur Bauerntagung

Was erwarten Sie vom neuen Minister?

Andreas Stehfest, 51, stellv.
Vorstandsvorsitzender der Agrar eG
Münchenbernsdorf:

Wir hoffen, dass die Ausgleichszahlungen auch künftig bei uns Landwirten ankommen. Endlich muss sich in den Erlösen wieder niederschlagen, was dazu gehört, das Nahrungsmittel Milch zu produzieren.

Gerd Schaller, 47, Diplomagraringenieur und Bauer auf dem eigenen Hof in Mohlsdorf:
Wir erwarten uns Loyalität gegenüber dem Stand, den er vertreten soll. Die Landespolitik muss sich einbringen, um den Flächenverbrauch für die Infrastruktur zu reduzieren. Wir können Autos nicht essen.

Gerd Halbauer, 42, Geschäftsführer der Agrar GmbH Teichwolframsdorf:
Er soll sich genauso einsetzen wie der alte Minister und gerade den Milchbauern Hilfe leisten. Aber am Montag beim Milchtag in Erfurt hat er mich nicht überzeugt. Und das neue Förderprogramm bringt wieder viel mehr Bürokratie für uns.

Dr. Siegfried Stenzel, 57, Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Saale-Orla-Kreis:
Er hat ein schweres Erbe angetreten. Sein Vorgänger Volker Sklenar war sehr beliebt, konstruktiv und geachtet. Ich erwarte, dass er auf die Landwirte zukommt und mit ihnen nach solchen Lösungen sucht, die den Bauern wirklich helfen.

Beihilfen für Landwirte gehen ab 2014 zurück

Thüringen arbeitet an Gegenvorschlag mit

Hohenölsen (OTZ/eig).

„2010 werden wichtige Weichen für die gemeinsame Agrarpolitik mit der Europäischen Union ab 2014 gestellt", das kündigte Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz (CDU) vorgestern in Hohenölsen an. „Nicht vor November" rechnet er aber mit einem Konzept, von dem er weiß, dass „Beihilfen tendenziell zurückgehen". „Im Ergebnis wird die stabilisierende Wirkung der Agrarpolitik auf die Einkommen der Landwirte abnehmen", ließ er die in Hohenölsen versammelten fast 60 Mitglieder des Kreisbauernverbandes Gera/Greiz wissen.
Gänzlich überraschen lassen wolle man sich in Thüringen von den Neuerungen, die auch eine höhere Ko-Finanzierung des Landes bedeuten, aber nicht. Deshalb haben die Länder Thüringen Brandenburg, Baden- Württemberg und Bayern ein Papier erarbeitet, das noch nicht „spruchreif" ist, so Reinholz. Gestern wollte er sich auch deshalb mit seinen ostdeutschen Kollegen und der Bundeslandwirtschaftsministerin treffen.


13. Februar 2010 /OTZ

Globaler Kameraschwenk

Katja Linke spricht beim Rundgang mit den Besuchern der Vernissage über ihre Bilder.
Katja Linke spricht beim Rundgang mit den Besuchern
der Vernissage über ihre Bilder.
Foto: OTZ/Christian Freund

Ausstellung "Bis ans Ende der Welt" im Greizer Krankenhaus eröffnet

Von Antje-Gesine Marsch Greiz.

Einfach wegfahren, am besten bis ans Ende der Welt, Eindrücke sammeln, Land und Leute und vor allem die wunderbare Natur kennen lernen. Katja Linke hat sich diese Träume wahr gemacht. Seitdem die 33-Jährige die Fotografie zu ihrem Hobby gemacht hat, ist sie, wann immer es ihre Zeit erlaubt, unterwegs. Am Donnerstagabend wurde in der Magistrale des Funktionsbaus des Kreiskrankenhauses Greiz die Ausstellung "Bis ans Ende der Welt" eröffnet, die fotografische Reiseeindrücke von den schönsten Naturlandschaften Europas bis hin nach Patagonien an der Südspitze Amerikas präsentiert. Katja Linkes Ausstellung feiert damit in ihrer Heimatstadt Premiere. 1976 in Greiz geboren, absolvierte sie von 1995 bis 1998 eine Banklehre in der Sparkasse Gera-Greiz, bevor sie im gleichen Jahr an die Deutsche Bundesbank nach Bayern ging und die Beamtenlaufbahn im gehobenen Dienst einschlug. Seit 2001 ist Katja Linke in München als Sachbearbeiterin in der Personalabteilung der Bundesbank tätig. Als "schönen Ausgleich" zu ihrer Arbeit findet die sympathische Frau das Reisen und "Festhalten der Momente", wie sie sagt. "Ich bin immer wieder gern draußen und fasziniert von den Natur- und Lichtstimmungen." Dass sie ihr Handwerk versteht, ist offenbar, wobei sie ihr Wissen über die Fotografie meist im Selbststudium von Fachliteratur erlangte. "Ich glaube, ich habe jetzt meinen ganz eigenen Stil gefunden", wie Katja Linke überzeugt erklärte. Pia Büttner, die Laudatorin des Abends, weiß als kompetente Chefin des Greizer Fotoclubs, von was sie spricht, wenn sie sagt, Linkes Bilder seien "betörend"; die Künstlerin habe den "flüchtenden Augenblicken Halt und Nachdruck verliehen". So würden "majestätische Berge" und "lichtumflutende Steinhaufen" den besonderen Blick auf Charakteristisches lenken. "Die Fotos hinterlassen einfach ein gutes Gefühl, wecken Sehnsüchte und schüren die Lust auf Reisen", so Pia Büttner abschließend.
Wie die Chefärztin der Röntgendiagnostischen Abteilung des Greizer Krankenhauses, Dr. Christiane Marx, in ihren Begrüßungsworten sagte, drücke diese Ausstellung die "enge Verbundenheit von Katja Linke mit ihrer Heimat aus. Über die zahlreichen Gäste, die trotz widriger Wetterverhältnisse zur Vernissage kamen, freute sich die Wahl-Münchenerin besonders. "Viele habe ich in den Jahren meines Weggangs aus den Augen verloren", wie sie bekannte. Umso mehr Wiedersehensfreude kam auf, als sich beispielsweise ihre ehemalige Kindergärtnerin, Frau Zeidler, zu erkennen gab. "Bis ans Ende der Welt" führten auch die musikalischen Beiträge des "Folkprojekt Greiz" mit Liedern aus den USA, Italien und Kuba.


13. Februar 2010 /OTZ

Doch noch Faschingsspaß in Grundschule

Auf die Plätze, fertig.....
Auf die Plätze, fertig..... 

Trotz Künstler-Absage tolle Feier in Turnhalle

Berga (OTZ/Frd.).

Dass sie Meister im Improvisieren sind, haben die Lehrer der Bergaer Grundschule beim Schulfasching bewiesen. Das ursprünglich bereits vor einem Jahr "eingekaufte" Unterhaltungsteam konnte nicht anreisen, übermittelte kurzfristig per Handy, dass ihnen der massive Schneefall und die Glätte einen gehörigen Strich durch die Rechnung machten. Es wäre eine riesige Enttäuschung gewesen, wenn deswegen der lang ersehnte Fasching ausgefallen wäre. Außerdem hatten sich die Kinder schon vorher im Rahmen eines Schulprojektes auf diesen Tag vorbereitet. Und so zogen die 115 Schüler und ihre Lehrer in fantasievollen Kostümen zwar ohne "Bespaßer", jedoch festem Feier-Willen doch noch in die Turnhalle ein.
Hier stand ein Vormittag mit Spiel und Spaß, wie zum Beispiel dem Wettlaufen mit Luftballons, auf dem Programm.

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Fotografische Ansichten


13. Februar 2010 /OTZ

Nachdenkliches zum Wochenende

Aufdecken

Pfarrer Hermann Rose, Greiz
Pfarrer Hermann Rose, Greiz

Von Pfarrer Hermann Rose, Greiz

„Schnee, Schnee, Schnee - liebes bisschen weh!" — so kennen und hören wir es in dem alten Kinderlied. Es tut wirklich nicht weh, wenn Schneeflocken leise und leicht vom Himmel fallen. Die ganze Natur verändert sich und bekommt ein neues Kleid. Die Farben der Landschaft hüllen sich in ein uniformes Weiß. Das ist das Einzige, was mir am Winter nicht gefällt, diese Eintönigkeit. Aber ich werde entschädigt durch die bizarren Bäume im märchenhaften Winterwald und die vielfältigen Möglichkeiten der sportlichen Betätigung. Schön, wenn man dies noch wahr nimmt und nutzen kann. Schnee tut nicht weh, singen wir, aber er kostet Kraft, Ärger und auch Geld. So manche Stunden verbringen wir in diesem Winter mit Schneeschippen. Verwehte Straßen verhindern einen pünktlichen Arbeitsbeginn und ein Unfall auf glatten Wegen kann sehr schmerzhaft sein. Schnee ist also gar nicht so harmlos, wie er in diesem Kinderlied besungen wird. Schnee deckt auch zu. Das nicht winterfest gemachte Beet, die illegale Mülldeponie am Waldrand und die entstandenen Schäden auf unseren Straßen. Das mag ja für eine kurze Zeit recht schön und einfach sein, aber es kommt der Tag der Wahrheit. Der Tag der Wahrheit, wo das Zugedeckte, das Verborgene ans Licht kommt. Schnee deckt zu und die Welt scheint in Ordnung zu sein. Genauso leben wir oft als Menschen. Wir decken lieber zu als auf. Wir verschweigen lieber, als dass wir über unsere Schwächen, Fehler und Versagen sprechen. Wir versuchen damit, unsere kleine heile Welt zu retten. Wir decken zu mit Unaufrichtigkeit und Verdrängen, mit Diskutieren und Raus-Reden, mit Entschuldigungen und Beschuldigungen anderer, mit Alkohol und ständigem Stress im Berufsleben und in der Freizeit.
Aber wahres Mensch-Sein ist etwas anderes. Mensch-Sein, nach dem Bildes Gottes heißt: Ich werde geliebt. Mit meinen Stärken und Schwächen. Ich werde geliebt, einfach, weil ich bin. Vor Gott muss ich mich und das, was ich getan habe, deshalb nicht verstecken. Jesus Christus, Gottes Sohn, ist dafür auf diese Erde gekommen, um aufzudecken und nicht unter den Schnee zu schieben. Er hat die Sünde beim Namen genannt. Für die Lieblosigkeit und Rechthaberei, den Stolz und die Lüge ist er am Kreuz gestorben und hat so die Strafe für unser aller Sünde bezahlt. Nicht Zudecken ist der Weg zur Freiheit! Aufdecken und Vergebung bekommen, lässt uns Menschen sein, die menschlich leben.


13. Februar 2010 /OTZ

Nicht ohne Risiko

Die Gruppe des Alpenvereins während ihrer Wintertour.
Die Gruppe des Alpenvereins während ihrer Wintertour.
Foto: Dieter Schröder

Wintertour der Ortsgruppe Greiz des Deutschen Alpenvereins

Von Dieter Schröder Greiz (OTZ).

Die inzwischen traditionelle Schneeschuhtour führte die Ortsgruppe Greiz des Deutschen Alpenvereins ins Verwall nach Sankt Anton/Arlberg.
Neun Mitglieder trafen bei sonnigem Winterwetter in Sankt Anton ein. Nun hieß es, die Rucksäcke zu schultern, die diesmal recht schwer waren. Denn neben der Winterausrüstung musste auch die Verpflegung für vier Tage mitgenommen werden, da die Tourteilnehmer die Winterräume der geschlossenen Alpenvereinshütten nutzen wollten. Auf Grund der ausgerufenen Lawinenwarnstufe drei wurde noch die notwendige Lawinenausrüstung - Schaufel, Sonde, Verschütteten-Suchgerät - überprüft. Dann konnte der Aufstieg zur Konstanzer Hütte durch das Verwalltal beginnen. Wie wichtig die Lawinenausrüstung ist, zeigte sich kurz vor dem Erreichen der Hütte, als sich auf der gegenüber liegenden Talseite eine so genannte Staublawine löste. Nach drei Stunden erreichten die Tourteilnehmer die Konstanzer Hütte in 1980 Metern Höhe, die hier auf zwei weitere Skitourfans trafen, die bereits einen Tag zuvor angekommen waren. Da der Wetterbericht am nächsten Morgen kräftigen Schneefall mit steigender Lawinengefahr vorhersagte, wurde der ursprüngliche Plan, weiter zur Heilbronner Hütte aufzusteigen, verworfen. Nun wurde eine andere geeignete Hütte gesucht. In Silvretta wurde schließlich eine passende Bleibe mit vertretbarem Lawinenrisiko gefunden. Also ging es mit dem Auto nach Galtür und dann auf der im Winter geschlossenen Silvretta-Hochalpenstraße zirka acht Kilometer zur Bieler Hütte zu Fuß. Mit Beginn der Dämmerung trafen die Alpenvereinsmitglieder am Madlener Haus (1986 Meter) ein und stellten fest, dass sie nicht die einzigen Gäste sind. Das störte jedoch nicht und so machten es sich alle gemeinsam in der nach einem Brand neu aufgebauten Hütte bequem. Nachdem in der Nacht zirka 20 Zentimeter Neuschnee gefallen waren, entschieden sich die Greizer, eine Tour in Richtung Haagspitze zu unternehmen. Das Bielbachtal, das zu den Spitzen hinauf führt, schien von der Lawinengefahr her vertretbar zu sein. Unterhalb des Silvretta-Stausees erfolgte noch eine Schulungseinlage in Sachen Lawinenkunde mit Suche und Rettung von Verschütteten. Dabei zeigte sich, dass nur ständiges Üben die notwendige Sicherheit im Umgang mit der Ausrüstung bringt.
Dann erfolgte der lange, aber recht gleichmäßige Anstieg durch das Tal. Bei minus fünf Grad Celsius machte auch noch leichtes Schneetreiben den Teilnehmern zu schaffen. Sie gingen noch bis zum Bielbachferner und mussten auch hier bei etwa 2800 Metern Höhe wegen Lawinengefahr umkehren. Wohlbehalten, auch wegen des Fachwissens von Holger Voß über Lawinen, erreichten die Tourteilnehmer das Madlener Haus. Dort ließen sie die anstrengende, aber erlebnisreiche Tour mit einem zünftigen Hüttenabend ausklingen. Eine Fortsetzung im kommenden Jahr wird von den Alpenvereinsmitgliedern gewünscht.


13. Februar 2010 /OTZ

Das Wechselkarussell dreht sich

Fußball-Teams rüsten auf

Greiz (OTZ/M. H.).

Wie in der Bundesliga im Großen, so drehte sich auch in den Ligen auf Bezirks- und Kreisebene in der Winterpause das Wechselkarussell auf Hochtouren. Trotz möglicher Sperrfristen änderten zahlreiche Spieler in der heißen Phase der Saison die Trikotfarben, rüsteten Vereine für den Auf- oder Abstiegskampf auf oder stopften Löcher im Kader. Während in Kreisligen und -klassen bereits mehrere Spieltage zumindest angesetzt wurden, wird es in den Bezirksligen jetzt wieder ernst. Ab 20. Februar soll der reguläre Punktspielbetrieb aufgenommen werden. Die beiden höchstklassigen Vereine der Region, die SG Daßlitz/Langenwetzendorf und die SG 1. FC/Chemie Greiz, haben sich hierfür Verstärkung geholt. Nach einem Gastspiel bei Blau-Weiß 90 Greiz kehrte Felix Körner zurück auf den Tempelwald, um nach der Nachwuchsabteilung nun die erste Mannschaft zu bereichern. Über seinen ersten Einsatz im Testspiel gegen Werdau zeigte sich der Greizer Trainer Dietmar Sengewald zufrieden. Ähnliches lässt sich über die SG Daßlitz/Langenwetzendorf berichten. Hier konnte Abwehrspieler Enno Tiller nach zwei Jahren im Dienste der SG Greiz wieder in den Daßlitzer Reihen begrüßt werden. Auch er konnte am Wochenende im Testspiel überzeugen. Allerdings musste Daßlitz in besagtem Testspiel einen herben Rückschlag hinnehmen. Torwart Nummer eins Tobias Kühnel verletzte sich schwer am Knie und wird, so bestätigte Vereinspräsident Gerd Halbauer, mindestens ein halbes Jahr ausfallen. "David Pfennig wird seinen Platz einnehmen", so Halbauer. Auch einige Vertreter der Kreisliga nutzten die Winterpause zu Personalwechseln. Mit David Amstätter im offensiven Mittelfeld und Christian Fischer in der Abwehr will der SV 60 Untergrochlitz, derzeit Vorletzter der Tabelle, die Abstiegsränge verlassen. Inwieweit das gelingt, wird sich gegen Wünschendorf/Falka am Sonnabend zeigen. Der FSV Berga, derzeit Sechster, geht unverändert in die zweite Saisonhälfte. Einen Platz vor den Elsterstädtern steht der Hohndorfer SV. Von den zwei neuen Kräften, beide ehemals im Trikot der Reserve der SG Greiz, können eventuell Impulse für den umgehenden Wiederaufstieg gegeben werden. Ralf Pippig in der Abwehr und Kai Uhlig im Mittelfeld stünden dem HSV ab Mitte Februar zur Verfügung. Immer noch im Vogtländischen Oberland, allerdings eine Liga niedriger in der 1. Kreisklasse, spielt die Mannschaft der VSG Cossengrün. Unter Umständen jedoch nur noch eine Saison, denn das Team geht, ohne Wechsel, mit sechs Punkten Vorsprung als ungeschlagener Tabellenführer in die Rückrunde. Ebenfalls im oberen Tabellendrittel mischen der Greizer SV (4.) und Blau-Weiß Greiz (5.) mit. Während Erstere ohne Personalveränderung auskommen, können die Blau-Weißen den Zugang Daniel Schneiders vom FSV Mohlsdorf in der Verteidigung verbuchen. Allerdings ist Schneider noch für sechs Spiele gesperrt, wird also frühestens Ende März ins Spielgeschehen eingreifen können. Der Hainberger SV, Zehnter der 1. Kreisklasse, geht unverändert in die Punktspiele des Jahres 2010.
In Kreisklasse zwei auf Rang vier liegt der FSV Mohlsdorf. Zumindest bei den Zugängen sind sie Spitzenreiter. Vier Spieler nahmen in der Winterpause das Training auf. Ob Danny Reichel, Mirco Flammiger, Matthias Neupert und Daniel Lange allerdings in der ersten oder zweiten Mannschaft zum Einsatz kommen, stehe noch nicht fest, hieß es von Vereinsseite.


13. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Neue Ziele im neuen Jahrzehnt

Wohnungsbaugesellschaft Zeulenroda will sich auf älter werdende Menschen einstellen

Von Steffen Beikirch Zeulenroda (OTZ).

Die schwarze Null im Jahresabschluss hat Michael Zitzmann noch nicht geschafft, seit er 2006 Geschäftsführer der Zeulenrodaer Wohnungsbaugesellschaft wurde. "Aber es geht voran", zeigt sich der Erfurter zuversichtlich. Denn die Zukunft des kommunalen Tochterunternehmens jener Stadt, in der er sein Geld verdient und die Woche über lebt, ist jetzt wieder planbar - seit der Wohnungsverkauf vom Tisch ist und stattdessen Bankenzusagen zur Weiterfinanzierung unterschrieben sind. In den letzten Jahren galt es noch die Anforderungen des Stadtumbaukonzepts zu erfüllen: 302 Wohnungen nahm die GmbH bis 2008 "vom Markt", bekam dafür Altschulden von 1,1 Millionen Euro erlassen und konnte die Leerstandsquote von 22 auf jetzt 16,2 Prozent drücken. "Im neuen Jahrzehnt wollen wir nun neue Schwerpunkte in den Fokus der Arbeit rücken", sagt Zitzmann und erklärt, was er damit meint: Es gilt, sich auf die älter werdende Gesellschaft einzustellen. Da die demografische Entwicklung nicht an Zeulenroda vorbei geht, müssten zwar auch noch weitere Wohnungen abgerissen werden, was im Stadtbachring moderat durch Umbau oder Rückbau geschehen soll. Das Hauptaugenmerk liegt aber auf der Anpassung des Bestandes an die veränderten Mieter-Ansprüche. So will man Wohngemeinschaften für Pflegebedürftige integrieren, um damit den Weg ins Pflegeheim vermeiden zu helfen. "Die Leute wollen möglichst lange in ihrem angestammten Umfeld bleiben", weiß Zitzmann. Realisiert werden könnte diese Idee in der Straße der DSF durch Fahrstuhl-Vorbau und Erschließung der betreffenden Wohnungen durch einen Laubengang. Ab wann und in welchem Block, ist noch nicht entschieden. Zumal derzeit ein Modellprojekt für das ganze Areal Rötlein/Straße der DSF in Kooperation mit AWG Solidarität und Stadtverwaltung in Vorbereitung ist (OTZ berichtete). Ebenfalls in der Straße der DSF, aber auch in Parterrewohnungen an anderen Standorten, möchte der Geschäftsführer den alters- und behindertengerechten Ausbau von Quartieren weiter fortsetzen. In Zeulenroda-West, konkret der Dr. Otto-Nuschke-Straße, kann er sich Balkonanbauten vorstellen. Dies allerdings zunächst punktuell an einem Aufgang, um erstmal zu sehen, wie die Resonanz unter den Mietern ist. "Es geht nicht um Schnellschüsse, sondern um Nachhaltigkeit", so Zitzmann. Dieses Jahr werde man noch mit moderaten Instandhaltungen beschäftigt sein, gleichzeitig aber größere Investitionen vorbereiten.

Kommentar

Blick wieder voraus

Von Steffen Beikirch

Nach den Turbulenzen um Verkauf oder nicht kann die Zeulenrodaer Wohnungsbau GmbH jetzt wieder Strategien für die Zukunft entwickeln.
Als 2008 die Darlehen ausliefen, träumte der Alleingesellschafter von stattlichen Erlösen. Die Wirtschafts- und Finanzkrise funkte der Kommune aber gehörig dazwischen. Gleichzeitig hatte der "Werteverfall" in Euro und Cent auch sein Gutes: Die Weiterfinanzierung des hundertprozentigen städtischen Tochterunternehmens ist durch neue Verträge bis mindestens 2014 gesichert. Zum Teil sogar bis 2019, was durch unterschiedliche Kreditlaufzeiten zu Stande kommt. In seiner Funktion als Aufsichtsratschef hatte der Bürgermeister im August angekündigt, mit den neuen Zins- und Tilgungskonditionen sei die GmbH gut aufgestellt und habe sogar noch Luft für Investitionen. "Stimmt", nickt Geschäftsführer Michael Zitzmann heute und kann einen Maßnahmeplan bis 2014 präsentieren, der ein Investitionsvolumen von rund 1,5 Millionen Euro enthält. Dieser Fünfjahrplan war von den Banken zur Bedingung gemacht worden. Jetzt ist er fertig und soll im März im Aufsichtsrat behandelt werden.

Wobau-Vorhaben 2010 (Auszug)
· Sanierung im Zuge von Neuvermietungen (120 000 Euro)
· Neue Farbgebung der Öko-Häuser Blumenweg 1-3 (50 000 Euro).
· Balkonsanierung Öko-Häuser (15 000 Euro)
· Strangsanierung im Stadtbachring 20-26 (30 000 Euro)
· Treppensanierung Greizer Straße 78 (6 000 Euro)
· Vorbereitung von Investitionen im Gesamtwert von rund 1,5 Millionen Euro, die von 2011 bis 2014 realisiert werden sollen
· Hoffest zum 20-jährigen Bestehen der Wohnungsbaugesellschaft am 27. September, speziell dazu auch Herausgabe einer Mieterzeitung


13. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Kreisch-Alarm beim Weiberfasching

Ausgelassen feierte die holde Weiblichkeit.
Ausgelassen feierte die
holde Weiblichkeit.

Denn die Damen in der Stadthalle lassen sich natürlich von Männern unterhalten

Zeulenroda (Th. Stöcker).

Als am Donnerstagabend Ines Bayer um genau 20.11 Uhr den 3. Zellreder Weiberfasching offiziell eröffnete, war dies nicht nur der Beginn der heißen Faschingsphase, sondern der Auftakt zu einer rauschenden Partynacht. Geschätzte 250 bestens gelaunte und herrlich bunt kostümierte Frauen feierten mit hohem Unterhaltungswert. Bereits mit den ersten Takten schnippte der Stimmungspegel in die Höhe. Was das närrische Publikum in dem rund zwei Stunden dauernden Programm geboten bekam, war eine gelungene Mischung aus Musik, Tanz und Sketchen. Dass es hin und wieder zu "männerunfreundlichen" Witzen und verbalen Seitenhieben kam, liegt in der Natur der Sache. Und wer unterhielt eigentlich die Damen? Na klar, die Männer. Insgesamt vier Männerballetts aus Zeulenroda, Wöhlsdorf und vom Handwerkerfasching Schleiz sorgten für akustische wie optische Leckerbissen. Kreisch-Alarm à la Tokio Hotel auch in Zeulenroda. Ohne Zugaben wurde kein Männerballett aus dem Saal gelassen. Dass die Bütt von Ute Konrad etwas ins Hintertreffen geriet, war dem starken Auftritt der Herren der Schöpfung geschuldet.
Aber worin liegt eigentlich der Reiz des Zeulenrodaer Weiberfaschings? Zwar fielen keine Krawatten, aber das störte niemand. ,,Es ist der graziöse Empfang mit einem Glas Sekt, gedeckte Tische sowie das Vergnügen", meinte Ines Bayer. Den eigentlichen Höhepunkt setzte Nico, ein Mann mit einem Traumkörper, der letztlich unter lautem Kreischen und Beifall für nackte Tatsachen sorgte. ,,Ich will Schmerzensgeld, ich hab´ mir die Finger blau geklatscht", frotzelte Ulla Nitschke aus Zeulenroda. ,,Es war super und sehr schön."


13. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Positive Aussichten für Müllbeseitigung

Dietmar Lübcke
Dietmar Lübcke 

Dietmar Lübcke spricht über AWV-Zukunft

Von Kristin Kulow Zeulenroda (OTZ).

Müll ist ein unangenehmes Thema, das aber alle angeht. "Deshalb ist es selbstverständlich, dass Neuerungen und Konzepte öffentlich diskutiert werden", sagte Dietmar Lübcke, Geschäftsleiter des Abfallwirtschaftszweckverbandes Ostthüringen (AWV), zu Beginn seiner Ausführungen in der jüngsten Sitzung der Bürgerinitiative für sozialverträgliche Abgaben und Leistungsgerechtigkeit in Zeulenroda und Umgebung (BIZ) im Gasthof "Grüner Baum". Lübcke war gekommen, um den Entwurf eines neuen Konzeptes für die nächsten fünf Jahre vorzustellen, mit den Bürgern darüber zu diskutieren und Fragen zu beantworten. Beim vorgelegten Konzept stehen Abfallvermeidung und die voraussichtliche Gebührenentwicklung im Mittelpunkt. "Eine Vision, die wir noch in diesem Jahr verwirklichen wollen, ist die Gelbe Tonne Plus", berichtet Lübcke. Darin dürfen nicht nur Verpackungen entsorgt werden, sondern beispielsweise auch defekte Rührschüsseln. "Ich halte diese Regelung für viel sinnvoller, da derzeit kaum jemand weiß, was in der Gelben Tonne entsorgt werden darf", erläutert der Geschäftsleiter. Außerdem soll die Vorbehandlung von Abfällen, also die Vorsortierung, weiter ausgebaut werden. Eine Abfallprognose liegt dem AWV ebenfalls vor. Sie besagt, dass es bei der Verwertung von Haus- und Sperrmüll keine Kapazitätsprobleme geben wird, wohl aber beim Biomüll. "Für den Fall, dass das eintritt, denken wir schon jetzt über Verträge mit weiteren Kompostieranlagen nach", so Lübcke. Bei der Entwicklung der Gebühren sind laut dem Geschäftsleiter in naher Zukunft keine großen Sprünge zu erwarten. Derzeit setzt sich der Endpreis für den Kunden je zur Hälfte aus Grund- und Leistungsgebühr zusammen. In erstere fallen beispielsweise Kosten für Personal und Dieselkraftstoff. Die Leistungskosten ergeben sich aus den tatsächlich geleerten Tonnen. Bis 2009 wurden für einen Zwei-Personen-Haushalt vier Pflichtentleerungen pro Jahr berechnet, was großen Unmut bei jenen auslöste, die weniger Restmüll zur Entsorgung gaben, jedoch alle vier bezahlen mussten. Seit 2010 sind es nur noch drei Pflichtentleerungen. "Es ist für uns die einzige Möglichkeit zu gewährleisten, dass jeder Haushalt eine vorgeschriebene Restmülltonne hat", erklärt Lübcke. "Drei Entleerungen jährlich sind dabei für einen Zwei-Personen-Haushalt realistisch, wie wir uns in der Praxis überzeugt haben."
Außerdem kam die Frage nach dem Vorteil von Einzelentleerungen gegenüber Sammelplätzen auf. "Bei der Blauen Tonne ist die Einzelentleerung ein klarer Vorteil", erklärt Lübcke. "Bei der Gelben Tonne gibt es fast keine Unterschiede zu Sammelplätzen." Auch die Entlohnung fürs Sammeln von Zeitungen wurde zum Thema: Lübcke gibt zu bedenken, dass aufgrund der Weltwirtschaftskrise die Kostendeckung für den Transport zur Endverwertung im Vordergrund stehe und daher momentan nur eine geringe Entlohnung für die Sammler möglich wäre. Gleichzeitig prognostiziert er, dass sich das in naher Zukunft wieder ändern werde.


13. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Milchkühe gehen selbst zum Melken

Landrätin Martina Schweinsburg und Volkmar Schleif im Gespräch vor dem Melkroboter.
Landrätin Martina Schweinsburg und
Volkmar Schleif im Gespräch vor
dem Melkroboter.
Foto: OTZ/Zaumsegel

Landrätin Martina Schweinsburg besucht Stallanlage der Schleif GbR in Wöhlsdorf

Von Holger Zaumsegel Wöhlsdorf (OTZ).

Artig stehen die Kühe in einer Reihe. Sie wissen, es ist Zeit - Zeit zum Melken. In der Stallanlage der Schleif GbR in Wöhlsdorf brauchen sie keinen, der selbst Hand anlegt. Seit 2007 steht hier ein Melkroboter, der Inhaber Volkmar Schleif 120 000 Euro gekostet hat. Die Kühe freut´s: Immer, wenn ihr Euter sich meldet, gehen sie zum Roboter, der ihnen die Milch abnimmt. "Das klappt ganz von allein", erklärt Volkmar Schleif. "Die Kühe wissen am besten, wann sie dran sind". Schleif durfte am Donnerstag Besuch in seinem Stall begrüßen. Die Greizer Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) war zusammen mit Wirtschaftsreferent Steffen Täubert, der Bürgermeisterin der Gemeinde Wiebelsdorf, Iris Seidel (Bürgergemeinschaft), Dr. Arnfried Völlm, Leiter des Landwirtschaftsamtes Zeulenroda, sowie Angelika Geilert, Geschäftsführerin des Kreisbauernverbandes, gekommen, um die 70 Milchkühe und alles, was Schleif noch zu bieten hat, unter die Lupe zu nehmen. Zu schaffen macht Schleif der aktuelle Milchpreis. Er ist viel zu niedrig, um rentabel arbeiten zu können. So habe er schon die Produktion auf 8700 Liter Milch pro Kuh im Jahr herunter gefahren. Als er sich den Melkroboter 2007 zulegte, dafür auch extra Umbauarbeiten im Stall vornehmen ließ, konnte man die jetzige schlechte wirtschaftliche Lage der Milchbauern noch nicht erahnen. "Man muss ja wenigstens leben können", sagt er und hofft, dass sich bald eine Verbesserung einstellt. Jedes andere Unternehmen würde einfach die Dinge abschaffen, die negativ ins Kontor schlagen. "Wenn ich aber einmal meine Kühe abschaffe", so Schleif, "dann kann ich sie später nie wieder anschaffen". Und so wird er weiter durchhalten. Außerdem hat Volkmar Schleif ja noch andere Pferde - als seine Kühe - im Stall. Auf 150 Hektar baut er Getreide an. Im letzten Jahr hat er sich sogar auf ein sehr zukunftsfähiges Feld gewagt. Eine Photovoltaik-Anlage ziert sein Stalldach. Der Solarstrom ist für Schleif sehr lukrativ, kann er sich jetzt doch selbst versorgen und, wenn das Wetter stimmt, hin und wieder auch welchen in das Stromnetz einspeisen.
Landrätin Schweinsburg erinnerte sich bei ihrem Besuch an vergangene Tage. Nicht nur, dass die Schleif GbR 1996 das erste landwirtschaftliche Unternehmen war, das sie auf ihrer Reise durch die Betriebe der Region besuchte. Nein, auch Jugenderinnerungen verbindet sie mit Wöhlsdorf. So war sie eben im jenen Stall, den sie am Donnerstag begutachtete, als junges Mädchen für die LPG tätig. "Fast wäre ich hier auch gelandet." Dass sie sich immer noch bestens in landwirtschaftlichen Fragen auskennt, wurde offenbar. Fachsimpelnd ging sie mit Volkmar Schleif über das Anwesen und warf ihren Blick nicht nur auf die Milchkühe.


13. Februar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Torjäger vom Feinsten

Immer wenn der Zeulenrodaer Robby Boucherifi (links) an den Ball kam, wurde es gefährlich.OTZ-Serie 100 Jahre Fußball
Immer wenn der Zeulenrodaer Robby
Boucherifi (links) an den Ball
kam, wurde es gefährlich.

Fußball: Robby Boucherifi erzielte jede Menge Tore für die Zeulenrodaer

Von Klaus Meitner Zeulenroda (OTZ).

Robby Boucherifi begann seine Fußball-Laufbahn im Nachwuchsbereich der BSG Motor Zeulenroda im Alter von sechs Jahren. Schon bald stellte er unter Beweis, was für ein exzellenter, vor allem aber torgefährlicher Stürmer er war. Mit 17 Jahren absolvierte Robby sein erstes Spiel in der 1. Männermannschaft, außerdem wurde er 1985 mit 28 Treffern Torschützenbester der Junioren-Bezirksliga. 1987 wechselte Boucherifi zu Fortschritt Weida, kehrte aber schon 1988 wieder nach Zeulenroda zurück. In der Saison 1988/89 belegte Motor in der Bezirksliga Gera einen guten 4. Platz. Robby Boucherifi, damals 21 Jahre jung, erzielte von den 60 Zeulenrodaer Toren allein 26 und war damit bester Schütze in der Bezirksliga.
1990 ging er arbeitsbedingt nach Helmbrechts. Dort war er allerdings nicht spielberechtigt. Im gleichen Jahr ging es wieder zurück in die Heimat. Im Punktspieljahr 1990/91 schaffte der FV Zeulenroda das Kunststück, ungeschlagen Thüringenmeister zu werden. Damit war der Aufstieg zur Amateur-Oberliga geschafft. Und damit begann für den kleinen Stürmer mit dem großen Kämpferherz seine erfolgreichste Fußballzeit. Beeindruckend, wie er mit einer stets fairen, sportlichen Einstellung seinen Fußball zelebrierte. Dreimal hintereinander wurde Boucherifi mit dem FV Zeulenroda Thüringer Meister im Hallenfußball (1994 bis 1996). In seinen 208 Oberligabegegnungen erzielte Robby Boucherifi 91 Tore, wurde nicht ein einziges Mal des Feldes verwiesen. Erwähnenswert die beiden Treffer beim 2:0-Auswärtserfolg bei den Amateuren des FC Carl Zeiss Jena im Spieljahr 1995/96. Im Tor der Jenaer stand kein Geringerer als Robert Enke, der ehemalige Nationalkeeper, der im vergangenem Jahr viel zu früh verstorben ist. Bitter für Boucherifi, als er nach großem Spiel und Kampf das Thüringer Pokalfinale am 6. Juni 1995 in Weida gegen den FC Carl Zeiss Jena mit seinem Team 0:1 verlor. In der Saison 1994/95 wurde er zusammen mit dem Wernigeröder Lierath Torschützenbester der Oberligastaffel Süd. Beide brachten es auf 19 Treffer. 1995/96 verteidigte er die Torschützenkrone mit 17 Toren.
Nach Diskrepanzen mit dem damaligen Geschäftsführer des FV Zeulenroda ging Boucherifi 1998 zum FSV Schleiz, wo er 2001 im Alter von 33 Jahren dem Fußballsport adé sagte. Zu wünschen wäre, dass Robby Boucherifi mit seinem Erfahrungsschatz vielleicht doch noch einmal zum Zeulenrodaer Fußball zurück findet.


13. Februar 2010 /Vogtland-Anzeiger

AWO-Reichenbach beklagt Personalmangel

Reichenbach – Einen symbolischen „goldenen Schlüssel“ überreichte der Geschäftsführer der Arbeiterwohlfahrt (AWO) Vogtland Steffan Günther kan den Reichenbacher CDU-Landtagsabgeordneten Alfons Kienzle und forderte den Politiker damit auf, sich im Landtag für die Erhöhung des Personalschlüssels in sächsischen Kindertageseinrichtungen einzusetzen. Günther schließt sich damit einer Aktion unter dem Motto „Weil Kinder Zeit brauchen – für mehr Personal in Sachsens Kitas“ an, die von der Liga der Spitzenverbände der Freien Wohlfahrtspflege im Freistaat Sachsen initiiert wurde. Die AWO, Bereich Reichenbach, macht auf ihre Personalsituation in den Kindereinrichtungen aufmerksam. Dort fehle, so berichteten Kindergartenleiterinnen und Erzieherinnen unisono, Personal an allen Ecken und Enden. Derzeit gelten Personalschlüssel von 1:6 im Krippen-, 1:13 im Kindergarten- und 1:20 im Hortbereich. Und so sei es kaum oder nur auf Kosten der Gesundheit der Mitarbeiter möglich, die geforderte Umsetzung des Sächsischen Bildungsplanes zu verwirklichen. Es bleibe keine Zeit, um den Kindern Zeit zu lassen, die je nach Alter das Anziehen, das Essen oder andere lebenspraktische Dinge lernen sollen. In kleineren Einrichtungen werden vom Baby bis zum Vorschulkind alle in einer Gruppe betreut. Wenn dann nur eine Erzieherin zur Verfügung steht, bleibt ein Teil der Kinder auf der Strecke. Im Hortbereich ist das nicht anders. Bei einem Personalschlüssel von 1:20 kann die Erzieherin nicht allen Kindern bei den Hausaufgaben zur Seite stehen. Hinzu kommt die Unzufriedenheit, die bei den Erziehern wächst. Schließlich haben sie jeden Tag mit der Diskrepanz zu leben, den Kindern die bestmögliche Erziehung und Bildung zukommen zu lassen, können aber wegen Überforderung gar nicht alle Aufgaben erfüllen. Bei der AWO Reichenbach, die 13 Kindereinrichtungen in Trägerschaft hat und dort 118 Erzieherinnen beschäftigt, treten die einzelnen Probleme deutlich zutage. Die Einrichtungsleiterinnen, berichteten von hochmotivierten Mitarbeiterinnen und dass der Kita-Betrieb bisher mit viel persönlichem Einsatz und einigen Praktikanten immer aufrechterhalten wurde. Aber auf Dauer sei das kein Zustand. Zugespitzt werde die Situation noch bei krankheitsbedingten Ausfällen. Für Vorbereitung, Dokumentation oder die Umsetzung spezieller Konzepte bleibe da keine Zeit.
Es wäre schon ein Fortschritt, umschrieben die AWO-Mitarbeiter ihre Forderung, wenn wenigstens jedes Kind, egal, wie lange es in der Einrichtung betreut wird, als ein voll besetzter Platz gerechnet werden könne. Denn zwei Halbtagskinder gelten derzeit als ein Platz, auch wenn sie beide zur gleichen Zeit die Einrichtung besuchen. Gezählt werden sie aber, als würden sie nacheinander kommen.
ina


13. Februar 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Karikatur des Tages

Zeichnung: OTZ/Bruns
Zeichnung: OTZ/Bruns


700 Euro für den Straßenlauf

Greiz (OTZ/KG).

Einen Zuschuss von 700 Euro genehmigte der Kultur-, Sport- und Tourismusausschuss in seiner jüngsten Sitzung einstimmig. Über die Fördermittelvergabe für weitere Vereine, die bis 31. Januar ihre Anträge eingereicht haben, entscheide der Ausschuss in seiner Aprilsitzung. Da der Straßenlauf jedoch bereits am 13. März stattfindet, stand dieser Antrag bereits jetzt auf der Tagesordnung.


Von der Schmiede zur Kunst- und Kulturregion

Bildungsreise ins Ruhrgebiet nach Essen

Greiz (OTZ).

Auch in diesem Frühjahrsemester bietet die Kreisvolkshochschule Greiz wieder eine Bildungsreise an, für die jetzt noch freie Plätze verfügbar sind. Vom 8. bis 10. Juni erleben Interessierte die Entwicklung des Ruhrgebietes von der Schmiede Europas zu einer modernen Dienstleistungs-, Kunst- und Kulturregion. Die Metropole Ruhr betritt 2010 als Kulturhauptstadt Europas mit weit über 200 Projekten und fast 3000 Veranstaltungen in 53 Städten die internationale Bühne und hat täglich für jeden Geschmack etwas Zu bieten. Unter dem Motto „Wandel durch Kultur — Kultur durch Wandel" zeigt das Ruhrgebiet, wie es sich zu einer außergewöhnlichen Metropole mit kulturellem Pulsschlag entwickelt. In den Sparten „Mythos Ruhr begreifen", „Metropole gestalten" und „Europa bewegen" wird der Wandel durch eindrucksvolle Architekturen und einmalige Kunstprojekte deutlich. Geplante Programminhalte: Stadtführung in Essen, Besuch des Kunstquartiers Hagen, Besichtigung der Zeche Zollverein, des Ruhrmuseums und des Museums Folkwang, Besuch der Villa Hügel und der Bergarbeitersiedlung Margarethenhöhe. Nähere Informationen und Kursanmeldungen unter Tel. (03661) 6 28 00, per E-Mail an verwaltung@kvhs-greiz.de oder über die Internetseite: www.kvhs-greiz.de


Linke-Politikerin will Wegweiser zu Mahnmal

Greiz (OTZ/KG).

Mit einer Anfrage wendete sich Helgard Gothe (Die Linke) im Ausschuss für Kultur, Sport und Tourismus am Donnerstagabend an den Greizer Bürgermeister Gerd Grüner (SPD). Da in diesem Jahr der 65. Jahrestag der Befreiung vom Faschismus begangen wird, brachte sie das vom Parkeingang auf den Alten Friedhof versetzte Mahnmal wieder ins Gespräch. Gothe fragte, ob es nicht möglich wäre, Hinweisschilder in der Stadt aufzustellen, denn „jetzt weiß doch keiner, wo das Mahnmal steht". An welchen Stellen die Schilder aufgestellt werden sollen, dazu hatte die Linkssozialistin allerdings noch keine Vorstellung.
Grüner verwies auf das übliche Procedere: Ein entsprechender Antrag einschließlich Finanzierungsvorschlag müsse — wie bei allen Vorschlägen der Fraktionen — bei ihm eingereicht werden.


Drucktechnikschau wird heute eröffnet

Heute um 11 Uhr wird im Sommerpalais die Ausstellung „Graphische Drucktechniken eröffnet. Hausmeister Uwe Pietrock ist mit dem Aufbau der Ausstellung beschäftigt.
Foto: OTZ/Christian Freund

Heute um 11 Uhr wird im Sommerpalais die Ausstellung „Graphische Drucktechniken" eröffnet. Hausmeister Uwe Pietrock ist mit dem Aufbau der Ausstellung beschäftigt.


Den Olympioniken nacheifern

Während in Vancouver die Olympiateilnehmer um die Medaillen kämpfen, kann dank des schneereichen Winters auch in Greiz und Umgebung dem Wintersport nachgegangen werden, wie hier beim Skilaufen im Greizer Park.
Foto: OTZ/Christian Freund

Während in Vancouver die Olympiateilnehmer um die Medaillen kämpfen, kann dank des schneereichen Winters auch in Greiz und Umgebung dem Wintersport nachgegangen werden, wie hier beim Skilaufen im Greizer Park.


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