25. Januar 2010 /OTZ

Neumühler Zeitsplitter

Die Kleinen des Neumühler Kindergartens sangen und tanzten gestern zur Festveranstaltung im Saal der Seniorenwohnanlage in Neumühle.
Die Kleinen des Neumühler Kindergartens sangen und tanzten
gestern zur Festveranstaltung im Saal der Seniorenwohnanlage
in Neumühle.
Foto: OTZ/Grieser, Grunert

Gemeinde feiert ihre 50-jährige Selbstständigkeit in gemütlicher Runde

Von Katja Grieser Neumühle (OTZ).

Zu Tränen gerührt war Pedra Hofmeister, Bürgermeisterin von Neumühle, als sie gestern zur Festveranstaltung anlässlich des Gemeindejubiläums einen großen Blumenstrauß überreicht bekam und die Neumühler mit stürmischem Applaus das Engagement würdigten, mit dem sie sich nunmehr seit der Wende für die Gemeinde einsetzt. Ebenso erfreut war Hofmeister, dass der Saal in der Seniorenwohnanlage des Ortes proppenvoll war - die Neumühler wollten sich die Feier anlässlich der 50-jährigen Selbstständigkeit der Gemeinde nicht entgehen lassen.
Das Datum für die Party war bewusst gewählt, genau 50 Jahre, nachdem im Kultursaal des Hartpappenwerkes Lehnamühle die Selbstständigkeit groß gefeiert wurde. Etliche Neumühler, die die Feier damals erlebt haben, können sich noch genau daran erinnern - obwohl einige wohl nicht mehr wissen, wie sie an jenem Tag nach Hause gekommen sind. Diese und weitere Anekdoten machten gestern Nachmittag die Runde. Es wurde in Erinnerungen geschwelgt. Auch Festredner Siegfried Kleiner, einer der ersten Gemeindevertreter, ließ die Vergangenheit rund um die Gemeindegründung detailliert Revue passieren. Er erinnerte sich an die Gespräche und Treffs im Vorfeld, an das große Interesse der Leute. Neumühle, so Kleiner, sei ein Anschauungsobjekt für die einstige deutsche Kleinstaaterei gewesen, die lange andauerte. Ein Beispiel sei die Schule gewesen: So konnte es sein, dass die Kinder aus den Neumühler Ortsteilen in drei verschiedene Schulen mussten - nach Waltersdorf, Kleinreinsdorf oder Nitschareuth. Deshalb gab es bereits nach dem zweiten Weltkrieg Bestrebungen, eine Gemeinde zu gründen. Es sollte bis 1960 dauern, bis dieser Wunsch endlich erfüllt wurde.

Probleme gab es in Neumühle trotzdem zuhauf. So habe ein Spielplatz ebenso gefehlt wie ein Kindergarten, die Hoffnung auf Belebung des Fremdenverkehrs in dem einstigen Luftkurort war nicht erloschen. Pech hatten die Neumühler mit Bürgermeistern, bis zur Wende hatte sich die stattliche Zahl von acht Gemeindechefs in diesem Amt versucht. "Das waren halt immer welche von auswärts", so Siegfried Kleiner schmunzelnd, der wie viele Neumühler dankbar ist, dass Pedra Hofmeister nach der Wende das Ruder in die Hand genommen hat.
Für Gesprächsstoff sorgte gestern auch die kleine Ausstellung mit Höhepunkten aus der Neumühler Geschichte, die Edgar Schwarz zusammen gestellt hat. Die Archivarbeit lässt den Ortschronisten a. D. noch immer nicht los und so hat er fürs Jubiläum die Schau entwickelt, die einen Überblick etwa über die Mühlen und Brücken von Neumühle sowie die Eisenbahnlinie gibt.
Mit einem Programm mit Kabaretteinlage, Unterhaltung mit den Breitentaler Musikanten und einer Vorführung des Kindergartens Neumühle wurde in gemütlicher Runde das Jubiläum gefeiert. Eben genau wie vor 50 Jahren zur Gemeindegründung.

Mit ganzer Kraft

Von Katja Grieser

"Wir haben in den Jahren immer gemeinsam gekämpft. Das geht ganz gut, auch fernab der Politik", so das Resümee der Neumühler Gemeindechefin Pedra Hofmeister, die deshalb gestern auch keine "Offiziellen" eingeladen hat. Recht hat sie, ist sie doch selbst bestes Beispiel dafür, dass persönlicher Einsatz das Wichtigste ist. Die Neumühler schätzen ihre Zähigkeit - auch gegenüber Behörden -, die ihr sogar schon ein Hausverbot bei einer Landesbehörde eingebracht habe. Dieses Engagement würdigten die Neumühler zur Festveranstaltung ausgiebig. Machtlos dürfte die Bürgermeisterin jedoch in puncto Gastronomie sein. Denn ein Gasthaus sucht man in Neumühle vergebens. Und so ist eine Gaststätte auch der große Wunsch zahlreicher Neumühler. Ob sich jedoch ein Wirt findet, der in der auf 425 Einwohner geschrumpften Gemeinde eine Kneipe aufmacht, ist zu bezweifeln. Schätzungsweise liegt die Kreisstadt Greiz auch viel zu nah, um eine Gaststätte in Neumühle lukrativ erscheinen zu lassen. Doch aufgeben will die Hoffnung deshalb kein Neumühler.

Feiergäste in Neumühle gefragt

Wo sehen Sie Ihre Gemeinde in 50 Jahren?

Jeannette Longin,
wohnte 35 Jahre in Neumühle: Ich bin in Neumühle geboren und aufgewachsen. Nach 35 Jahren habe ich mit meiner Familie aber in Teichwolframsdorf gebaut. Für Neumühle wünsche ich mir auch für die nächsten 50 Jahre, dass der schöne Zusammenhalt in der Gemeinde bestehen bleibt. Das Gemeindeleben, wenn auch individuell gepflegt, ist etwas Besonderes.

Gunter Neumann,
gebürtiger Sachse, wohnt heute in Neumühle: Ich bin ein Zugewanderter aus Sachsen, komme aus der Nähe von Zittau und bin meiner Frau nach Neumühle gefolgt. Für die Zukunft hoffe ich, dass Neumühle noch lange selbstständige Gemeinde bleiben kann Zudem wünsche ich mir, dass die Vogtlandbahn auch weiterhin und noch lange durch Neumühle fährt.

Bernd Weinhold,
gebürtiger Greizer, wohnt seit 15 Jahren in Neumühle: Für die Zukunft der Gemeinde wäre die Ansiedlung einer Gaststätte wünschenswert. So könnte auch ein Ort entstehen, wo die Neumühler Einwohner zusammenkommen können. Für mehr Jugend im Ort habe ich schon persönlich durch meinen Nachwuchs gesorgt. Der Zusammenhalt soll weiterhin Bestand haben.

Pedra Hofmeister,
seit 20 Jahren Bürgermeisterin von Neumühle: Zum 50. Geburtstag meiner Gemeinde wünsche ich mir für die weitere Zukunft natürlich viele neue Einwohner. Auch die Eröffnung einer Gastwirtschaft würde ich mir wünschen. Ansonsten hoffe ich, dass wir die Geschicke der Gemeinde Neumühle noch so lange wie möglich selber lenken dürfen.

Kurt Büttner,
ehemaliger Leiter Hartpappenwerk Lehnamühle: Nun, seit der Wende hat sich in Neumühle ja allerhand getan. So wurde zum Beispiel die neue Elsterbrücke gebaut. Auch die Verbindungsstraße zwischen Neumühle und Lehnamühle wurde instand gesetzt. Für die Zukunft wünsche ich der Gemeinde, dass es ihr gut ergeht. Ob sich wieder ein so großer Betrieb wie das Hartpappenwerk hier ansiedelt, wage ich jedoch zu bezweifeln.

Edgar Schwarz,
Chronist a. D. von Neumühle: Neumühle hat landschaftlich so viel Reizvolles zu bieten. Wanderer und Radfahrer haben unsere Region in den letzten Jahren stärker frequentiert. Dabei fällt auf, dass ein Gasthaus im Ort dringend vonnöten ist. Ein Platz, wo die Wanderer dann auch einmal einkehren können. Ich wünsche mir also eine Gaststätte für den Ort, von der auch der Tourismus profitieren kann.

Es fragte: Susann Grunert


25. Januar 2010 /OTZ

Gründungsfeier wegen Medizinstudium verpasst

Dr. Ingeborg Müller lebt heute in Greiz. Zuvor war sie über 30 Jahre als Ärztin in Neumühle und Umgebung tätig
Dr. Ingeborg Müller lebt heute in
Greiz. Zuvor war sie über 30 Jahre als
Ärztin in Neumühle und Umgebung tätig

Dr. Ingeborg Müller hat mehr als 30 Jahre als Ärztin in Neumühle und Umgebung praktiziert

Von Susann Grunert Greiz (OTZ).

Als Dr. Ingeborg Müller im September 1998 den Arztkittel an den Nagel hängte und sich dem wohlverdienten Ruhestand widmete, schloss sich auch ein Kapitel Neumühler Ortsgeschichte. "Mein Vater eröffnete 1925 eine Arztpraxis in Neumühle", blickt Ingeborg Müller auf die Anfänge des 73 Jahre währenden medizinischen Schaffens ihrer Familie im Ort zurück. 1965 trat die Tochter der väterlichen Praxis bei, keine Selbstverständlichkeit zu DDR-Zeiten. "Bei Arztkindern wurden hinsichtlich der Selbstständigkeit Ausnahmen gemacht", beschreibt Müller die damalige Zeit. Fünf Jahre, von 1955 bis 1960, studierte sie Medizin in Jena. "Die Gründungsfeier von Neumühle als selbstständige Gemeinde habe ich deshalb gar nicht miterlebt."
Riesig sei damals das Einzugsgebiet der Medizinerin gewesen. "Neben Neumühle haben wir 13 weitere Dörfer in der Umgebung betreut." Da fand die Sprechstunde selten nur in der Praxis statt. "Der Tag war gesplittet. Am Morgen hielt ich Sprechstunde in Neumühle, nachmittags war ich auf zahllosen Hausbesuchen." Auf dem Land damals nicht unüblich. Verkehrsmittel waren rar, eigene Autos kaum vorhanden, die Busverbindungen schlecht. Mit dem Trabi fuhr die Ärztin in die entlegensten Gebiete, auch bei Eis und Schnee. "Einmal blieb ich in Waltersdorf in einer Schneewehe stecken, da musste mich ein Traktor rausziehen", erzählt sie lachend. Wenn gar nichts mehr ging, wurde der Weg zum Patienten auch schon mal zu Fuß bewältigt.
In mehr als 30 Jahren Dienstzeit musste Dr. Ingeborg Müller nur einmal einem Kind auf die Welt helfen. "Das war Anfang der 70-er Jahre in Neugernsdorf. Ob die Mutter nicht ins Krankenhaus wollte oder es einfach zu schnell ging, daran kann ich mich gar nicht mehr erinnern", blickt die Medizinerin zurück. Gut im Gedächtnis ist ihr allerdings ein besonders ängstlicher Patient geblieben. "Der arme Mann lief seit einem Jahr mit einem daumennagelgroßen Glassplitter in der Ferse herum", ist sie noch heute fassungslos. Erst nach Schmerz- und Beruhigungsmitteln ließ er sich behandeln. "Er hatte wahnsinnige Angst vor Spritzen und hat so lieber die Schmerzen im Fuß auf sich genommen." Auf sich allein gestellt, schnell wichtige und manchmal lebensrettende Entscheidungen treffen zu müssen, das sei das Schwierigste gewesen. "Die stationären Einrichtungen waren damals überfüllt. Man musste abwägen, ob zum Beispiel ein Herzinfarkt-Verdacht ins Krankenhaus muss oder nicht."
Bis 1976 blieb die Müllersche Praxis selbstständig, wurde dann verstaatlicht und für fünf Jahre nach Wildetaube verlegt. 1981 kehrte Müller nach Neumühle zurück, übernahm die Leitung der damaligen Staatlichen Arztpraxis Teichwolframsdorf II mit Sitz in Neumühle. Nach der Wende, am 1. April 1991, hatte Dr. Ingeborg Müller die Fäden wieder selber in der Hand, bis sich im September 1998 die Türen ihrer Praxis schlossen und Neumühle die medizinische Versorgung im Ort verlor. Die Nachfolge konnte nicht realisiert werden. "Es gab schon Interessenten, aber die sagten alle ab. Es ist keine Schule vor Ort, die Nachbarkollegen sind zu dicht dran. Die schöne Landschaft alleine war wohl nicht zugkräftig genug", so die Neumühlerin nachdenklich.


25. Januar 2010 /OTZ

Vorm Säbeltanz die Tür geöffnet

Einen Moment lang zögerte Uli Köhler (l.), dann stach er den Säbel entschlossen durch die Kiste, in der sich kurz zuvor eine Artistin zusammengefaltet hatte. „Ich hab' vorsichtig gemacht. Wär' doch schade drum gewesen, sagte der Schömberger Gemeinderat bei der Shownummer zum Neujahrsempfang.
Einen Moment lang zögerte Uli Köhler (l.), dann stach er den
Säbel entschlossen durch die Kiste, in der sich kurz zuvor eine
Artistin zusammengefaltet hatte. „Ich hab' vorsichtig gemacht.
Wär' doch schade drum gewesen", sagte der Schömberger Gemeinde-
rat bei der Shownummer zum Neujahrsempfang.
Foto: OTZ/Beikirch

Stimmungsvoller Neujahrsempfang im Leubatal - und ein Angebot an die Nachbarn

Von Steffen Beikirch Wildetaube (OTZ).

Anspruchsvoller Chorgesang, Akkordeonmusik zum Mitschunkeln und eine aufregende Säbelillusion vorm Tanz: Die VG Leubatal begrüßte das Jahr weit stimmungsvoller als sie 2009 ihr 15-Jähriges in Hohenleuben feierte. Rund 170 Gäste aus allen zehn Mitgliedsorten empfing VG-Chef Matthias Lindig (FDP) dazu am Samstagabend im Gasthof Wildetaube. Mit Landrätin Martina Schweinsburg (CDU) stimmte er auf 2010 ein. Leicht hat es die kleine VG am Schnittpunkt der drei Altkreise Gera, Greiz und Zeulenroda nach wie vor nicht. Aber eine Perspektive auf jeden Fall, meinte Lindig und sorgte dafür, dass das Publikum zu tuscheln begann. Sein recht deutliches Angebot an die Nachbargemeinden Harth-Pöllnitz und Wünschendorf überraschte. "Die Tür steht offen", verkündete der VG-Chef, der nicht unbedingt selbst durchgehen, sondern die anderen kommen sehen will.
Denn über VGs diskutiere derzeit kaum jemand, die Mindesteinwohnerzahl sei raus aus dem Gesetz. Dafür hätten jetzt andere die Probleme - Einheitsgemeinden, die bald unter die 3000-er Einwohnergrenze rutschen und damit Gefahr laufen, ihren hauptamtlichen Bürgermeister zu verlieren. "Wir sind offen für Partnerschaften in jede Richtung", bot Lindig an. "Aber auf gleicher Augenhöhe."

Fotografische Eindrücke von OTZ/Steffen Beikirch -
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Natürlich macht der Bevölkerungsschwund auch vorm Leubatal nicht Halt. Seit dem Jahr 2000 verliert man pro Jahr ein Prozent der Einwohner. In sicheren Arbeitsplätzen sieht Lindig deshalb das einzige Mittel, der Jugend eine Perspektive zu bieten und ihr damit den Grund für Abwanderung zu nehmen. So dankte er zwar auch den Vereinen und Feuerwehrkameraden, besonders jedoch den Gewerbetreibenden, weil sie Beschäftigung sichern.


Die Tür steht offen.

VG-Chef Matthias Lindig an die Nachbargemeinden


"Auch unsere - mit ihren Steuern", ging er auf die Verwaltung ein. Die Gemeinden seien ebenso Arbeitgeber, immerhin für zirka 70 steuerpflichtig Beschäftigte. Und die wollen 2010 mit dafür sorgen, dass etwa das Dreifache des Vorjahres an Investitionen kommt. Maßnahmen für drei Millionen Euro sind im Leubatal avisiert.
Die Projektsumme treiben zwar die zwei neuen Bahnübergänge in Hohenleuben und Steinsdorf mit ihren 800 000 Euro besonders in die Höhe. Trotzdem wird zielgerichtet voraus geschaut, was sich am weiteren Umbau der ehemaligen Regelschule Wildetaube zum Gemeindehaus mit Kita ebenso zeigt, wie an der Kita Hohenölsen, wo es auch weitergeht.

Was sich Leubataler fürs neue Jahr wünschen

Konrad Zorn,
Bürgermeister von Steinsdorf: Vor allem Gesundheit für meine Bürger. Dann hoffe ich, dass wir uns trotz der hohen Schulden von 2,6 Millionen Euro wirtschaftlich weiter sanieren können. Der Bürgermeisterwahl werde ich mich wohl stellen, weil ich noch einiges auf den Weg bringen möchte.

Annelie Lieder,
Einwohnerin von Wildetaube: Dass sich die Gemeinde weiter gut entwickelt, die geplanten Maßnahmen, wie der Umbau der ehemaligen Schule, gut über die Bühne gehen können und die nötigen Mittel dafür bereitstehen. Und dass die Zukunft der Gemeinde damit gesichert werden kann.

Werner Feustel,
Bürgermeister von Neugernsdorf: Ich hoffe, dass wir weiter auf dem guten Weg voranschreiten und dass uns vor allem die Bürger weiter unterstützen, mit eingreifen, Ideen einbringen, Missstände ansprechen. Vor allem wünsche ich mir, dass uns die Jugend erhalten bleibt, gerade in Vereinen.

Andrea Haupt,
Einwohnerin von Hain: Dass die Gemeinde innerhalb der VG erhalten bleibt, genau wie auch der gute Zusammenhalt im Dorf. Wir sind hier wie eine große Familie. Daneben würde ich mich freuen, wenn Olaf Friedrich wieder als Bürgermeister antritt und die Wahl auch gewinnt.


25. Januar 2010 /OTZ

Begegnung mit schönen Unbekannten

Musik und Interpretation begeistern

Von Irmengart Müller-Uri Greiz (OTZ).

Etwas skeptisch waren die Besucher vor Beginn des 5. Sinfoniekonzertes am Freitagabend schon, denn sie fanden in seinem Programm nur wenig Bekanntes. Doch es wurde alles schöner als erwartet. Claude Debussys "Petite Suite", original für Klavier zu vier Händen geschrieben, führt (1888 komponiert) in der Orchesterfassung von Henri Büsser schon in die Klangwelt des Impressionismus. Jirí Malát und die Vogtland Philharmonie Greiz/Reichenbach (VPH) interpretierten diese klar und ohne jegliche Verschwommenheit. Sie ließen "En Báteau (Das Boot)" elegant auf musikalischen Wellen schaukeln, musizierten "Cortège" mit Noblesse, das "Menuet" feinsinnig als Reminiszenz auf das Barock und tänzerisch und rhythmisch aktiv das "Ballet". Die Kombination Violine und Harfe als Soloinstrumente ist selten, aber klanglich sehr reizvoll. Louis Spohr, der zu seiner Zeit ein bekannter Violinvirtuose war, schrieb die "Concertante" in G-Dur für sich und seine Frau, eine Harfenistin. Nicht nur die Soloinstrumente, sondern auch das begleitende Orchester wurde von ihm mit virtuosen Partien bedacht. Das Spiel der Solistinnen Eva-Christina Schönweiß, Violine, und Kirsten Ecke, Harfe, war nicht allein in seiner Ausgeglichenheit und Kompetenz ein Ohrenschmaus, sondern auch visuell ein ästhetischer Genuss. Beide musizieren seit 15 Jahren zusammen und bilden interpretatorisch eine Einheit, lassen aber zugleich jedem Instrument seine Vorzüge und geben einander die Chance einer individuellen Interpretation. Es war ein kolossal lebendiges, ineinander verwobenes Musizieren, das alle instrumentalen Schwierigkeiten zugunsten einer klangintensiven Interpretation vergessen ließ. Und das Orchester - von Spohr in der Begleitung stark reduziert - nahm alle Tutti wahr, um den Stil Spohrs kraftvoll zu gestalten. Es gab hier schon großen Beifall und eine Zugabe für Violine und Harfe, "Der Träumer", eine hebräische Ballade.
Kaum zu glauben - "Das Märchen" von Joseph Suk entstand zehn Jahre später als die Suite von Debussy und ist noch voll der Spätromantik verpflichtet. Es ist ein wunderschönes, ideenreiches Werk. Voller Wärme und Empfindsamkeit gestaltete Malát mit der VPH den 1. Satz "Über die getreue Liebe von Radúz und Mahulena und über ihr Leid". Spritzig und von den Bläsern mit Esprit musiziert, erklang das "Spiel der Schwäne und der Pfauen", eine Polka, deren tänzerischer und von Temperament überschäumender Charakter in Malát und der VPH ideale Interpreten fand. Mehr elegisch als dramatisch folgte die "Trauermusik" und voller Dramatik der Schlusssatz. Das Orchester agierte in seiner Höchstform, sowohl die im Solo und im Zusammenspiel rhythmisch exakt und dabei federnd musizierenden Bläser, als auch die ebenso interpretierenden Streicher mit dem sonor gespielten Violinsolo Stefan Freunds. Das Publikum war von Musik und Interpretation voll begeistert und ließ erst locker, nachdem die Schwäne als Zugabe noch einmal angeschwommen kamen.


25. Januar 2010 /OTZ

Tiefe Zuversicht hat ihn geprägt und begleitet

Der Kirchen- und Kantatenchor übernahm die musikalische Ausgestaltung der Trauerfeier.
Der Kirchen- und Kantatenchor übernahm die musikalische
Ausgestaltung der Trauerfeier.

Bewegende Trauerfeier für KMD Siegfried Schadwill in Greizer Stadtkirche

Es sind im Leben oft die traurigen Anlässe, die Menschen zusammenführen. Etwa zweihundert waren am Sonnabendnachmittag in die Greizer Stadtkirche gekommen, um dem am Montag im Alter von 74 Jahren verstorbenen KMD Siegfried Schadwill zu gedenken. Zuvor war dieser auf dem Aubachtaler Friedhof unter großer Anteilnahme beigesetzt worden. In ehrenden Worten schilderte OKR Hans Schäfer zur Trauerfeier noch einmal die Lebensstationen des Verstorbenen und würdigte sein großartiges Wirken für die Kirchenmusik, der er sich schon in jungen Jahren verschrieben hatte. „Siegfried Schadwill identifizierte sich mit der Gemeinde und stellte seine Begabung, seine Kraft und sein hohes Können ganz in deren Dienst“, wie Schäfer betonte. In Greiz wirkte Schadwill seit 1959; zunächst fünf Jahre als Kantorkatechet an der Aubachtaler Kirche, anschließend als hauptamtlicher Kirchenmusiker an „St. Marien“, bis zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand im Jahr 2000. Dabei sei er stets „durchleuchtet vom Glauben an Jesus Christus“ gewesen. Die beiden göttlichen Grundsätze „Die Liebe ist stärker als der Hass“ und „Das Leben ist stärker als der Tod“ habe Siegfried Schadwill verinnerlicht; „lebte in dieser Liebe“. Hoffnung und Zuversicht hätten ihn dabei „tief geprägt und begleitet“. Superintendent Andreas Görbert schilderte in bewegenden Worten, wie viel die Kirchgemeinde Greiz dem Verstorbenen zu verdanken habe, vor allem bei der Bildung eines ökumenischen Chores Anfang der siebziger Jahre. Ebenso sei er stets ein „gefragter Mittler und Ratgeber“ in vielen Lebensfragen gewesen. Dank und Ehrerbietung brachte auch der Landeskirchenmusikdirektor der Evangelischen Landeskirche in Württemberg, Bernhard Reich, zum Ausdruck. Den ehemaligen Präsidenten des Verbandes evangelischer Kirchenmusikerinnen und Kirchenmusiker in Deutschland verband mit Siegfried Schadwill und dessen Gattin Karen viele Jahre eine tiefe Freundschaft. „Seine unendliche Ehrlichkeit und herzliche Freundlichkeit umschlossen mich“, so Reich. Die musikalische Ausgestaltung der erhebenden Trauerfeier hatten der Kirchen- und Kantatenchor unter Leitung von Kantor Oliver Scheffels übernommen. Mit den Chorälen „Jesu, meine Freude“ und „Der Herr ist mein Hirte“ drückten die Choristen musikalisch ihre tiefe Verbundenheit mit dem Verstorbenen aus. Oliver Scheffels interpretierte virtuos und emotional die „Dorische“ Toccata BWV 538. Alle Stücke hatte sich Siegfried Schadwill so „ausgesucht und gewünscht“, wie OKR Schäfer bekanntgab.


25. Januar 2010 /OTZ

Bald alle unter einem Dach

Chemielehrer Enrico Fischer (links) vom Greizer Gymnasium führt mit den gespannten Besuchern Experimente im Chemiekabinett durch.
Chemielehrer Enrico Fischer (links) vom Greizer Gymnasium
führt mit den gespannten Besuchern Experimente
im Chemiekabinett durch.
Foto: Marcel Hilbert

Letzter Tag der offenen Tür des Gymnasiums im alten Gebäude in der Pohlitzer Straße

Greiz (OTZ/M. Hilbert).

Die Anmeldephase für das kommende Schuljahr hat begonnen. Und damit auch der Kampf der Schulen um künftige Fünftklässler. Drei Schulen der Region veranstalteten daher am Sonnabend zeitgleich ihren Tag der offenen Tür. Darunter auch das Staatliche Gymnasium Greiz, das im derzeitigen Hauptgebäude in der Pohlitzer Straße Ausblicke auf das kommende Schuljahr gab. Eine der größten Änderungen ist der erneute und voraussichtlich letzte Standortwechsel des Gymnasiums in die Heinrich-Fritz-Straße. "Damit haben wir erstmals alle Klassen unter einem Dach", freut sich Schulleiter Jens Dietzsch, "Der Umzugstermin ist im Sommer."
Doch auch inhaltlich steht eine Neuerung auf dem Plan, die für die neuen fünften Klassen bedeutsam ist: Nach der Änderung der Schulordnung im Jahr 2009 muss bereits ab Klasse fünf eine zweite Fremdsprache erlernt werden. Im Angebot sind die Sprachen Russisch, Französisch und Latein. Die entsprechende Infoveranstaltung zum Tag der offenen Tür mit den Sprachlehrern und Schulleiter Jens Dietzsch war dementsprechend gut besucht. "Bitte entscheiden Sie aber nicht bereits jetzt, was Ihr Kind werden soll", appelliert Dietzsch an die anwesenden Eltern. Die Wahl der Sprache soll, so der Direktor, vielmehr nach den Neigungen des Kindes gewählt werden.


Bitte entscheiden Sie nicht jetzt bereits, was Ihr Kind werden soll.

Jens Dietzsch, Schulleiter des Gymnasiums Greiz, bei einer Infoveranstaltung zu Sprachen


Neben der Werbung neuer Schüler für das Schuljahr 2009/2010 stand aber auch eine Leistungsschau des Hauses auf der Agenda. In den verschiedenen Unterrichtsräumen konnte in all die Unterrichtsfächer geschnuppert werden. Experimente im Chemielabor oder eine Showeinlage in der hauseigenen Turnhalle standen etwa zur Wahl. Jens Dietzsch zeigte sich mit der Resonanz des Tages sehr zufrieden: "Meiner Meinung nach konnten wir mehr Leute begrüßen als noch in den Vorjahren." Die einzigen Abstriche machte er bei der Berufsberatung, die für Schüler der Klassen zehn bis zwölf angeboten wurde: "Hier wäre mehr Zuspruch schön gewesen", schließt der Schulleiter.


25. Januar 2010 /OTZ

Praxisorientiert und lebensnah

In der Töpferwerkstatt
In der Töpferwerkstatt

Tag der offenen Tür in der Regelschule Berga

Berga (OTZ/M. Hilbert).

Lernen ganz nah an der Praxis, das hat sich die Regelschule in Berga auf die Fahnen geschrieben. Zum Tag der offenen Tür am Sonnabend wurde daher neben dem Blick in die offenen Klassenräume auch einer auf das Projekt "Berufsstart plus" gewährt. An diesem nimmt die Schule seit drei Jahren teil. Ab Klasse acht werden dabei regelmäßige Praktika in den verschiedensten Arbeitsbereichen durchgeführt, allesamt in Gera-Aga. Gemeinsam mit Lehrmeistern werden dabei Bewertungen der einzelnen Schüler abgegeben und so Stärken und Schwächen des Kindes herausgearbeitet. "Alles im Hinblick auf die spätere Berufswahl", erläutert Regelschulrektorin Helge Simbeck: "Die Praxisorientierung und der lebensnahe Unterricht sind die Schwerpunkte unserer Schule."
Gerade in der heutigen Zeit sei es besonders wichtig, als Schule sein Profil zu schärfen, meint Simbeck weiter: "Die Gymnasien und andere Schulen sitzen uns im Nacken." Dabei wüssten viele Eltern nicht, dass es auch sehr gute Möglichkeiten berufsbildender Schulen nach der zehnten Klasse gibt. "Gerade dafür veranstalten wir den Tag der offenen Tür, um hier Aufklärungsarbeit zu leisten", so die Schulleiterin weiter.
Abseits der Theorie, weiß Simbeck, ist der Tag aber auch immer ein willkommener Anlass, ehemalige Schüler in den Räumen zu begrüßen. Das geht dabei sogar soweit, dass selbst Großeltern von Schülern mit dabei sind, die ebenfalls in Berga zur Schule gingen. "Ich freue mich über die gute Resonanz und kann mit Freude feststellen, dass ein wirkliches Interesse für die Schule da ist", so die Rektorin.
Neben dem Eröffnungsprogramm in der Turnhalle des Hauses gab es einiges zu entdecken für die zahlreichen Besucher. Die Bergaer Feuerwehr bezog mitsamt Gerät Stellung im Flur des Hauses. Im Chemiekabinett wurde fleißig experimentiert und in der Töpferwerkstatt zeigten einige Schüler ihr handwerkliches Geschick. Außerdem gab es wieder den Waffel- und Kaffeestand, der regen Zuspruch fand.


25. Januar 2010 /OTZ

Ausschuss beschließt Benutzungsordnung

Für Sommerpalais-Bibliothek

Greiz (OTZ).

Mit der Wiedereröffnung der Bibliotheksräume im Greizer Sommerpalais steht erstmals in der 87-jährigen Geschichte der Staatlichen Bücher- und Kupferstichsammlung für die Nutzer ein angemessener Raum mit vier Leseplätzen und einer Handbibliothek zur Verfügung. Da es sich um eine öffentlich zugängliche Bibliothek handelt, ist eine Benutzungsordnung festzulegen. Da diese aber keine Regelungen zu Gebühren oder Entgelten enthält, muss die Entscheidung darüber nicht im Kreistag gefällt werden, sondern ist Aufgabe des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport. In seiner jüngsten Sitzung beschloss der Ausschuss einstimmig die Benutzungsordnung für die Sommerpalais-Bibliothek, die alle Modalitäten regelt, die in Verbindung mit der öffentlichen Nutzung einer solchen Spezialbibliothek wie der in Greiz erforderlich sind.
Ebenso einmütig war die Zustimmung der Mitglieder des Ausschusses für Schule, Kultur und Sport zur Vergabe von Kulturfördermitteln an den Förderverein "Der Heimatbote" aus Greiz. Für die Herausgabe der monatlich erscheinenden Heimatbroschüre wurde für das Jahr 2010 ein Zuschuss in Höhe von 5000 Euro einstimmig befürwortet.


25. Januar 2010 /OTZ

Bunte Reise in den Märchenwald

Zwischenstopp in Greiz für Moppi und seinen Koffer
Zwischenstopp in Greiz für Moppi
und seinen Koffer

Pittiplatsch und Freunde im Greizer Theater

Von Marcel Hilbert Greiz (OTZ).

Dichtes Gedränge wie am Hauptbahnhof herrschte gestern Nachmittag im Foyer des Greizer Theaters. Irgendwie passend, wartete doch der Märchenwaldexpress auf der großen Theaterbühne auf seine über 400 Fahrgäste. Zur Fahrt in den Märchenwald hatten die plüschigen Helden des DDR-Kinderfernsehens um Pittiplatsch, Schnatterinchen, Moppi, Frau Elster und Herr Fuchs geladen. Gemeinsam mit dem musikalischen Zugbegleiter Helmut und der Märchenerzählerin Bärbel begab sich das Publikum auf eine kunterbunte und lustige Reise. Immer wieder wurden die jungen Zuschauer dabei mit ins Spiel einbezogen, sei es als Taktgeber für die Gesangseinlagen der vielen verschiedenen Akteure oder als Helfer der Reisegesellschaft in brenzligen Situationen. So konnten die Kinder zum Beispiel beweisen, dass sie gute Märchenkenner sind, als der Zug im Hexenwald nur gegen gelöste Märchenrätsel weiterfahren durfte.
Das fröhliche und abwechslungsreiche Spiel der Darsteller war geradezu ansteckend und bescherte den Gästen einen schönen Nachmittag an Bord des Märchenwaldexpresses. Nach der Ankunft gab es dann auch noch Reisesouvenirs von René Dymar im Foyer zu erstehen. So werden sich die Kleinen noch lange an diese ganz besondere Zugfahrt erinnern. Pittiplatsch und Freunde im Greizer Theater.


25. Januar 2010 /OTZ

Hexenkind und Mäusefrau

Benefizveranstaltung in Freier Schule Elstertal

Text & Bild Antje-Gesine Marsch

Benefizveranstaltungen sind in vielerlei Hinsicht ein Gewinn. Zum einen unterstützt man damit eine Aktion oder Einrichtung; zum anderen kommt man dadurch auch in den Genuss, Kultur zu erleben. Am Sonnabendabend lud die Freie Schule Elstertal in ihr Gebäude in der Greizer Goethestraße zu solch einer Benefizveranstaltung ein. Vier Greizer Künstler – Sylvia Lemma, Christoph Herrmann, Jörg Flessa und Steffi Jetschke – bestritten eine gute Stunde angenehmer Unterhaltung, in der Joachim Ringelnatz, Erich Kästner und Francois Villon im Mittelpunkt standen. „Das Hexenkind“, „Ein kleiner Junge lief durch die Straßen“, „Ich hab mich in dein rotes Haar verliebt“ oder „Die Mäusefrau“ wurden von Herrmann und Flessa gekonnt und akzentuiert vorgetragen und spannten so den thematischen Bogen. Musikalisch brillierte an diesem Abend Sylvia Lemma, die zunächst a capella das Volkslied „Wenn ich ein Vöglein wäre“ vortrug. Stimmschön interpretierte die Sängerin ebenso das „Marienwürmchen“ von Robert Schumann, um schließlich feurig und temperamentvoll als „Carmen“ aus der gleichnamigen Oper von George Bizet zu agieren. „Ein herrlicher Abend“, so die einhellige Meinung der zahlreichen Gäste. „Etwas Schönes für die Seele“, resümierte auch Andrea Schobert, die als Pädagogin an der Elstertalschule tätig ist. Die Idee, „die Veranstaltung mit regionalen Künstlern zu gestalten“, fand Melanie Thomas, die in Leipzig lebt und arbeitet, besonders gut. Der Erlös des Abends fließt in die bauliche Erweiterung der im achten Jahr bestehenden Bildungseinrichtung. Wie Pädagogin Brigitte Harms verriet, steht bereits der Termin für die nächste Benefizveranstaltung. „Am 20. Februar wird es einen Nachmittag mit ehemaligen Schülern geben, die hier ihr musikalisches, tänzerisches oder darstellerisches Können beweisen werden.“


25. Januar 2010 /OTZ

Die „Müllpolizei" ist gestartet

Das klassenübergreifende Projekt „Müllpolizei wurde am Sonnabend zum Tag der offenen Tür gestartet.
Das klassenübergreifende Projekt „Müllpolizei" wurde am
Sonnabend zum Tag der offenen Tür gestartet.
Foto: OTZ/Marcel Hilbert

Freie Regelschule Reudnitz setzt auf gewaltfreien und ökologisch orientierten Unterricht

Reudnitz (OTZ/M. Hilbert).

Über mangelnden Zuspruch brauchen sich Freie Schulen derzeit nicht zu beschwelen. Die Freie Schule Elstertal muss anbauen, um neue Kapazitäten zu schaffen und auch die Reudnitzer Ökoschule kann weiter steigende Schülerzahlen verbuchen.
So seien mittlerweile bereits 20 Voranmeldungen für die neuen fünften Klassen in der Regelschule eingegangen, berichtet Monika Georgi, Direktorin des Hauses, zum Tag der offenen Tür am Sonnabend. „Es sieht so aus, als ob wir auch im neuen Schuljahr wieder zwei fünfte Klassen aufmachen können", so Georgi weiter. Viel Wert werde nämlich auf möglichst kleine Lerneinheiten gelegt. Und der Erfolg, meint die Schulleiterin, gebe der Schule Recht: „Unsere Sitzenbleiberrate ist sehr gering, die Rate der Absolventen bei fast hundert Prozent."
Neben den kleinen Klassen und dem damit intensiveren und individuelleren Unterricht sieht sie aber noch andere Faktoren, die für viele Eltern wichtig sind. Eines ist das Prinzip der Gewaltfreiheit in der Schule. „Die Kinder müssen von kleinauf lernen, Konflikte lediglich verbal zu lösen", erklärt Georgi. Das Prinzip gehöre ebenso zum Profil der Schule wie die ökologische Ausrichtung, die der Name der Schule bereits nahelegt. Letzterer wird mit einem neuen Projekt der Schule entsprochen, das zum Tag der offenen Tür erstmalig präsentiert wurde: die „Müllpolizei". Jeweils zwei Schüler jeder Klassenstufe finden sich dabei zusammen, um die Themen „Mülltrennung und -vermeidung" in ihre Klassen zu tragen. Daneben gab es aber auch die obligatorischen Einblicke in die verschiedenen angebotenen Fächer. In Raum 09 beispielsweise veranschaulichten Lehrer Thomas Hohmuth und seine Schüler DDR-Geschichte unter dem Aspekt des Alltags. „Ein Blick auf das tägliche Leben in der DDR ist wesentlich lebendiger als bloßes Lehrbuchwissen", so Hohmuth.


25. Januar 2010 /OTZ

Geschmückte Aste erzielen höchste Gebote

Tannenbaumversteigerung in Untergrochlitz

Greiz (OTZ/S. Groß).

Die Untergrochlitzer Fußballer luden ihre Fans am Sonnabend wieder zur traditionellen Tannen- baumversteigerung ein.
Als Veranstaltungsort wählte man erstmals das Gasthaus Jauch in Alt-Caselwitz. Dort legten DJ Tom & Zippy Partymusik bis zwei Uhr morgens auf. In den Pausen trat Hans Drechsler als Auktionator in Aktion. Etwa 40 Positionen und die Äste des Tannenbaumes samt den daran angebundenen Leckerbissen hatte er im Angebot. Nichts für Schnäppchenjäger, denn Hans wusste mit Witz und Charme zu animieren, um einen angemessenen Preis zu erzielen. Für 17 Euro erhielten Leckermäuler den Zuschlag für Torten. Schwerer hatte er es da mit Dekorartikein, Grünpflanzen und Haushaltswaren. Gern tiefer in die Taschen griffen die Freunde von Hochprozentigem, Wein und Süßigkeiten.
Am begehrtesten waren die mit Wurst, Schinken, Speck und kleinen Schnapsflaschen geschmückten Äste des Tannenbaumes. An der Spitze angelangt, lieferte man sich ein amüsantes Bietergefecht, bei dem Erika Si- manowski energisch ihr Höchstgebot verteidigte. Sie meinte: „Es hat Spaß bereitet und dient obendrein noch einem guten Zweck, denn das Geld wird im Spielbetrieb und für die Anschaffung eines Rasentraktors für den Sportplatz benötigt." Auch Schatzmeister Karl-Heinz Wolfram zeigt sich mit dem Gesamterlös zufrieden.


25. Januar 2010 /OTZ

Obergrochlitzer erfolgreich

Das Obergrochlitzer Team AK 12 freut sich über den Sieg und den Thüringenmeistertitel.
Das Obergrochlitzer Team AK 12 freut sich über den Sieg und
den Thüringenmeistertitel.
Foto: OTZ/Freund

Faustball, Thüringenmeisterschaft, Nachwuchs

Greiz (OTZ/N. R.).

Am Sonnabend fand in Greiz die Thüringer Faustball-Landesmeisterschaft der Jugend AK 12, 14 und 18 statt. In der Altersklasse 12 hatten sich für die Endrunde, die vom TuS Obergrochlitz ausgerichtet wurde, die Mannschaften aus Bachfeld, Erfurt und Obergrochlitz qualifiziert. Im ersten Spiel mussten sich die Bachfelder Mädchen und Jungen glatt in drei Sätzen der Mannschaft aus Erfurt geschlagen geben. Anschließend setzte sich die Mannschaft aus Obergrochlitz ebenfalls in drei Sätzen klar gegen Bachfeld durch. So musste die Entscheidung im letzten Spiel zwischen Obergrochlitz und Erfurt fallen. Der erste Satz ging mit 11:2 sicher an die Mannschaft aus Obergrochlitz. Auch im zweiten Satz des für diese Altersklasse hochklassigen Spieles konnte sich Obergrochlitz mit 11:5 durchsetzen. Durch ein 11:5 im dritten Satz sicherte sich die Mannschaft des TuS Obergrochlitz in der Besetzung Bastian Güther, Benjamin und Florian Trompelt, Jakob Mummel, Nico Weber und Daniel Basler den Landesmeistertitel.
Nach dem Erfolg in der Altersklasse 12 wollten auch die Faustballer der AK 18 um den Titel des Thüringer Landesmeisters kämpfen. Gegner war mit der SG Kurtschau ebenfalls eine Mannschaft aus Greiz, die sicherlich als Favorit anzusehen war und sich bereits in der Vorrunde klar gegen Obergrochlitz durchsetzen konnte.
Nach 11:5 für Kurtschau im ersten Satz und 11:8 für Obergrochlitz im zweiten endete der entscheidende Satz im Hinspiel äußerst knapp mit 12:10 zugunsten der Kurtschauer. Deutlicher verlief das Rückspiel. Mit 3:0 sicherten sich die Faustballer der SG Kurtschau verdient den Landesmeistertitel in der AK 18.
Auch die Obergrochlitzer konnten ihre spielerischen Fortschritte unter Beweis stellen und werden sich bis zum Beginn der Feldsaison steigern können. Vizelandesmeister wurden Lukas Voigt, Sascha Weidhaas, Dennis Etzold, Florian Güther und Mannschaftsführer Mario Kettner.
Für die letzte Entscheidung des Tages, der Vergabe des Landesmeistertitels in der AK 14, hatte sich neben den Teams aus Bachfeld, Schleusingen und Obergrochlitz mit dem SV 1975 Zeulenroda eine weitere Mannschaft aus dem Ostthüringer Raum qualifizieren können. Als Vorrundensieger sicherte sie sich mit einem 3:1-Erfolg gegen Schleusingen den ersten Finalplatz. Sie kämpfte gegen Bachfeld, den Sieger aus dem Spiel Bachfeld gegen Obergrochlitz, das die Gäste mit 2:1 gewannen.
Jetzt galt es, die Reserven für das Spiel um Platz 3 gegen Schleusingen zu mobilisieren. Nach ausgeglichenem Spiel konnte der erste Satz knapp mit 15:14 gewonnen werden. Leider gingen die nächsten drei Sätze jeweils mit 1:7 verloren, und so blieb für die AK 14 des TuS Obergrochlitz in der Besetzung Ruth Mummel, Lucas Steudel, Aaron Schmidt, Simon Reinelt, Valentin Gürtler, Julius Schwarz und Mannschaftskapitän Pascal Ehlert nur der undankbare 4. Platz, und Schleusingen konnte sich über den 3. Platz freuen.
Das Finale wurde zu einer klaren Angelegenheit für Zeulenroda, das sich in drei Sätzen (11:1, 11:4, 11:8) gegen Bachfeld behaupten und somit den Landesmeistertitel der Altersklasse 14 erkämpfen konnte.


25. Januar 2010 /OTZ

14 Landesmeistertitel für Greizer

Benjamin Giegling (hier in Rot gegen Steven Neumann aus Sömmerda) holte den Vizemeistertitel bei den Männern.
Benjamin Giegling (hier in Rot gegen Steven Neumann
aus Sömmerda) holte den Vizemeistertitel bei den Männern.
Foto: OTZ/Silvia Böhm-Lämmer

Ringen, Thüringer Landesmeisterschaften im griechisch-römischen Stil

Von Dietmar Wolf Waltershausen (OTZ).

Am Sonnabend fanden in Waltershausen die Thüringer Landesmeisterschaften im griechisch-römischen Stil in fünf Altersklassen von den Männern bis zur D-Jugend statt. Ausrichter war die ZSG Waltershausen. Es nahmen 116 Ringer aus 13 Thüringer Vereinen teil, darunter 26 Athleten vom RSV Rotation Greiz. Neben dem Greizer Nachwuchs-Vereinstrainer Andreas Mattern wurden die Greizer Ringer von Siegfried Lippke, Axel Baumberger, Jan Grundmann und Hans-Peter Zipfel betreut. Zahlreiche Eltern fanden den Weg nach Waltershausen. Bei den Männern nahm nur Benjamin Giegling an den Meisterschaften teil. Nach dem Sieg gegen Steffen Behrendt (Zella-Mehlis) und der Niederlage gegen Florian Schwalbe wurde er Vizemeister.
Drei Sportler vertraten die Greizer Farben bei der A-Jugend (Jahrgang 1993/94/95). Merlin Sewina (50 kg) gelang dabei mit zwei souveränen Siegen gegen Emil Hiersemann (Walterhausen) und Robin Kapp (Zella-Mehlis) die Revanche für die Niederlage in der Vorwoche. Er wurde Landesmeister. Schon mit der ersten Aktion legte Gideon Greschok (63 kg) seinen Gegner Frank Hoffmann vom TuS Jena auf Schulter und konnte sich nach dem Freistiltitel wiederum die Goldmedaille umhängen lassen. Robert Schaller (+100 kg) siegte ebenfalls.
In der B-Jugend (Jahrgang 1996/97) gingen für den RSV acht Ringer auf die Matte. Mit vier sehr souveränen Siegen ragte die Leistung von Toni Krassow (42 kg) heraus. Weiterhin wurden Dennis Nürnberger (58 kg), Florian Sieg (46 kg), Maximilian Kahnt (50 kg), Nils Andrä und Leon Jäschke (34 kg) Landesmeister. Eine Silbermedaille konnten sich John Urban (34 kg) und Michel Jelen (58 kg) umhängen lassen.
Mit fünf Aktiven war Greiz in der C-Jugend (Jahrgang 1998/99) vertreten. Josua Greschok (42 kg) und Dustin Nürnberger (31 kg) erkämpften Gold. Platz zwei belegten Jannik Weigert (42 kg) und Ron Watzek (38 kg). Bronze gewann Viktor Deker (54 kg).
Mit neun Teilnehmern stellte die D-Jugend (Jahrgang 2000/01) die größte Greizer Teilnehmerzahl. Drei Landesmeistertitel wurden in dieser Altersklasse von Anton Golle (42 kg), Norman Heisig (34 kg) und Lucas Kahnt (31 kg) erkämpft. Über den Gewinn einer Bronzemedaille konnten sich Henry Sieg (38 kg), Cornell Golle (42 kg), Elias Elster (46 kg) und J. Henschel (29 kg) freuen. Platz fünf erkämpfte M. Hofmann (29 kg), und Platz sechs belegte L. Sattelmayer in der Gewichtsklasse 29 kg.
Mit vierzehn Landesmeistertiteln, fünf Silber- und vier Bronzemedaillen konnte auch in dieser Stilart die sehr gute Nachwuchsarbeit in Greiz bestätigt werden.
Dabei wurden fünf Greizer Ringer in beiden Stilarten Landesmeister: Dennis Nürnberger (B-Jugend), Florian Sieg (B-Jugend), Maximilian Kahnt (B-Jugend), Josua Greschok (C-Jugend) sowie Dennis Nürnberger (C-Jugend).
Am 6. Februar finden im sächsischen Olbernhau die Mitteldeutschen Meisterschaften der Junioren und der B-Jugend im Freistil statt.
Der Greizer NachwuchsVereinstrainer Andreas Mattern äußerte sich wie folgt zum Abschneiden seiner Ringer: "Wir können auch in dieser Stilart mit der Klassikerhochburg Zella-Mehlis mithalten. So besiegten die Freistilspezialisten Toni Krassow und Florian Sieg schon gestandene Klassiker klar. Mit den Leistungen meiner Sportler bin ich zufrieden, man kann sich darauf aber nicht ausruhen, sondern muss in Hinblick auf die Saisonhöhepunkte, die Mitteldeutschen und Deutschen Meisterschaften, das Training noch einmal intensivieren."


25. Januar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Musik-Power und Glaube

Chorleiterin Annegret Müller ist während des Konzerts voll bei der Sache.
Chorleiterin Annegret Müller ist während des Konzerts
voll bei der Sache.
Foto: Stöcker

Publikum vom Gastspiel der Gospel Night Dresden begeistert

Von Thomas Stöcker Zeulenroda (OTZ).

Das war ein echter Kracher und eine musikalische Punktlandung - die Gospel Night Dresden zu Gast in Zeulenroda. Schätzungsweise 500 begeisterte Zuhörer waren am Samstagabend Zeugen eines Gospelkonzertes, das in keiner Hinsicht Wünsche offen ließ - außer vielleicht der Tatsache, dass die Zeit zu schnell verging. Was aber das Publikum vorher geboten bekam, war ein optischer und erst recht akustischer Leckerbissen mit sehr hohem Unterhaltungsfaktor.
Derartiges erlebt Mann oder Frau in Zeulenroda in dieser Art nur selten. Es riss einen mit, mit welcher Leidenschaft und welchem Können das gesamte Ensemble in den altehrwürdigen Mauern der Kirche für Stimmung sorgte. Das waren zwei Stunden voller Temperament, grooviger Musik und Gesang, durchaus an Perfektion grenzend. "Wunderbar", "große Klasse", "wirklich mitreißend" und "super" - das Publikum war angesichts der Leistung voll des Lobes. "Das war einfach spitzenmäßig", zeigte sich beispielsweise Dagmar Böhm aus Triebes ebenso angetan wie die anderen Gäste. "Es war etwas Besonderes, die Art, den Glauben zu feiern und ihm Ausdruck zu verleihen", sagte Pfarrer Ingolf Herbst. Die Musik ist ein geniales Instrument, um die gute Botschaft von Gott zu vermitteln. Ziel ist es dabei, dass die Menschen den christlichen Glauben und dessen Anliegen kennenlernen und die Chance bekommen, die christliche Gemeinschaft zu erleben. "Es hat uns richtig Spaß gemacht und das Publikum war einfach toll", zeigte sich auch Chorleiterin Annegret Müller am Ende zufrieden.


25. Januar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Tanzbein geschwungen bis weit nach Mitternacht

Hinz und Kunz
"Hinz und Kunz"

"Hinz und Kunz" zu Gast im Schützenhaus

Von Tina Höch Triebes (OTZ).

21.30 Uhr, die erste Biersorte geht zur Neige - mit einem solchen Andrang hatte man nicht gerechnet. Rockmusik und Orangensaft? Nein, das geht so nicht, dachte sich Thekenmann René Götzloff und ließ seine Gäste freilich nicht auf dem Trockenen sitzen. Strenge Unterhopfung stellt immerhin keine gute Grundlage für ein Rockkonzert dar. Gleich zwei Bands waren es, die sich am Samstagabend im Triebeser Schützenhaus die Klinke in die Hand gaben, um das zahlreich erschienene Publikum musikalisch zu verwöhnen. Von Alanis Morissette über Neil Young bis Van Morrison - "Hinz und Kunz" aus Plauen sowie die Zeulenrodaer Formation "Remainders" begeisterten mit handgemachten Rocksongs und ließen keine Langeweile aufkommen. Die Liebe zur Livemusik sei es gewesen, die Mitorganisator Gerd Juhre dazu bewogen hatte, dieses Arrangement erstmals im hiesigen Schützenhaus auf die Beine zu stellen. Dass diese Mühe Früchte trug, bewiesen die feierfreudigen Besucher, die bis weit nach Mitternacht das Tanzbein schwangen.
"Die super Resonanz gibt uns Recht", freut er sich und plant bereits eine Fortsetzung im Sommer.
Mit mehr als 150 Gästen wurden die Erwartungen ganz klar übertroffen, da sind sich auch Marén Götzloff und ihr Sohn René sicher.
Vor allem aber das gesellige Beisammensein stelle einen wichtigen Aspekt in einer Kleinstadt wie Triebes dar. Beim Ausgehen am Wochenende trifft sich eben Hinz und Kunz.


25. Januar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Zeitzeugen vor dem Verstauben bewahrt

Die Liebhaber nahmen die Stücke genau unter die Lupe.
Die Liebhaber nahmen die
Stücke genau unter die Lupe.

Sammel- und Tauschbörse gut besucht

Triebes (OTZ/Tina Höch).

Da soll einer sagen, Geschichte sei langweilig. Ungebrochenes Heimatinteresse wäre wohl die bessere Beschreibung für das, was sich am Sonntag im Winkelmannschen Haus in Triebes zutrug. Längst ist es zur guten Tradition geworden, einmal jährlich Postkarten, Fotografien, Urkunden und vieles mehr aus den Schubladen zu kramen, um diese Zeitzeugen öffentlich zugänglich zu machen.
Was klein begann und nur mit eine Handvoll enthusiastischer Geschichtsfreunde begann, hat sich dank der guten Zusammenarbeit des Vereins Winkelmannsches Haus und von Fotogeschäft-Inhaberin Regina Pohl zur festen Größe im Veranstaltungskalender entwickelt. "Die Mundpropaganda klappt hervorragend", lacht Roland Oertel, der sich als "alter Triebser" bezeichnet und seit Jahren dabei ist. Mit der Stadt sei er seit jeher verwurzelt und hat einiges aus dem Nähkästchen zu plaudern, "der Winkelmanns Oswald war schließlich unser Zimmermann".
Einen idealeren Ort als das Domizil des Stellmachers hätten sich die Organisatoren nicht aussuchen können, um Vergangenheit gebührend aufleben zu lassen. "Unser Angebot wird sehr gut angenommen", freut sich Peter Richter vom Verein. Heute hätten besonders viele Gäste Material mitgebracht, so dass für jeden etwas dabei gewesen sei. Mit Frau Cathi engagiert er sich seit Jahren für das städtische Leben.
Ob alte Ansichten des Juteareals, Bilder von Anfängen des Wohnungsbaus oder Fotos des ehemaligen Unternehmens "Sachs & Grimm", das später als Wema in den Sprachgebrauch einging - mit viel Herzblut widmen sich die begeisterten Sammler ihrem Hobby und erfreuten sich des regen Interesses. Wie von Frank Oertel aus Zeulenroda, der dem gemütlichen Treiben zum erstmals beiwohnte. Er ist eifriger Sammler und war überrascht vom reichhaltigen Repertoire. Neugierig wurde er durch Regina Pohl, die ihn auf den Nachmittag aufmerksam gemacht hatte. Nicht nur er - auch die anderen Besucher wollen nächstes Jahr erneut vorbeischauen, wenn Cathi und Peter Richter zu Kaffee und Kuchen, vor allem aber zu Geschichte zum Anfassen laden.


25. Januar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Zu wenige Motor-Mitglieder bei Wahl

Präsidenten-Amt: Wolf muss warten

Zeulenroda (OTZ/Meitner).

Am vergangenen Freitagabend fehlten gerade einmal 13 Mitglieder, um bei der Wahlversammlung des Fußball-Landesligisten Motor Zeulenroda beschlussfähig zu sein. Das passierte schon zum wiederholten Mal. Es wird also eine weitere Neuauflage geben müssen, um einen neuen Vereinspräsidenten wählen zu können. Jürgen Leistner, der seit 2004 im Amt ist, wird nicht mehr kandidieren, muss aber jetzt weiter die Geschäfte führen. Hinzu kam, dass die zur vergangenen Mitgliedersitzung beschlossene Satzungsänderung, wonach nur noch 30 Prozent der Wahlberechtigten anwesend sein müssen, um Beschlüsse fassen zu können, nicht zum Tragen kommen konnte. Die notarielle Beglaubigung fehlte.
Der wahrscheinliche Nachfolger von Präsident Leistner, der Zeulenrodaer Taxi-Unternehmer Gerd Wolf, stellte den Versammlungsteilnehmern sein Konzept auszugsweise vor. Er möchte das Vereinsleben verbessern und großes Augenmerk der Nachwuchsabteilung widmen. So hat er vor, alles zu versuchen, dass junge Kicker, die beim FC Motor ausgebildet wurden, dann auch nach Möglichkeit bleiben können.Dieter Weinlich, stellvertretender Vereinschef, sprach sich übrigens auch im Namen von Schatzmeister Heiko Oelsner für einen neuen Präsidenten Gerd Wolf aus.
Die Wahl wird nun zur nächsten Sitzung nachgeholt. Befunden werden muss auch über einen Antrag von Werner Saller zur Satzungsänderung.


25. Januar 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Karikatur des Tages

Zeichnung: OTZ/Bruns
Zeichnung: OTZ/Bruns


Malerei und Grafik von Michael Krause in Greiz zu sehen

„Landschaft ist überall heißt die Ausstellung in der Volksbank Greiz, Puschkinplatz 4, in der der Künstler Michael Krause Malerei und Grafik zeigt. Die Schau ist heute in der Zeit von 8 bis 16 Uhr geöffnet.
Archivfoto: Hilbert

„Landschaft ist überall" heißt die Ausstellung in der Volksbank Greiz, Puschkinplatz 4, in der der Künstler Michael Krause Malerei und Grafik zeigt. Die Schau ist heute in der Zeit von 8 bis 16 Uhr geöffnet.


Unternehmen stehen im Ideenwettbewerb

Bewerbung für Innovationspreis ab sofort

Greiz (OTZ).

Ab sofort können sich Unternehmen aus Ostthüringen um den "IQ Innovationspreis Ostthüringen" bewerben. Die Städte Gera und Jena sowie die Landkreise Saale-Orla, Altenburger Land, Greiz, Saale-Holzland und Saalfeld-Rudolstadt schreiben gemeinsam den lokalen Wettbewerb für die Region Ostthüringen unter der Dachmarke "IQ Innovationspreis Mitteldeutschland" aus.
Unternehmer, Gründer, Studenten und Forscher haben wieder Gelegenheit, sich mit ihren Projekten um diese Auszeichnung zu bewerben. IQ steht dabei für "InnovationsQuotient". Gesucht werden neue Entwicklungen aus den Bereichen Automotive, Biotech/Medizintechnik/Optik, Chemie/Kunststoffe, Energie/Umwelt, IT, Ernährungswirtschaft und Solarwirtschaft. Auf die Gewinner wartet der erstmals in diesem Jahr von den Sparkassen Ostthüringens mit 5 000 Euro dotierte IQ Innovationspreis Ostthüringen sowie eine IQ-Trophäe und eine Urkunde. Alle Bewerber haben die Chance auf Preise im Wert von insgesamt 65 000 Euro aus dem Mitteldeutschen IQ Innovationspreiswettbewerb. Außerdem warten im Rahmen des Wettbewerbes um den XIII. Innovationspreis Thüringen 2010 insgesamt 100 000 Euro auf alle Teilnehmer.
Bewerbungen für den Wettbewerb können ausschließlich online durchgeführt werden. Bewerbungsschluss ist der 7. März. Weitere Informationen auf der Internetseite unter:
www.iq-mitteldeutschland.de


Fußgängerbrücke wird gebaut

Elsterberg (OTZ/j. st.).


Im Zusammenhang mit der Sanierung der August-Bebel-Brücke sollte eine Fußgängerbrücke über die Elster, in Höhe der ehemaligen Krankenkasse, gebaut werden (OTZ berichtete). „Diese sollte nun eingespart werden", so Elsterbergs Bürgermeister Volker Jenennchen zur jüngsten Stadtratssitzung. „Da hat sich der Bauausschuss aber dagegen gestellt", so das Stadtoberhaupt, das den aktuellen Arbeitsstand in dieser Sache nicht kennt. Er rechnet vielmehr damit, „dass es im Frühjahr, bei besserem Wetter richtig losgeht."


Rad- und Gehweg gewidmet

Elsterberg (OTZ/j. st.).

182 Meter Rad- und Gehweg auf der neuen Brücke, die im Zuge der B 92 in Richtung Ortsausgang nach Flauen über Fluss und Eisenbahnstrecke führt, haben die Elsterberger Stadträte auf ihrer jüngsten Sitzung einstimmig als öffentlichen Weg gewidmet.


Stickerei-Abriss bis zum Sommer

Elsterberg (OTZ/j. st.).

Elsterbergs Kämmerer Jürgen Claus rechnet mit einem Abriss der ehemaligen Stickerei an der Noßwitzbrücke bis Sommer. Dagegen sei ein Beginn der Abrissarbeiten beim ehemaligen Holzzentrum Packheiser, ebenfalls in der Greizer Straße, noch nicht sicher. „Es fehlen dazu noch die Fördermittel aus der Europäischen Union, erst mit deren Eintreffen ist ein Beginn möglich", so Claus in der jüngsten Stadtratssitzung. Dort hatte AHL-Stadtrat Wolfgang Krumm nach dem Arbeitsstand zum Abrissvorhaben bei beiden Immobilien gefragt.


Bürgeranfragen noch bis heute schriftlich

Im Stadtrat auch Einwohner-Fragestunde

Zeulenroda-Triebes (OTZ).

Am Mittwoch, 18 Uhr wird zur nächsten öffentlichen Stadtratssitzung in den Rathaussaal Zeulenroda eingeladen.
Für Einwohner der Stadt Zeulenroda-Triebes besteht die Möglichkeit, zu Beginn der Sitzung Fragen zu stellen. Im Vorfeld der Einwohner-Fragestunde können Anfragen auch schriftlich gestellt werden. Diese sind bis spätestens heute, 16 Uhr in der Stadtverwaltung einzureichen.
In der Sitzung werden dann folgende Themen behandelt: Die Befreiung von den Festsetzungen des Bebauungsplanes "Dr.-Wilhelm-Külz-Siedlung", die Satzung über die Straßenreinigung im Gebiet der Stadt Zeulenroda-Triebes (OTZ berichtete), Änderungen zur Feuerwehr-Kostensatzung, der Jahresabschluss der Allgemeinen Wohnungsbaugenossenschaft "Frohe Zukunft" eG Triebes sowie die Verwendung des Jahresüberschusses für das Geschäftsjahr 2008 und die Entlastung des Aufsichtsrates für das Geschäftsjahr 2008.
Neben der Umschuldung eines Kommunaldarlehens, der Übertragung der Haushaltseinnahmen- und Haushaltsausgabenreste in das Jahr 2010 werden die Haushaltssatzung und der Haushaltsplan 2010 sowie der Finanzplan und das Investitionsprogramm 2009 - 2013 erneut behandelt (OTZ berichtete). Zudem entscheidet der Stadtrat über Veränderungen der Besetzung des Hauptausschusses.


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