22. Januar 2010 /OTZ

Bauausschuss berät Umleitungen

Interessengemeinschaft Innenstadt zur Sitzung am Dienstag eingeladen

Von Katja Grieser Greiz.

Mitglieder der Interessengemeinschaft (IG) Innenstadt haben gestern ihre Umleitungsvariante während der zweijährigen Bauphase an der Hauptverkehrsader August-Bebel-Straße dem Greizer Bürgermeister Gerd Grüner (SPD) vorgestellt. "Wir haben ihm unseren Vorschlag unterbreitet und eine Stunde sachlich diskutiert", berichtet Peter Kniebel von der IG Innenstadt nach dem Treffen.
Die Interessengemeinschaft, der unter anderem Einzelhändler und Ärzte angehören, legt Wert auf einen flüssigen Verkehrsfluss, vor allem ohne Schranke am Ende des Westernhagenplatzes. Denn, so die Argumentation, nur damit könne verhindert werden, dass die Innenstadt während der Bauzeit ausstirbt.
"Wir haben über das Für und Wider unseres Vorschlags gesprochen", so Peter Kniebel. Bedenken habe es von Seiten des Bürgermeisters etwa dahingehende gegeben, dass nach dem Konzept der IG alle Busse über die Friedensbrücke fahren sollen.
Über das Ergebnis des gestrigen Treffens freut sich Peter Kniebel: "Wir sind zum Bauausschuss der Stadt eingeladen, der sich am Dienstag, 26. Januar, trifft. "Dort sollen wir den Stadträten und Vertretern der entsprechenden Institutionen unsere Vorstellungen präsentieren", sagt der Geschäftsmann, der in den letzten Wochen feststellen konnte, dass die anstehende Umleitung durch die Großbaustelle in Greiz Gesprächsthema Nummer eins ist. "Das interessiert nicht nur die Einzelhändler der Innenstadt, sondern alle, die hier tätig sind. Natürlich auch die Bürger", so Peter Kniebel, der sich durchaus bewusst ist, dass die Sache in der Stadt konträr diskutiert wird.KommentarEckpunkte des IG-Konzepts· Die Busse sollen über die Friedensbrücke zum Puschkinplatz und zurück fahren.
Die Thomasstraße sollte als Einbahnstraße in Richtung Puschkinplatz und die Marienstraße ebenfalls stadtauswärts als Einbahnstraße befahrbar sein. Wer aus Richtung Reichenbach kommt, kann über die Obere Silberstraße, Marstallstraße, Schlossbrücke in Richtung Kreisel ausweichen. Inwieweit für die Brückenstraße eine Veränderung infrage kommt, blieb noch offen.

Die Sache zählt

Von Katja Grieser

Wichtig ist Peter Kniebel nicht nur, die Interessen derer zu vertreten, die sich intensiv mit dem Umleitungskonzept beschäftigt haben. Wert legt er ebenso darauf, mit Bürgermeister Gerd Grüner sachlich über Änderungsvorschläge zu diskutieren. Den unterschwelligen Vorwurf, Kniebel würde Parteipolitik machen, weist der Einzelhändler von sich. Ihm geht es darum, dass Händler und all die anderen, die täglich in der Stadt zu tun haben, Gehör finden. Um das zu erreichen, hat Peter Kniebel auch Stadträte kontaktiert und die Sorgen der Interessengemeinschaft vorgetragen. Das sei für ihn der kürzeste Weg gewesen, um das Thema Verkehrs- und Umleitungskonzept aufs Tapet zu bringen und die Diskussion am Laufen zu halten. Dass über die künftige Verkehrsführung in der Stadt nun ausführlich und vor allem öffentlich diskutiert wird, ist auch Kniebels Verdienst.


22. Januar 2010 /OTZ

Ein Leben im Dienste der Kirchenmusik

Siegfried Schadwill
Siegfried Schadwill

Am Montag starb KMD Siegfried Schadwill

Greiz (OTZ/Marsch).

Der Bibelvers "Siehe, ich habe Dir geboten, dass Du getrost und freudig seist" (Jos. 1, 9) begleitete den langjährigen Kantor an "St. Marien" Greiz ein Leben lang - ein Leben, das er ganz in den Dienst der Kirchenmusik stellte. Am Montag schloss Siegfried Schadwill daheim, im Kreise seiner Lieben, für immer die Augen. "Sicher, unser Gesichtskreis ist im Laufe der Jahre enger geworden", resümiert Karen Schadwill, Ehefrau des Kirchenmusikdirektors. Krankheit hatte den Körper ihres Mannes geschwächt, doch sei er stets "hellwach und aufmerksam" gewesen und habe sich an allem erfreut. Ob es die Amsel war, die vorm Fenster ihrer Wohnung in der Greizer Gerichtsstraße sang, oder die voranschreitende Sanierung der Stadtkirche: "Mein Mann und ich waren einfach nur glücklich. Wir hatten ein kostbares, intensives Miteinander." Erst im letzten Jahr habe man, gemeinsam mit vier Kindern und zehn Enkeln, das Fest der Goldenen Hochzeit begehen dürfen.
Geboren am 2. März 1935 in Schlesien, aufgewachsen in Greußen/Thüringen, begann Schadwill 1951 seine musikalische Ausbildung am Sondershausener Konservatorium, um 1954 ein Kirchenmusikstudium in Leipzig aufzunehmen. 1957 wurde Schadwill exmatrikuliert, weil er das in der DDR-Verfassung verankerte Recht, kein atheistisches Bekenntnis ablegen zu müssen, verteidigte. Er musste schließlich in einem Volkseigenen Betrieb arbeiten, war aber nebenbei bereits als Kantor in Greußen tätig, studierte extern am Katecheten-Seminar Eisenach und schloss mit dem Examen als Kantorkatechet ab. 1959 kam er gemeinsam mit seiner Ehefrau nach Greiz und wurde in der Aubachtaler Kirche angestellt. 1964 berief man Siegfried Schadwill als hauptamtlichen Kirchenmusiker an die Greizer Stadtkirche "St. Marien", 1972 wurde er zum Kirchenmusikdirektor ernannt. Ihm gelang es im gleichen Jahr, mit Choristen aus allen christlichen Gemeinden, Freikirchen und Gemeinschaften der Stadt einen Chor zu bilden, der u. a. solch bedeutende Werke wie Bachs "Weihnachtsoratorium" und die "Johannispassion" erfolgreich aufführte. Die großen menschlichen und künstlerischen Werte Schadwills sowie sein ungebrochenes Engagement hielten den Kantatenchor über viele Jahre zusammen - er selbst war als begeisterter Sänger auch nach der Verabschiedung in den Ruhestand noch aktiv dabei. Zahlreiche musikalische Höhepunkte der Stadt, wie die "Greizer Musikwochen" oder "Orgeln im Reußenland", entstanden und festigten sich unter seiner Mitwirkung. "Es gehörte zu seiner Begabung, sehr wachsam auch die innerstädtischen Vorgänge zu beobachten und Menschen miteinander ins Gespräch zu bringen", wie Superintendent Andreas Görbert weiß. Erinnern wollte Görbert dabei vor allem an die bis heute andauernde Freundschaft mit dem Schriftsteller Reiner Kunze. Für Görbert ist Siegfried Schadwill "ein Baumeister und Konstrukteur der Kirchenmusik in Greiz", der im Jahr 2000 "verdient mit der Bürgermedaille der Stadt Greiz geehrt" wurde. Hoch schätzen gelernt hat den Verstorbenen auch Stadtkantor Oliver Scheffels: "Herr Schadwill hat sich beim Aufbau und dem Leiten der Greizer Chöre sowie in seiner verantwortungsvollen Arbeit auf Landesebene große Verdienste erworben." Bleiben wird neben der Erinnerung an einen warmherzigen Menschen vor allem die große Zuversicht, die sein Leben mit Sinn erfüllte.

Morgen um 15 Uhr findet die Trauerfeier in Greizer Stadtkirche "St. Marien" statt.


22. Januar 2010 /OTZ

Taweg zieht vor Gericht den Kürzeren

Landkreis muss keine Gebühren zahlen

Gera/Greiz (OTZ/KG).

Der Zweckverband Trinkwasserversorgung und Abwasserbeseitigung Weiße Elster Greiz (Taweg) hat vor Gericht den Kürzeren gezogen. Nachdem der Landkreis Greiz gegen einen Taweg-Gebührenbescheid geklagt hatte (OTZ berichtete), bekam der Landkreis gestern vor dem Verwaltungsgericht Gera Recht, wie Gerichtssprecher Bernd Amelung auf Nachfrage bestätigt.
Als "klassischen Streit" bezeichnet Amelung die Angelegenheit. In der Regel laufe es so, dass Zweckverbände wie in dem Fall der Taweg bei Straßenbauarbeiten Mischwasserkanäle bauen, über die zugleich das Oberflächenwasser entsorgt wird. So braucht der Straßenbaulastträger, also hier der Landkreis, nicht extra noch eine Kanalisation zu bauen. "In dem Fall hatten sich Landkreis und Zweckverband Taweg vertraglich geeinigt, der Landkreis hat sich an den Kosten beim Kanalbau beteiligt", erklärt Bernd Amelung. Das Geraer Verwaltungsgericht hat sich bei der Entscheidung an einem mittlerweile gefällten Urteil des Thüringer Oberverwaltungsgerichts orientiert. Danach ist es nicht möglich, zusätzlich Gebühren - diese fallen jährlich an - zu verlangen, wenn sich der Baulastträger bereits an den Investitionskosten beteiligt hat.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Az.: 2K488/08GE


22. Januar 2010 /OTZ

Von der Weide in die Knochen

Nadine Fröhlich (rechts) und ihre
Nadine Fröhlich (rechts) und ihre
"Assistentin", Kuh Emma, beim Wett-
melken in der Grundschule
Greiz-Pohlitz.

Nadine Fröhlich nimmt Pohlitzer Grundschüler mit auf "Milchreise"

Von Marcel Hilbert Greiz-Pohlitz (OTZ).

"Ich habe euch viele Spiele mitgebracht." Ein Satz, und schon hatte Nadine Fröhlich die Pohlitzer Grundschüler der dritten Klasse auf ihrer Seite. Beste Voraussetzungen für die folgende Unterrichtsstunde, in der Fröhlich den Kindern Informatives rund um das Thema "Milch" präsentiert.
Gemeinsam mit ihrem "Joe-Clever"-Projektteam, einer Aktion von Tetra Pak und der Erzeugergemeinschaft Vogtlandweide, nahm die Berlinerin am Donnerstagvormittag die Schüler der Grundschule Greiz-Pohlitz mit auf ihre "Milchreise". Anhand einer Vielzahl von Bildern und Modellen schilderte sie, oft unterstützt von ihren Zuhörern, den Weg der Milch von der Kuh auf der Weide über die Molkerei bis ins Glas und in die Knochen. "Ein halber Liter Milch besitzt so viel Kalzium wie 35 Bananen". Solche bildhaften Vergleiche, die den Kindern wie aus einer Kehle ein "Ohhhh!" entlockten, waren es, mit denen Nadine Fröhlich sie in ihren Bann zog. Und mit den versprochenen Spielen natürlich. Der Höhepunkt für viele folgte am Ende der interessanten Unterrichtsstunde: In Teams traten die Schüler beim Wettmelken an. Und um das Gelernte auch noch einmal anzuwenden, wartete noch ein kleines Milchquiz auf die Grundschüler. Nach diesem durfte der Melkorden in Empfang genommen werden.

Gespannt lauschen die Schüler der dritten Klasse den Ausführungen zum Thema Milch. Immer wieder dürfen sie dabei auch selber Hand anlegen, wie zum Beispiel, wenn es darum geht, wie viel Liter Milch eine Kuh gibt oder welche Nahrungsmittel denn nun wirklich Milch enthalten.
Foto: Marcel Hilbert


22. Januar 2010 /OTZ

Jeden Tag wird Blut gebraucht

Der Greizer Frank Richter gestern bei seiner 100. Blutspende.
Der Greizer Frank Richter
gestern bei seiner
100. Blutspende.

Frank Richter mit 100. Blutspende

Greiz (OTZ/Frd.).

"Blutspenden ist für mich eine hohe Form der Hilfsbereitschaft gegenüber anderen Menschen. Jeden Tag wird Blut gebraucht, um Leben zu retten", erklärt der Greizer Frank Richter, der gestern zur 100. Blutspende in die Regelschule Greiz-Pohlitz kam.
"Mit 18 Jahren, während meiner Lehrzeit, habe ich zum ersten Mal Blut gespendet", erinnert sich der 56-jährige Fenster-Monteur der Firma Kämmer und auch daran, dass bis zur Wende nur viermal pro Jahr gespendet werden durfte, davon war die erste kostenlos, für die anderen gab es jeweils 48 Mark, abzüglich Kaffee und Bockwurst wurden 46 Mark ausgezahlt. Doch Geld war schon damals nie seine Motivation, heute gibt es ohnehin nichts dafür. Auch die Zeiten für die Blutspende haben sich geändert. Während damals die Termine bereits für die Morgenstunden angesetzt waren und die Spender auch von der Arbeit frei gestellt wurden, sind die Mitarbeiter des DRK-Blutspendedienstes jetzt vor allem nachmittags in den Städten und Gemeinden unterwegs.
"Spaß hatten wir eigentlich immer, denn es trafen sich meist dieselben Leute, wenn Blutspenden angesagt war", ergänzte Richter.
Heute kann eine Person bis zu sechsmal im Jahr zum Blutspenden erscheinen, vorausgesetzt, er erfüllt die gestellten Kriterien, dazu gehört nach wie vor das Alter des Spenders ab 18 Jahren und vor allem ein guter Gesundheitszustand. Risiko-Personendürfen sich nicht beteiligen. Vor jeder Spende gibt es eine Untersuchung durch den Arzt.Bis zum Alter von 68 Jahren können die ständigen Blutspender dabei sein. "Ich werde so lange wie möglich Blut spenden", versichert Frank Richter. Übrigens: Am morgigen Sonnabend von 10 bis 13 Uhr, kann in den Räumen der Greizer Katholischen Kirche beim DRK Blut gespendet werden.


22. Januar 2010 /OTZ

Noßwitzer Ortsgeschehen im Blick

Anke Oertel mit dem Noßwitzer Kalender für 2010.
Anke Oertel mit dem Noßwitzer
Kalender für 2010.

Anke Oertel erfüllt mit Kamera und Stift Chronistenpflicht

Noßwitz (OTZ/j. st.)

Oft denkt man, junge Leute interessieren sich nicht für Ortsgeschichte oder überhaupt für Geschehnisse in ihrem Heimatort. Dass dies nicht immer so sein muss, das beweist Anke Oertel. Die 30-Jährige wohnt in Noßwitz und arbeitet als Erzieherin für geistig Behinderte in Schleiz. Sie hat es sich zum Hobby gemacht, Geschehnisse in ihrem Wohnort für die Nachwelt festzuhalten.
"Angefangen hat es damit, dass Albrecht Rink mich 2002 gefragt hat, ob ich dies machen würde", erzählt Anke Oertel über den Anfang. Der lag im gleichen Jahr wie die Gründung des Heimat- und Kulturvereins in Noßwitz. Dem gehört die Ortschronistin an und ist im Vorstand. Für das Ehrenamt der Chronistin hat sie sich auch beim Hohndorfer Ortschronisten Fritz Pramann Rat geholt, berichtet sie. "Über 1000 Fotos sind es schon, die ich archiviert habe" versucht die junge Frau das bisherige Resultat in Zahlen festzuhalten. Und berichtet, dass bisher pro Jahr gut ein bis zwei Alben voller Bilder zusammen gekommen sind. Dazu gestaltet sie die Foto-Ausstellungen bei den Stauseefesten, die alle fünf Jahre im 145-Seelen-Ort, der bereits seit 1972 zu Elsterberg gehört, stattfinden. Oder sie hält die aktuellen Geschehnisse wie vom Verein organisierte Ausfahrten oder die Dorffeste in Wort und Bild fest.
Noßwitz sei am 16. März 1366 erstmals erwähnt worden. Das geschah, so Anke Oertel, im Zusammenhang mit Zinszahlungen Noßwitzer Bürger an den Herrn zu Lobdaburg, die für den Altar der Elsterberger Kirche verwendet wurden. Diese und weitere Fakten habe sie in Archiven in Elsterberg oder Plauen gefunden.


22. Januar 2010 /OTZ

Meisterschaften mit starker RSV-Beteiligung

Sebastian Wendel
Sebastian Wendel

Ringen: Titelkämpfe in Waltershausen

Waltershausen (OTZ/ D.Wolf).

Die Thüringenmeisterschaften am Sonnabend in Waltershausen im griechisch-römischen Stil bilden den Abschluss der Ringer-Landesmeisterschaften in Thüringen. In fünf Altersklassen, Männer (Jahrgang 1990 und älter), A-Jugend (93/94/95), B-Jugend (96/97), C-Jugend (98/99) und D-Jugend (2000/01) kämpfen um die Landesmeistertitel. Ausrichter dieser Meisterschaften ist die ZSG Grün-Weiß Waltershausen. Beginn ist am Sonnabend, 10 Uhr in der Waltershausener Drei-Felder-Halle.
Auch in dieser Stilart möchte der Greizer Nachwuchstrainer Andreas Mattern mit seinen Sportlern erfolgreich um Titel und Medaillen kämpfen - wie schon in den vorausgegangenen Titelkämpfen, bei denen der RSV erfolgreich abgeschnitten hat. Bei den Thüringer Meisterschaften im Freistil erkämpften die Greizer neun Landesmeistertitel, sieben Silbermedaillen und eine Bronzemedaille. Mattern möchte 33 Greizer Ringer in den fünf Altersklassen auf die Matte in Waltershausen bringen.
Die Besten können sich beim Thüringer Landestrainer Winfried Wundersee wie schon bei den Landesmeisterschaften im Freistil für die Mitteldeutschen und den Saisonhöhepunkt, die Deutschen Meisterschaften, ins Gespräch bringen. Im Februar folgen die Mitteldeutschen Meisterschaften, bevor es am letzten Februarwochenende bei den Junioren im Freistil in Niedernberg um die Titel bei den Deutschen Meisterschaften geht. Dort ist der Greizer Sebastian Wendel Mitfavorit. Auf Grund einer Knieverletzung, die er sich beim DRB-Kaderturnier zugezogen hatte, nahm Sebastian Wendel nicht an den vergangenen Thüringenmeisterschaften im Freistil in Jena teil. Dies war eine reine Vorsichtsmaßnahme. Die Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften ist nicht gefährdet.


22. Januar 2010 /OTZ

Hoffnungsvoller Nachwuchs

Faustball: TuS Obergrochlitz vor der Landesmeisterschaft

Von Christian Freund Greiz-Obergrochlitz (OTZ).

Faustball hat in Greiz-Obergrochlitz eine lange Tradition. In den vergangenen Jahren ist es vor allem der Nachwuchsarbeit zu verdanken, dass die Mannschaften des TuS Obergrochlitz wieder Erfolge feiern können. Bekanntlich gibt es ohne Fleiß keinen Preis, und deshalb sind die Trainer Regina Röber und Maik Steudel im wahrsten Sinne des Wortes ständig am Ball, absolvieren mit ihren Schützlingen zahllose Trainingsstunden.
Und das ganz besonders während der vergangenen Wochen, denn die jungen Spieler haben sich in dieser Zeit intensiv auf die Faustball-Landesmeisterschaft der Jugend AK 12, AK 14 und AK 18 vorbereitet, die am morgigen Sonnabend 10 Uhr angepfiffen wird. Neben den Mannschaften des Ausrichters, des TuS Obergrochlitz, werden die Jugendlichen aus Zeulenroda, Kurtschau, Bachfeld und Erfurt in der Lessingschul-Turnhalle antreten.

Bereits 2009 haben sich die drei Obergrochlitzer Mannschaften in Schleusingen für diese Landesmeisterschaft in Vorrundenspielen qualifiziert und konnten das beste Ergebnis der vergangenen 20 Jahre "einfahren". Das ist nicht zuletzt der Einsatzbereitschaft aller Mannschaftsmitglieder und der Trainer zu verdanken.
"Die Trainingsleistung und die Bereitschaft der Jugendlichen, beste Ergebnisse zu bringen, ist einfach stark. Das beweist allein schon die Teilnahme an den Trainingsstunden, die wir in den Wintermonaten in der Turnhalle abhalten. Von 18 Aktiven sind mindestens immer 15 dabei", erklärt Maik Steudel.
Insgesamt zählt der Verein 35 Mitglieder. Die guten Ergebnisse der Jugendmannschaften lassen die Hoffnung aufkeimen, dass der TuS Obergrochlitz künftig wieder an die goldenen Zeiten des Faustballsportes in dem Greizer Ortsteil anknüpfen kann. Zu DDR-Zeiten konnten die Obergrochlitzer jahrelang den Titel des DDR-Oberliga-Vizemeisters verteidigen, sie waren damals oft unter den ersten fünf Mannschaften zu finden. Die TuS-Sportler hoffen, dass ihnen der Großteil des Nachwuchses auch künftig erhalten bleibt.
"Wir wollen an der Jugendarbeit dran bleiben und eine AK 12 aufbauen. Das soll bereits im Frühjahr, wenn unser Platz bespielbar wird, starten.
Interessierte Kinder ab acht Jahren können sich unter der Telefonnummer 0366-1673226 melden", unterstreicht Trainer Maik Steudel. Ebenso willkommen sind weitere Sponsoren, die den Spielbetrieb unterstützen, denn schon allein die Fahrten zu den Spielorten kosten eine Stange Geld.
"Ohne die bisherige Unterstützung hätte der Spielbetrieb nicht aufrecht erhalten werden können", bestätigt der Trainer abschließend.


22. Januar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Das Gros sind Stockenten

Sturmtief "Daisy" zeigte kaum Auswirkung auf die Wasservogel-Welt

Von Heidi Henze Zeulenroda (OTZ).

Das Sturmtief "Daisy" Mitte Januar hat auf die Wasservogelwelt rund um das Zeulenrodaer Talsperrensystem keine erwähnenswerten Auswirkungen gezeigt, resümierte Lothar Lorenz. Der Hobby-Ornithologe widmet sich seit den 60-er Jahren von Oktober bis März mit großem Interesse freiwillig zusammen mit weiteren zehn so genannten Zählern der Welt des Wassergeflügels. Dabei nehmen sie kalte Füße in Kauf ebenso wie beschlagene Objektive, um alle diejenigen zu erfassen, die das Zeulenrodaer Wasser als ihre Wahlheimat auserkoren haben. In den vergangenen Tagen war es wieder soweit. Bundesweit wurde das Gefieder unter die Lupe genommen. Auch in der Region waren von der Vorsperre, am Einlauf Riedelmühle, Pisselmühle, Weidatalsperre und am Ausgleichbecken unterhalb der Bermichsmühle bis zum Ausgleichsbecken nahe Staitz die Hobby-Ornithologen am Werk. Ausgerüstet mit Feldstechern, die durch ein Spezialglas eine 42-fache Vergrößerung ermöglichen, brauchte keiner aufs Eis oder gar ins Wasser waten. "Ohne eine solche Ausrüstung geht es nicht", ist Lorenz überzeugt.
Die Winterzählung stand ganz im Zeichen des Wetters. Zugefrorene Gewässer im Plothener Teichgebiet haben die Vögel weiterziehen lassen, beispielsweise an die Vorsperre Riedelmühle. 1265 Wasservögel in zehn verschiedenen Arten standen zu guter Letzt auf der Liste. Im Dezember hatte man 1875 Wasservögel gezählt, darunter 580 Blesshühner.
Der Zeulenrodaer jedenfalls war positiv überrascht, denn eigentlich hatte er in der Region mit weit weniger Vögeln gerechnet. Das Gros an Wasservögeln, immerhin 1026 Stück, nehmen die Stockenten ein, wovon ein großer Teil so genannte "Zugezogene" sind und der Trend, ähnlich der demographischen Entwicklung bei den Einwohnern, rückläufig ist. "Wir hatten schon bis zu 5000 Stockenten", so Lorenz. Der Höckerschwan wartete gleich 104 Mal auf. Da er vom Gewässer auf die Felder und retour wandert, mussten die Zähler auch aufs Festland, erzählt der Hobby-Ornithologe. 56 Stück habe man auf Feldern zwischen Stelzendorf, Pahren und Umgebung gezählt und 48 auf dem Wasser erwischt.
Ein Wasservogel aus der Rallenart ist das Blesshuhn. Sie finden an der Talsperre Zeulenroda eine gute Nahrungsgrundlage durch eine hier angesiedelte Schneckenart. Diese sei eine Delikatesse für die Blesshühner. Mit 65 gezählten Tieren lag man bei diesem Vogel im Mittelmaß. Am Ausgleichbecken machten eine männliche Kolbente und zwei Krickenten Rast. 48 Reiherenten, acht Haubentaucher, zwei Zwergtaucher, acht Kormorane und ein Graureiher vervollständigen das Spektrum der gesichteten Wasservögel.
Die erfassten Daten gehen nun an die zentrale Stelle des Vereins Thüringer Ornithologen. Ziel sei es, die Entwicklung bestimmter Arten zu erkennen und, wenn nötig, besonders gefährdete Arten unter Schutz zu stellen. In den 80-er Jahren wurde erreicht, dass Feuchtgebiete unter Schutz gestellt wurden, um Vogelarten Rückzugsmöglichkeiten zu geben, erzählt Lorenz.


22. Januar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Fischspende für angehende Köche

Martin Ehlert mit der Fischart Erdbeer-Grouper, Michael Meinhardt, Lehrausbilder Ulrich Schaller, Chris Weißhahn, Utto Gruß, Chefkoch Marco Lange, Sergio Bläser und Jonas Drechsler mit einem Juwelenbarsch (v.l.n.r.).
Martin Ehlert mit der Fischart Erd-
beer-Grouper, Michael Meinhardt,
Lehrausbilder Ulrich Schaller, Chris
Weißhahn, Utto Gruß, Chefkoch Marco
Lange, Sergio Bläser und Jonas
Drechsler mit einem Juwelenbarsch
(v.l.n.r.).

Dank neuer Kooperation jeden Monat ein anderes Juwel frisch aus dem Indischen Ozean

Von Heidi Henze Zeulenroda (OTZ).

Nicht nur die Zubereitung von einem deftigen Braten oder verschiedenen Beilagen-Variationen gehören zu einer guten Koch-Ausbildung, auch die Zubereitung von Fischgerichten sollte integriert sein. Doch wird dieser Bereich oftmals als Stiefkind behandelt, wissen Marco Lange, Chefkoch des Bio-Seehotels Zeulenroda, und Ulrich Schaller, Lehrausbilder an der Staatlichen Berufsschule Greiz-Zeulenroda. Ein Grund dafür seien die enormen Kosten für guten Fisch, so Schaller. Seit Mittwoch gehören die hiesigen Koch-Lehrlinge des zweiten Ausbildungsjahres der Berufsschule zu denen, die von dem Ausbildungsteil nicht mehr nur träumen müssen, sondern sich forta n in der Praxis an den verschiedensten Fischrezepturen probieren können. Möglich wurde das zum einen durch den Kooperationsvertrag zwischen dem Hotel und der Berufsschule sowie der Verbindung des Hotels zur Fischmanufaktur Deutsche See und deren Niederlassungsleiter Utto Gruß. Die bayerische Filiale wird fortan der Berufsschule monatlich eine Fischspende zukommen lassen. Mit Jahresanfang kamen die ersten Juwelenbarsche, folgen werden Jakobsmuscheln, Papageifisch, Wolfsbarsch, Taschenkrebs und Hummer. Stets frisch aus dem Indischen Ozean, versprach Gruß.
Juwelenbarsch und Erdbeer-Grouper sollen nun frittiert, eine Fischsuppe oder eine Farce zubereitet werden. Allerdings nicht ohne Gegenleistung: Die Auszubildenden sollen ihre monatlichen Fischzubereitungen dokumentieren. Am Ende des Jahres wird Chefkoch Lange sie mit ihnen auswerten.


22. Januar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

WAZ-Verbraucherbeirat nicht satzungsgemäß

Gremium ist permanent unterbesetzt

Von Steffen Beikirch Zeulenroda (OTZ).

Lange hat sie auf sich warten lassen. Und nun mehrt sich vor der nächsten Sitzung des Verbraucherbeirates des Zweckverbandes WAZ kommenden Dienstag in Pahren auch noch Kritik. Der Beirat war noch nie satzungsgemäß besetzt, meldete sich gestern Dr. Peter Steinbock, Vorstandsmitglied der Bürgerinitiative BIZ, zu Wort. Laut aktueller Verbandssatzung des WAZ muss der Beirat aus 21 Mitgliedern bestehen, davon 18 sachkundige Bürger der Mitgliedsgemeinden sowie drei Vertretern des Zweckverbands. "So viele Leute habe ich da noch nie gesehen", bestätigt jedoch auch FDP-Landtagsmitglied Dirk Bergner, der im Beirat die Stadt Hohenleuben vertritt.
Daran wäre auch Dr. Steinbock aus Zeulenroda interessiert. Und er hat noch ein zweites Manko ausgemacht: Laut Satzung muss jährlich mindestens eine Beratung erfolgen. Die letzte war jedoch im Februar 2008.
Stimmt, sagt Beiratsvorsitzender Dr. Albrecht Broßmann und vertritt die Auffassung, man könne sicher immer Themen finden. Aber einen direkten Zwang, eine Sitzung abzuhalten, habe er nicht gesehen. Allerdings räumt der Chef der Pahren Agrar ein, im Krisenjahr 2009 andere Sorgen im Kopf gehabt zu haben. Und erinnert sich an eine engagierte Arbeitsphase des Beirats, als es 2007/2008 um die Niederschlagswassergebühr ging.
An dieses positive Beispiel ließe sich anknüpfen, kommentiert Dirk Bergner. Er findet, das Gremium könnte durchaus öfter tagen und sollte sich auch mehr mit Dingen beschäftigen, die Verbraucher wirklich interessieren. "Ursprünglich war die Rede davon, dass im Beirat auch Planungen vorgestellt werden und die sachkundigen Bürger sich mit Ideen und ihren Kompetenzen einbringen können", kritisiert der Bauingenieur.
Zur mangelhaften Zahl eben solcher sachkundigen Bürger verweist Beiratschef Dr. Broßmann an die Verbandsversammlung des WAZ. Das Problem bestehe, weil nicht alle Gemeinden Leute für den Beirat finden. Darauf, dass sich das ändert, könne nur in der Verbandsversammlung hingewirkt werden.
Deren Chef hatte Dr. Steinbock bereits in der Zeulenrodaer Stadtratssitzung am 16. November öffentlich gefragt, wann und wie er auf die personelle Besetzung des Beirats und seine Arbeitsfähigkeit hinzuwirken gedenkt. Frank Steinwachs (CDU) antwortete am Montag dieser Woche und bat wiederholt um Geduld: Er wolle erst noch den Ausgang der Sitzung nächsten Dienstag abwarten.

Kommentar

Richtig oder gar nicht

Von Steffen Beikirch

Als würden sich in Erfurt ein paar Linke und ein paar Grüne zusammentun und sagen, wir spielen jetzt Thüringer Landtag. So kommt Dr. Peter Steinbock aus Zeulenroda das bisherige Wirken im WAZ-Verbraucherbeirat vor. Diese Vertretung der Gebühren- und Beitragszahler ist nicht nur eine gute, sondern auch wichtige Sache, weil die Menschen gezwungen sind, diesem einen Monopolisten in der Wasserversorgung und Abwasserbeseitigung zu vertrauen. Trotzdem wird die Beiratsarbeit seit dem Start im Jahr 2002 eher lax als mit der nötigen Ernsthaftigkeit betrieben. Die laut Zweckverbandssatzung geforderten 21 Mitglieder hatte das Gremium noch nie. Wie oft es überhaupt die für Beschlüsse nötigen elf Leute zählte, steht in den Sternen.
Dass sich diese Situation ändert, dafür können nur die Bürgermeister der WAZ-Mitgliedskommunen sorgen, indem sie hartnäckig auf die Suche nach interessierten Mitwirkenden gehen. Bleibt die Besetzung allerdings so wie sie ist, sollte man die Institution Verbraucherbeirat lieber wieder abschaffen. Weil sie dann tatsächlich zu dem Deckmäntelchen für Bürgernähe verkommt, das sie nie sein wollte.


22. Januar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

Verabschiedung ohne Abschied

Zeulenrodaer Kita-Leiterin übergibt den Staffelstab, bleibt aber noch in der "Pusteblume"

Von Steffen Beikirch Zeulenroda (OTZ).

Eveline Theilig wollte den Hut eigentlich noch nicht aufsetzen, den sie am Mittwochabend überreicht bekam. Wenn sie´s genau bedenkt, war es aber doch die richtige Entscheidung, den Staffelstab jetzt schon von Ursula Töffels anzunehmen. Der Führungswechsel in der Zeulenrodaer Awo-Kindertagesstätte "Pusteblume" soll dazu beitragen, dass die erfolgreiche Entwicklung weiter gehen kann und die bisherige Qualität gesichert bleibt. Wohl ist es der neuen Leiterin Eveline Theilig (42), ihrer Stellvertreterin Anja Klink (35) und allen anderen Kolleginnen allemal, wenn die alte Chefin mit ihrem gewaltigen Erfahrungsschatz noch in der Nähe bleibt. Seit 1. Dezember hat Ursula Töffels ihre Wochenarbeitszeit von 40 auf 20 Stunden reduziert - ein Altersteilzeitmodell, das sie für maximal sechs Jahre nutzen kann. Die 59-Jährige geht wieder in die Gruppenbetreuung, weshalb es eine Verabschiedung ohne Abschied wurde. Geschenke und Reden gab´s trotzdem. Natürlich ein Kinderprogramm mit Schwarzem Theater, danach Plauderei bei Schnittchen und Sekt.
Am 26. März 1968 hatte Ursula Töffels als Kindergärtnerin in Triebes angefangen, war 1970 in die "Frohe Zukunft" nach Zeulenroda gewechselt. Ab 1976 leitete sie acht Jahre lang die "Freundschaft", wo sie anschließend als Fachberaterin tätig war. Seit dem Wendejahr 1990 zeichnete sie schließlich für die heutige "Pusteblume" verantwortlich. Ohne dass ihr dabei die Puste ausgegangen wäre, wie der langjährige Awo-Geschäftsführer Herbert Müller bildhaft würdigte. Im Januar 1993 hatte die Awo die Trägerschaft des Hauses im Stadtbachring übernommen. 1998 erarbeitete man sich gemeinsam die Betriebserlaubnis, daraus eine Integrative Kindertagesstätte machen zu dürfen. Heute werden dort 143 Jungen und Mädchen von 22 Erzieherinnen und Heilpädagoginnen, fünf technischen Kräften und einem Zivi betreut. Konzeptionell und baulich habe Ursula Töffels hier viel bewegt, sagte Müller.
Ein Dankeschön kam nicht nur von Landratsamt und Stadtverwaltung, sondern auch von den Mitarbeiterinnen, die extra das Lied der "alten Rittersleut´" umgedichtet hatten. Sebastian Tschuck und Jan Fischer bedankten sich namens des Elternbeirats für das vertrauensvolle Miteinander.


22. Januar 2010 /OTZ Zeulenroda-Triebes

FC Motor hält mit

Fußball, Testspiel: Trotz guter Leistung knappe Niederlage beim Geraer Oberligisten
1. FC Gera 03 - FC Motor Zeulenroda 2:1 (1:0)

Gera (OTZ/Meitner).

Auf dem sehr gut bespielbaren Kunstrasenplatz in Heinrichsgrün siegte standesgemäß der Oberligist gegen starke Zeulenrodaer Gäste.
Von Beginn an ging es flott zur Sache. Glück für Motor, als Marc Janke nach Vorlage des agilen Denny Moses aus 14 Metern die Querlatte des FCM-Tores traf (3.). Wenig später zog Pavel Pfeifer ab, doch seinen strammen Flachschuss kratzte Motors Schlussmann Matthias Hutter aus dem linken unteren Eck (8.). Eine Viertelstunde war absolviert, da war Zeulenrodaers Trainer Tino Focke schon gezwungen zu wechseln, denn Routinier Thomas Kirsch hatte sich eine Gesichtsverletzung zugezogen. Für ihn kam Steven Lenzner wieder einmal im Landesligateam zum Einsatz, und er machte seine Sache nicht einmal schlecht. Dann verfehlten Enrico Neubert (20.) und Moses (21.) mit ihren Schüssen das Hutter-Gehäuse nur knapp. Die erste Gästemöglichkeit hatte Lenzner, der im Geraer Strafraum - hart bedrängt - leider am Tor vorbeischoss (26.).
Das 1:0 für die Hausherren fiel nach einem Stellungsfehler in der zentralen Motor-Abwehr, Sven Dimter hatte dann wenig Mühe, um aus wenigen Metern einzunetzen (30.). Kurz darauf Freistoß in zentraler Position 20 Meter vor dem Geraer Tor für Zeulenroda, doch Tino Pohl zielte leider etwas zu hoch (31.). Moses prüfte FCM-Keeper Hutter mit einem flach abgezogenen Ball in Spielminute 39. Im Gegenzug eine wunderschöne Direktkombination der Gäste über die Stationen Sven Seebauer, Frank Lehmann und Denny Milde. Letzterer hatte das 1:1 auf dem Fuß, schloss aber zu unkonzentriert ab (40.).
Zu Beginn der zweiten Halbzeit brachten beide Vertretungen eine ganze Reihe neuer Spieler zum Einsatz. Doch das Niveau der Begegnung litt durch diese Wechsel keineswegs. Gera ging ein beachtliches Tempo, doch die Zeulenrodaer hielten toll dagegen. Nick Pohland scheiterte mit einem Kopfball am glänzend reagierenden Hutter (56.). Die nächsten Akzente setzten die Gäste. Manuel Sengewalds 22-Meter-Freistoßknaller ging über das Geraer Gehäuse (61.).
Frank Lehmann, an diesem Tag einer der besten Zeulenrodaer Spieler, reagierte nach einem Ballverlust der Platzbesitzer blitzschnell, sah, dass der Geraer Keeper Norman Wohlfeld zu weit vor seiner Kiste stand und traf per gekonntem Heber über Wohlfeld hinweg zum 1:1 (62.).
Lenzner hatte dann sogar die Möglichkeit, die Gäste in Führung zu bringen, doch der Ball rutschte ihm leider über den Schlappen (67.). Raik Hildebrand, in der Winterpause vom SV Motor Altenburg nach Gera gewechselt, war es vorbehalten, für die Spielentscheidung zu sorgen. Er zirkelte aus 20 Metern den Ball genau in den rechten oberen Torwinkel zum 2:1 für Gera (70.).
Danach verflachte die Partie etwas. Die letzte Chance hatten die Einheimischen, Tom Rietsch scheiterte aus Nahdistanz an Hutter (83.).

Motor Zeulenroda: M. Hutter, Chr. Hutter, Sengewald, T. Schulz, Wittig, Pohl, Kirsch, Bauch, Milde, Jahn, Seebauer, Lehmann, Guner, Lenzner und Feustel.


22. Januar 2010 /Vogtland-Anzeiger

Ex-Beschäftigte der Enka Elsterberg blockieren Zufahrt

Forderung an Insolvenzverwalter, die Entsorgung zu unterbrechen

Elsterberg – Was lange gärt, wird Wut: Die Stimmung am Werkstor des Elsterberger Viskoseproduzenten Enka hat sich noch mehr verfinstert. Am Donnerstag ballten 50 Ex-Beschäftigte verbal die Fäuste. Mit Plakaten attackierten sie Insolvenzverwalter Winkler, der nach ihrer Meinung nichts tut für die Rettung der Firma.
Sie unterstellen ihm, gekauft zu sein – gekauft von den früheren Besitzern der Enka, die unliebsame Konkurrenz loswerden wollten. Nach Angaben von Betriebsrat Klaus Wirth gibt es ein Unternehmen mit weltweit 7400 Beschäftigten und mit sächsischem Ableger, das Interesse für die Enka hat. Laut Wirth gibt es Signale aus Sachsens Wirtschaftsministerium, diese Bemühungen zu unterstützen.
Nach Wirths Worten hat die alte Geschäftsführung die Bemühungen des Interessenten in der Vergangenheit negiert und jetzt, da sogar ein Angebot vorliegt, reagiert der Insolvenzverwalter falsch: „Winkler lässt die Enka Elsterberg weiter herunterfahren und die Chemikalien entsorgen. Das müsste für die Zeit der Verhandlungen unterbrochen werden. Genau das forderten gestern die vier Dutzend Enka-Leute. Einer von ihnen legte sich sogar auf die Straße, um die Durchfahrt eines Tanklasters zu verhindern, der Chemikalien abholen wollte. Polizisten trugen den Mann aus dem Weg.
ufa/j.st.


22. Januar 2010 /Vogtland-Anzeiger

Im Fadenkreuz der Ermittler

Anwalt kritisiert Justiz

Reichenbach – Die Ermittlungen um „Drücker-König“ Wolfgang G. aus Reichenbach ziehen Kreise: Es wird gegen drei Personen ermittelt – gegen G., gegen dessen Lebensgefährtin und gegen den Rechtsanwalt und Kommunalpolitiker Thomas Höllrich. Das sagt Wolfgang Klein, Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden.
Höllrich stehe im Verdacht, dem Drücker-König geholfen zu haben, Vermögen beiseite zu schaffen. Höllrich, der G. anwaltlich vertritt, bestreitet den Vorwurf. „Er ist unhaltbar. Das ist ein Angriff auf die Anwaltschaft und damit auf den Rechtsstaat“, sagt Höllrich, der für die Linke in Stadtrat und Kreistag sitzt. Er hofft nach eigenen Worten, dass sich die Vorwürfe aufklären – und er hat Strafanzeige gestellt gegen den Staatsanwalt und den Richter, die erlaubt haben, seine Kanzlei zu durchsuchen und Papiere mitzunehmen.
Höllrichs Mandant Wolfgang G. wurde Ende November bei einer Razzia verhaftet und sitzt seitdem in U-Haft. Gegen ihn wird wegen Hinterziehung von zwei Millionen Euro Steuern ermittelt. Außerdem geht es um Vorenthalten von Arbeitsentgelt und Sozialbeiträgen.
Der 53-jährige G. ist Stadtgespräch in Reichenbach – auch wegen seiner arroganten Art, sich mit seinem Luxus-Wagen über alle Regeln hinwegzusetzen: Parkverbote interessierten ihn nicht. Es soll Beamte geben, die ihm zu Diensten waren. Dafür braucht es Geld, am besten dicke Bündel Bargeld, mit denen G. gern wedelt.
Ist dieses Geld gemeint, wenn die Staatsanwaltschaft von verschwunden Vermögenswerten spricht? Oberstaatsanwalt Klein hüllt sich in Schweigen – und er sagt auch nichts zu dem Gerücht, dass G. mehrmals gewarnt wurde, wenn Razzien anstanden. „Das erfolgte in anderer Zuständigkeit. Die Razzia am 27. November der Sonderermittlungseinheit Ines war erfolgreich“, sagt Klein. Jetzt berichtet ein Drücker aus G.s Imperium.
ufa


22. Januar 2010 /OTZ

Kurz notiert:

Zwei Frauen von Mann mit Messer bedroht

Polizei sucht Zeugen

Greiz (OTZ).

Am vorigen Donnerstag wurden zwei Frauen zwischen 7.30 und 7.40 Uhr von einem Mann an der Bushaltestelle Puschkinplatz in Greiz mit einem Messer bedroht. Der Täter wird auf zirka 20 Jahre geschätzt, soll zwischen 1,70 und 1,80 Meter groß und von schlanker, durchtrainierter Gestalt sein. Er trägt dunkelbraunes kurzes Haar und hat am Kinn einen leichten dunklen Bartwuchs. Bekleidet war er mit einer braun-orange karierten Jacke, dunklen karierten Hose, die so weit unten hing, dass die Unterhose sichtbar war und einem dunklen Basecape. Nach dem Vorfall hatte sich der Mann auf eine Bank in der Innenstadt gesetzt und eine Pfeife geraucht.


Mit 2,31 Promille am Steuer

Langenwetzendorf (OTZ).

Für längere Zeit wird ein 38-Jähriger wohl ohne Führerschein auskommen müssen. Ihm wurde am Mittwoch, 14.30 Uhr, in Langenwetzendorf ein Alkoholwert von 2,31 Promille nachgewiesen. Beamte der Polizeiinspektion Greiz stellten bei der Kontrolle des Renaultfahrers Alkoholgeruch fest und ordneten einen Atemtest an. Neben der anschließenden Blutentnahme erfolgte die Sicherstellung des Führerscheins.


Karikatur des Tages

Zeichnung: OTZ/Bruns
Zeichnung: OTZ/Bruns


Neue Fluchtwegtreppe montiert

Eine Treppe für den Fluchtweg montieren die Mitarbeiter der Hermsdorfer Firma KSM am Gebäude der Kindertagesstätte Freundschaft im Greizer Stadtteil Tannendorf. Im Zuge des Konjunkturpaketes sollen noch weitere Investitionen folgen, wie zum Beispiel eine Metallbrücke, die vom Haus zum Garten des Spielplatzes führen wird.
Foto: OTZ/Christian Freund

Eine Treppe für den Fluchtweg montieren die Mitarbeiter der Hermsdorfer Firma KSM am Gebäude der Kindertagesstätte "Freundschaft" im Greizer Stadtteil Tannendorf. Im Zuge des Konjunkturpaketes sollen noch weitere Investitionen folgen, wie zum Beispiel eine Metallbrücke, die vom Haus zum Garten des Spielplatzes führen wird.


Steuerrückzahlung auf Antrag möglich

Zweckverband WAZ informiert

Zeulenroda (OTZ).

Der Zweckverband Wasser/Abwasser Zeulenroda (WAZ) erstattet Kunden auf Antrag zu viel gezahlte Steuern, die bei Trinkwasserhausanschlüssen verlangt wurden.
Wie der Eigenbetrieb des Verbandes mitteilt, enthielten sämtliche Leistungsbescheide für die Herstellung, Erneuerung oder Reparatur von Haus- oder Grundstücksanschlüssen für die Wasserversorgung, die zwischen dem 11. August 2000 und dem 31. Dezember 2008 erlassen wurden, auf Anweisung des Bundesfinanzministeriums den vollen Umsatzsteuersatz von 16 bzw. 19 Prozent. Inzwischen haben der Europäische Gerichtshof (EuGH) sowie der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden, dass für diese Leistungen der ermäßigte Steuersatz von 7 Prozent anzuwenden ist. Dem schloss sich das Bundesfinanzministerium an.


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