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Äußere Geschichte Geografische Lage
Bis zum Jahre 1918 war die Stadt Greiz Residenzstadt des Fürstentums Reuß Ältere Linie.
Im Jahr 1910, da war die letzte große Volkszählung, lebten hier 23 245 Einwohner; nach Ende des 1. Weltkrieges wurden 14 Vororte eingemeindet und die Einwohnerzahl wuchs im Jahr 1931 bis auf 39281 an.
Geografisch gesehen liegt Greiz in Südostthüringen und gehört zum Vogtland.
Durch Greiz fließt die Weiße Elster, deren Hauptzuflüsse die Göltzsch und die Gräßlitz sind.
Der Flussname Elster taucht erstmals 1122 in der Form Alestra auf.
Die Täler geben der Landschaft um Greiz ihr äußeres Gepräge.
Durch das Elstertal führt seit 1875 die Bahnlinie Gera-Weischlitz.
Der frühere Elsterlauf war vermutlich auf den Höhen und schnitt sich ins Tal. Durch Flussschotter sind hierbei Ablagerungen nachweisbar. Das Alter ist zwar strittig, doch sächsische Geologen legten das Alter ins Diluvial (Pleistozän).
Das Pleistozän ist ein Zeitabschnitt in der Erdgeschichte. Es begann vor etwa 2,588 Millionen Jahren und endete um 9.660 ± 40 Jahre v. Chr. mit dem Beginn der Holozän-Serie, der Jetztzeit. Somit dauerte das Pleistozän etwa 2,5 Millionen Jahre.
Alte Elsterflussterrassen kann man noch heute auf dem Reißberg unterscheiden.
Die Talhänge der Weißen Elster sind noch heute oft mit Kiefern, auch Fichten bewachsen. Auf den Feldern wurden in den 1930er Jahren vor allem Getreide und Kartoffeln angebaut.
Bevor die Fabriken in der Zeit der Industriealisierung beginnend ihre schmutzigen Abwässer in die Weiße Elster leiteten, war der Fluss reich an Fischen. Selbst Perlen sollen hier gefunden worden sein. Sie hatten zum Teil die Größe eines Kirschkerns.
Die Perlenfischerei muss sich lange Zeit erhalten haben. 1621 ernannte der Kurfürst von Sachsen Moritz Schmerler aus Oelsnitz zum obersten Perlenfischer der Elster und mehrerer Nebenflüsse.
Auch die Göltzsch war reich an Schätzen. In ihr fand man früher Gold.
An die Goldwäscher erinnert noch heute die Venetianerhöhle im Göltzschtal.
Siedlungsverhältnisse
In die vorgeschichtliche Besiedlung des Vogtlandes brachten erst Erkenntnisse zu Beginn des 20. Jahrhunderts etwas Klarheit.
Es besteht die Annahme, dass das Gebiet seit der jüngeren Steinzeit von Menschen bewohnt war. Es existiert eine Auflistung vorgeschichtlicher Funde, wie Faustkeile, Steinbeile, Schaber und ähnliches.
Seit 300 v. Chr. bewohnten wahrscheinlich Germanen (Hermunduren) die Gegend des Vogtlandes.
Als das Thüringenreich 531 von den Franken zerstört wurde, strömten von Osten her die Slaven bis zur Saale das Land.
Die Elstergegend wurde von slawischen Sorben besiedelt. Diese errichteten auch wahrscheinlich an der Stelle, wo heute die Stadt Greiz liegt, ihre erste Ansiedlung.
Aus der sorbischen Besiedlungsperiode gibt es wenig sichere Funde. Besondere Wichtigkeit erlangte sie Spornburg in Aubachtal; die Anlage ist leider durch den Besitzer vernichtet worden. Sie war eine alte Ringwallanlage, die als slawische Fluchtburg gedeutet wurde und lag etwa 1500 Meter oberhalb des Hirschteiches in Mohlsdorfer Flur bei dem Landgut von E.O. Barth (Parzellen 81, 86, 89)
Zeugnisse für slawische Niederlassungen sind Flur- und Ortsnamen auf –itz, die auch in unserer Gegend häufig vorkommen, bspw. Irchwitz, Caselwitz, Pohlitz.
Auch der Stadtname Greiz ist slawischen Ursprungs. Frühere Schreibweisen lauteten: Grouz (1238), Grewcz (1259), Groytz (1495) oder Graytz (1508). In der Übersetzung bedeutet der Name Greiz: umhegter, befestigter Platz.
Im Laufe des 12. Jahrhunderts sollen sich auf dem Boden der sogenannten Freilandschaften die Burgorte Greiz, Elsterberg und Mylau entwickelt haben. Gegen Ende des 12. Jahrhunderts kolonisierten die Lobdeburger und die Vögte von Weida in unserer Gegend. Den Spuren der Kolonisation folgte die Kirche. Es entstanden im Jahre 968 drei Bistümer gleichen Namens; unser Gebiet gehörte zu Zeitz, das 1028 nach Naumburg verlegt wurde.
Die älteste Kirche in unserer Gegend ist die Wünschendorfer Veitskirche, die 974 gegründet sei soll. 1080 folgte Reichenbach und 1122 Plauen.
Im 13. Jahrhundert zog der deutsche Ritterorden ins Vogtland ein – in Greiz wurde allerdings keine Niederlassung errichtet. Auch ein Kloster gab es hier nie.
Kurz nach 1200 wurde die Elsterberger Kirche gegründet. Die „geistig unversorgten“ Greizer Kolonisten wurden so vom Elsterberger Pfarrer pastoriert.
Im Jahre 1225 erbauten die Weidaer hier eine eigene Pfarrkirche.
Geschichte der Stadtherrschaft
Das Gebiet Greiz gehörte rechtlich der Mark Zeitz an. Letzter Inhaber war Graf Odo III. von Stade († 1106). Dann bemächtigte sich Wiprecht von Groitzsch des Landes; wurde allerdings 1113 wieder vertrieben. Das Gebiet fiel an den König zurück – der allerdings keinen neuen Markgrafen, sondern Lehnsherren einsetzte.
Unser Gebiet wurde von Erkenbert I. aus Weida an der Unstrut verwaltet (†1143), sein Amt übernahm Erkenbert II (†1163). Danach erhielt dessen Sohn Heinrich I. von Weida die Reichsvogtei über vogtländisches Gebiet, worunter sich auch Greiz befand. Er und sein Nachfolger Heinrich II. nahmen den Vogtstitel an. Um 1209 starb Heinrich II. – seine Söhne teilten das väterliche Erbe. Greiz erhielt Heinrich V.
Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus diesem Jahr. Das lässt die Vermutung zu, dass 1209 eine deutsche Burg mit Namen Groucz vorhanden war; die Ortbezeichnung taucht allerdings erst später auf.
Unter Heinrich V. bricht der Kirchenstreit zwischen Greiz und Elsterberg aus. Seit 1238 nennt sich Heinrich V. „Advocatus de Groucz“, hatte also seinen Wohnsitz von Weida nach Greiz verlegt – starb allerdings bereits 1240 kinderlos.
Sein Land fiel an einen seiner Neffen, Heinrich I. von Plauen († 1303), drei Jahre später teilten sich seine Enkel das Erbe und es entstand eine ältere und eine jüngere Plauener Linie, die sich Reuß von Plauen nannte und ihren Sitz in Greiz hatte. Nach der Teilung regierte in Greiz Heinrich II. Reuß. († 1350). Nach dessen Tod stritten sich dessen drei Söhne um das väterliche Erbe. Die Markgrafen von Meißen schlichteten diesen Streit durch den Erbteilungsvertrag von 1359. In diesem Vertrag ist Greiz das erste Mal als Stadt erwähnt. Heinrich III. erhielt die Herrschaft Greiz sowie noch Dölau, Treuen, Wiesenburg und Kirchberg. Durch Kauf erhielt Heinrich III. dann auch noch die Gebiete Reichenbach und Mylau, die vormals seinen Brüdern gehörten.
Heinrich III. starb im Jahre 1368, ihm folgten Heinrich VI. (gest. 1449) und Heinrich VII. (gest. 1426).
Nach dessen Tod fand wiederum eine Teilung statt: Zwei Greizer Bezirke entstanden – Greiz mit dem hinteren Schloss, der halben Stadt und etlichen Dörfern – und Greiz mit dem „Vorderschloss) und ebenfalls einer Menge Dörfern.
Mit dem Vorder- und Hinterschloss sind zwei Teile des Oberen Schlosses gemeint. Das Untere Schloss war als Herrschaftssitz noch nicht vorhanden.
Von 1451 bis 1615 besaßen die Reußen auch die Herrschaft Kranichfeld.
1500 fiel Zeulenroda an Greiz |